• Daniel Thioune ist wild entschlossen, es allen Kritikern zu zeigen. Dafür braucht er aber einen Sieg mit dem HSV am Sonntag in Regensburg.
  • Foto: WITTERS

In Regensburg unter Druck: So kämpft HSV-Trainer Thioune um seinen Job

Der öffentliche Ton um ihn herum hat sich verschärft. Daniel Thioune steht vor der Partie in Regensburg am Sonntag (13.30 Uhr/Liveticker bei mopo.de) unter Druck, auch der Trainer des HSV braucht jetzt Ergebnisse. Nach nur zwei Siegen aus den vergangenen zehn Partien könnte der Auftritt in der Donaustadt für den 46-Jährigen von entscheidender Bedeutung sein.

Viel Zeit zur Verarbeitung des Ganzen blieb nicht. Ganze 63 Stunden nach dem in seiner Art und Weise gänzlich erschütternden 1:2 in Sandhausen muss der HSV die Scharte heute auswetzen. Denn längst ist nicht nur der direkte Aufstieg, sondern auch ein möglicher dritter Platz mit der Chance auf anschließende Relegationsspiele in Gefahr. Holstein Kiel, das wegen seiner Team-Quarantäne sogar noch zwei Spiele weniger als der HSV ausgetragen hat, rückte am Samstag durch das 3:1 in Osnabrück bis auf einen Punkt an die Hamburger heran. Eine gefährliche Gemengelage.

In Sandhausen versagte der HSV auf ganzer Linie

Auch um Thioune ist eine Diskussion entbrannt. Weil seine Profis seit Anfang Februar nur zweimal gewannen, aber zu häufig Punkte fahrlässig liegen ließen – und gegen die Kellerkinder Würzburg (2:3) und Sandhausen total versagten. Vor allem Thiounes personelle Rochaden und der Einsatz von Spielern auf Positionen, die nicht ihrem Spezialgebiet entsprechen, warfen zuletzt Fragen auf: Bekommt der Coach mit dem HSV wieder die Kurve? Begreifen seine Profis noch, was der Trainer von ihnen verlangt?

Thioune selbst machte in den Tagen vor dem Regensburg-Spiel das, was er am besten kann. Er nahm den Kopf runter und arbeitete. Das Kurz-Trainingslager in Herzogenaurach diente der Aufbereitung der Sandhausen-Klatsche. Zweimal bat der Trainer seine Profis zum Training, führte zahlreiche Einzelgespräche. Aus dem HSV-Lager ist zu hören, Thioune vermittele einen fokussierten und ehrgeizigen Eindruck. Die Schlagzeilen über ihn würden daran nichts ändern.

In Regensburg bat Thioune seine Profis zur Taktik-Besprechung

Ein klares Zeichen zum Aufbruch setzte Thioune am Samstag. Erst nachdem Profis, Trainerstab und Betreuer in zwei Bussen die rund 120 Kilometer nach Regensburg absolviert hatten, schärfte er seinen Profis am Abend im Teamquartier die Sinne und stellte sie in Wort und Bild auf den kommenden Gegner ein. Jetzt sind wir hier! Jetzt ist Sandhausen Geschichte, lautete die Botschaft.

Ob es hilft? Thioune ist in jedem Fall gewillt, um seinen Job zu kämpfen. Wie gefährdet dieser wirklich ist, hängt vom heutigen Auftritt ab. Eine ähnlich desolate Leistung wie in Sandhausen könnte den Trainer tatsächlich in enorme Bedrängnis bringen. Aus der HSV-Chefetage ist allerdings auch zu vernehmen, dass sie die Härte der jüngsten Schlagzeilen gegen Thioune als unangemessen empfand. „Ist Thioune noch der Richtige?“, hatte etwa am Freitag die „Bild“ gefragt, tags darauf kam der Hinweis: „Morgen kann schon alles vorbei sein.“

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Ob dem so ist, wird sich nach dem heutigen Auftritt zeigen. So viel dürfte allerdings feststehen: Auch Thioune braucht einen überzeugenden HSV-Auftritt, um sich der Rückendeckung seiner Bosse weiterhin sicher zu sein.

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