Robin Himmelmann vor der proppenvollen Südtribüne. Am Sonntag wird diese Unterstützung fehlen.
  • Robin Himmelmann vor der proppenvollen Südtribüne. Am Sonntag wird diese Unterstützung fehlen.
  • Foto: imago images/Claus Bergmann

Leeres Millerntor: St. Paulis Himmelmann „Das ist für mich nicht greifbar!“

Der Zeitpunkt ist gekommen, da die Nummer surreale Züge bekommt. Normalerweise hätte ein Dialog mit St. Paulis Keeper Robin Himmelmann vor einem vermeintlich wegweisenden Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg vor allem sportliche Inhalte. Zurzeit aber, da keiner der Gesprächsteilnehmer ernsthaft daran glaubt, dass diese Saison noch ein reguläres Ende findet, ist die Qualität des Gegners nicht einmal eine Randnotiz wert.

Die Zeichen stehen mindestens auf Unterbrechung, wenn nicht gar auf Feierabend. Oder, um es von hinten durch die Brust ins Auge zu formulieren: „Wenn ich mich jetzt festlegen müsste, halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass sich noch was verändern wird, für sehr hoch.“ So gesagt von Robin Himmelmann, der unumwunden zugibt: „Das Thema Corona ist allgegenwärtig.“ Man käme schlicht nicht drum herum, all die News, die quasi minütlich vermeldet werden, zu registrieren. „Und wir haben uns in der Kabine natürlich auch überlegt: Was wird passieren? Was ist wahrscheinlich?“, erklärte der 31-Jährige.

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Kaum einer da außer ihm: Robin Himmelmann

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WITTERS

Neue Erfahrung für St. Paulis Schlussmann

Nun, fürs erste ist es zumindest nicht ganz unwahrscheinlich, dass am Sonntag gespielt wird. Ohne Zuschauer zwar, auch das ist seit Donnerstagmittag bestätigt, aber der Kick gegen Nürnberg soll steigen. Und nicht nur für den Kiezklub-Schlussmann wird es eine neue Erfahrung werden. „Für mich ist das nicht greifbar“, gesteht er unumwunden in Bezug auf die zu erwartende Null-Stimmung-Atmosphäre. Er habe sich Mönchengladbach gegen Köln im TV gegeben, „und das war komisch zu gucken“. Sogar vom heimischen Sofa aus.

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Himmelmann vermutet, dass beide Mannschaften am Sonntag „erst einmal ein Gefühl dafür aufbringen müssen“, wie das so ist, wenn außer ihnen keiner da ist. Und er erachtet es auch nicht als vorteilhaft, dass wohl sogar ein Dimitrios Diamantakos am gegnerischen Strafraum seine Anweisungen aus dem eigenen Fünfer akustisch wird vernehmen können: „Deswegen freut sich jetzt keiner auf das Spiel“, sagt er.

Robin Himmelmann: „Mir ist nicht angst und bange“

Immerhin: Mal abgesehen von den Auswirkungen auf seinen Job gibt Himmelmann dem Coronavirus keinen weiteren Raum in seinem Leben. Nein, Vorräte habe er noch keine gehortet, erklärt er, und überhaupt: „Mir ist nicht angst und bange.“

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