Dimitrios Diamantakos (l.) war nach seiner frühen Auswechslung stinksauer. Viktor Gyökeres (r.) kam erst spät in die Partie - und wie!
  • Dimitrios Diamantakos (l.) war nach seiner frühen Auswechslung stinksauer. Viktor Gyökeres (r.) kam erst spät in die Partie - und wie!
  • Foto: Groothuis/Witters/Pool/Witters

Lust und Frust: Joker Gyökeres schwärmt, Diamantakos „verprügelt“ Auswechselbank

Der eine schmorte zunächst auf der Bank und ließ am Ende seine Mannschaft und die Fans am TV jubeln. Der andere wurde früh vom Rasen geholt und ließ seinem Frust freien Lauf. Das Geister-Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Nürnberg (1:0) hätte für Viktor Gyökeres und Dimitrios Diamantakos kaum unterschiedlicher laufen können.

Mit seinem ersten Joker-Tor im Trikot des Kiezklubs und seinem insgesamt siebten Saisontreffer war Viktor Gyökeres der (von einem äußerst kleinen Kreis) gefeierte Mann am Millerntor.

Matchwinner und Stimmungsaufheller.

Viktor Gyökeres: Fans, ich höre nichts!

„Es war ein schönes Gefühl, ein Tor zu erzielen und der Mannschaft zu drei Punkten zu verhelfen“, schwärmte der 21-jährige Schwede. Seinen Treffer hatte er vor der Südtribüne gefeiert, indem er beide Hände wie Trichter an die Ohren hielt, als wolle er sagen: „Lauter! Ich höre nichts!“ Die Fans fehlten dem Leih-Stürmer wie auch seinen Mitspielern. Die Stille nach seinem Treffer schmälerte die Freude etwas.

Erst in der 67. Minute war Gyökeres in die Partie gekommen. Den Zweikampf um den Platz in der Startelf auf der linken Offensivseite hatte er gegen Diamantakos verloren, dessen Glück aber nicht lange Bestand hatte.

Dimitrios Diamantakos war richtig sauer

Der Grieche wurde schon nach 37 Minuten vom Platz geholt. Ein bitterer Moment. Diamantakos trat zunächst einen Stapel Hütchen um und schlug dann mit voller Wucht gegen die Rückwand der Auswechselbank. Das Donnern war im ganzen Stadion zu hören. Frust pur. Verständlich. Er hatte zuletzt mit starken Trainingsleistungen überzeugt und sich viel vorgenommen für die Partie.

St. Pauli-Trainer Jos Luhukay erklärt Auswechselung

„Seine Auswechslung war taktisch bedingt, weil wir immer wieder Probleme hatten, Bälle vorne fest zu machen“, erklärte Trainer Jos Luhukay später. „Deswegen wollte ich einen Mittelfeldspieler mehr.“

Der zunächst enttäuschte Reservist Gyökeres wiederum belebte nach seiner Einwechslung das Spiel. „Wir wussten, dass wir mit Viktor einen brutal torgefährlichen Spieler auf den Platz bringen können“, so Daniel Buballa. „Das hat er heute unter Beweis gestellt.“ Und wie!

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