Alle drei St. Pauli-Derby-Torschützen der Vorsaison auf einem Haufen: Matt Penney, Dimitrios Diamantakos und Henk Veerman (v.l.). Nur HSV-Eigentorschütze Rick van Drongelen fehlt aus nachvollziehbaren Gründen
  • Alle drei St. Pauli-Derby-Torschützen der Vorsaison auf einem Haufen: Matt Penney, Dimitrios Diamantakos und Henk Veerman (v.l.). Nur HSV-Eigentorschütze Rick van Drongelen fehlt aus nachvollziehbaren Gründen
  • Foto: imago images/Claus Bergmann

Kein Torschütze mehr da: St. Pauli braucht gegen den HSV neue Derby-Helden

In der vergangenen Saison holte sich der FC St. Pauli den inoffiziellen Titel der Hamburger Stadtmeisterschaft, die für große Teile der Fans auf beiden Seiten eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat. Doch jetzt braucht der Kiezklub neue Helden – denn alle vier Torschützen der beiden 2:0-Siege sind nicht mehr da!

Beim 2:0 am Millerntor hatte Dimitrios Diamantakos für das 1:0 gesorgt. Der Grieche (27) stürmt seit Sommer für den kroatischen Traditionsklub Hajduk Split. Dort gelang ihm bislang immerhin eine Bude in der Meisterschaft. Das damalige 2:0 besorgte mit Rick van Drongelen (21) ein HSVer per Eigentor. Der Niederländer erholt sich gerade von einem Kreuzbandriss, kann St. Pauli also nicht erneut unfreiwillig „helfen“.

Veerman knipst weiter: nach St. Pauli jetzt für Heerenveen

Im Rückspiel gab es zwei extrem sehenswerte Treffer. Henk Veerman (29) hängte beim 1:0 seinen niederländischen Landsmann van Drongelen ab, lupfte den Ball über Daniel Heuer Fernandes (27) hinweg ins Netz. Veerman knipst auch nach seiner Rückkehr zu seinem Heimatverein. Und wie: In der Eredivisie ist er mit dem SC Heerenveen Vierter, zwei Punkte hinter Spitzenreiter Ajax Amsterdam. Veerman gelangen großartige fünf Treffer in sechs Partien. Nur Feyenoord Rotterdams Steven Berghuis hat einmal mehr eingenetzt.

Kein Glücks-Penney: Derby-Torschütze ist mit Sheffield Letzter 

Beim Duell im Volkspark legte Matt Penney mit einem Distanzschuss zum 2:0-Endstand nach. „Ein Wahnsinnstor“, schwärmt Marvin Knoll noch heute. Doch dem Engländer, der nach seiner Leihe wieder zurück zu Sheffield Wednesday musste, geht es 250 Tage nach seiner Großtat nicht gut. Der 22-Jährige ist mit seinem Klub aufgrund eines Punktabzugs Schlusslicht der zweiten englischen Liga und Penney spielt überhaupt keine Rolle mehr. Nach zwei Einsätzen zu Saisonbeginn hat er in den letzten sechs Spielen der Championship keine einzige Minute auf dem Rasen gestanden. Schlimmer noch: Fünfmal war er nicht einmal im Kader. 

Schon drei Tore: Wird Kyereh der neue Derby-Held von St. Pauli?

Die alten Tor-Helden sind weg, neue müssen her! Da drängt sich bei den Braun-Weißen vor allem Daniel-Kofi Kyereh (24) auf. Der Ex-Wiesbadener ist mit drei Toren und einer Vorlage bislang gefährlichster Kiezkicker.

Neue Derbyhelden-Kandidaten: Zalazar und Makienok

Sofort dahinter liegt ein weiterer Neuer: Rodrigo Zalazar (21), Leihspieler von Bundesligist Eintracht Frankfurt, überzeugte nicht nur als eiskalter Elfmeterschütze bei den jeweiligen 2:2-Unentschieden gegen Nürnberg und in Darmstadt, sondern auch als Leithammel. Timo Schultz ist begeistert: „Er hat einen unbändigen Willen. Dazu kommen eine starke Technik und hohe Dynamik.“ Der Uruguayer ist auch bei Freistößen und Distanzschüssen eine Waffe.

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Helden-Kandidaten: Simon Makienok (l.) und Rodrigo Zalazar gehören zu den torgefährlichsten St. Paulianern

Foto:

imago images/Jan Huebner

Simon Makienok (29), der für Veerman verpflichtet wurde und mit 2,01 Meter genauso groß ist, drängt auf seinen ersten Treffer, den er aufgrund seiner immensen Kopfballstärke vermutlich in der Luft erzielen würde.

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Zu den Tor-Kandidaten darf man getrost auch Rico Benatelli (28) zählen. Er traf schon zweimal als Joker (beim 2:4 im Pokal in Elversberg und beim 2:2 in Darmstadt), brachte jeweils neuen Schwung ins Spiel. Unvergessen auch dies: Beim Stand von 2:0 im letzten Derby im Volkspark erzielte er – untypisch für den Mittelfeldtechniker – einen Wahnsinns-Kopfballtreffer aus elf Metern. Doch das Tor wurde wegen angeblicher Behinderung von Heuer Fernandes nicht anerkannt. Benatelli: „Für mich ein reguläres Tor.“ Vielleicht trifft er ja am Freitag – und wird zum neuen Helden.

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