Dirk Klingenberg wird nach nur einem Tag aus seinem Amt als Sportdirektor des DSV entlassen.
  • Dirk Klingenberg wird nach nur einem Tag aus seinem Amt als Sportdirektor des DSV entlassen.
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„Ich finde das nicht frivol“: Foto im Bordell: Sportdirektor muss nach einem Tag gehen

Bei der Neubesetzung des Leistungssportdirektor-Postens hat der Deutsche Schwimm-Verband eine überraschende Kehrtwende vorgenommen. Dirk Klingenberg (51) sollte neuer Sportdirektor werden. Doch kaum 24 Stunden nach der Präsentation gab der DSV bekannt, dass er es doch nicht wird.

Der Grund liegt sieben Jahre zurück und ist laut DSV-Erklärung „ein frivoler Bericht“. Es handelt sich laut „Bild” um ein Foto im Berliner Groß-Bordell „Artemis“. Da war der Ex-Wasserballer mit ehemaligen Team-Kollegen auf einem besonderen „Mannschaftsfoto“ zu sehen – mit Prostituierten.

„Ich habe ehrlich gedacht, es sei schon der 1. April“, sagte der 51-Jährige: „Ich fühle mich als Bauernopfer.“

DSV: Klingenberg doch nicht Schwimm-Sportdirektor

Hintergrund des Fotos sei eine Werbeaktion beim Sponsor seines Wasserball-Teams, erklärte Klingenberg in der „Bild“. „Wir wollten zur Oldie-WM und mussten alles selbst zahlen. Da kam das Sponsoring von 3000 Euro für Bademäntel und die Reisekasse genau richtig.“

Er verteidigt sich weiter. „Ich habe nichts Verbotenes getan und finde das auch nicht frivol. Das hat rein gar nichts mit Missbrauch oder anderen strafbaren Handlungen zu tun“, sagt der Ex-Duisburger und Spandauer der „Bild“.

Klingenberg: „Ich habe nichts Verbotenes getan und finde das auch nicht frivol“

Dass „kein juristisches Fehlverhalten vorliegt“, bestätigt auch der DSV. Jedoch sei die Aktion moralisch nicht vertretbar. Klingenberg kann das nicht nachvollziehen, „muss es aber akzeptieren.“

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Der Vorwurf des Sexismus, den man aus dem Vorgang ableiten könnte, sei „völlig aus der Luft gegriffen, um gegen mich Politik zu machen“, so Klingenberg: „Es gibt keine Leiche bei mir im Keller, nur dieses eine Foto.“ Und das sei dem Unternehmensberater Michael Rosenbaum, der dem DSV bei der Auswahl des Sportdirektors die Empfehlung gibt, auch bekannt gewesen. „Das Foto hat vielleicht ein Geschmäckle, ist aber nichts Verwerfliches und erst recht nichts Verbotenes“, verteidigte sich Klingenberg: „Fachlich war man von mir überzeugt.“

Aber intern soll es Druck von Schwimmerinnen und DSV-Mitarbeiterinnen gegeben haben. Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen im Verband ist das Thema ein hochsensibles. 

Der 51-Jährige zeigte sich enttäuscht. „Ich bedauere es nun sehr, dass der DSV nur 24 Stunden nach meiner Besetzung diesen Vorgang wieder rückgängig gemacht hat“, sagte er. „Ich muss die Entscheidung so zur Kenntnis nehmen, möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich mich in keinster Weise zu keinem Zeitpunkt in meiner langjährigen Karriere als Sportler, Manager oder Berater einem Vergehen juristisch schuldig gemacht habe, dass solch ein Handeln durch den DSV legitimieren würde.“

Wer den freien Posten jetzt übernehmen soll, ist bislang noch unklar. (pia)

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