Jonas David gegen Rabbi Matondo
  • Jonas David und der HSV trafen zuletzt im Januar 2020 in einem Test auf Schalke (hier Rabbi Matondo).
  • Foto: WITTERS

TV, Warm-up, Prognose: So läuft der Zweitliga-Start des HSV auf Schalke

Größer könnte der Start nicht sein. Mit dem Auftritt des HSV bei Schalke 04 (Freitag, ab 20.30 Uhr live bei Sat.1 und Sky) bietet die Zweite Liga gleich zum Auftakt das Duell der Liga-Giganten – wohl jeder, der sich hierzulande für Fußball interessiert, dürfte ein Auge auf die Partie werfen. Was aber steckt wirklich drin im Duell der beiden Traditionsvereine? Selten zuvor war man sich speziell auf Schalker und Hamburger Seite so unsicher, was die Saison bringen könnte.

Das gab es noch nie. Erstmals stehen sich zwei Europacup-Sieger in der Zweiten Liga gegenüber. Hier der S04, 1997 Gewinner des UEFA-Cups, dort der HSV, der sogar zwei Europapokale gewann (den der Landesmeister 1983, sechs Jahre zuvor den Pokalsieger-Wettbewerb). Mehr Glamour-Faktor im Unterhaus geht nicht. Die Fans erhoffen sich einen rauschenden Fußball-Abend – die MOPO fasst zusammen, was die Anhänger erwartet.

Schalke 04 gegen den HSV: Das bringt der Zweitliga-Start

TV: Sat.1 frohlockt. Mit einem Neun-Spiele-Paket springt der Sender wieder auf den Bundesliga-Live-Zug auf, berichtet am Freitag parallel zu Sky. Eine Quote von zumindest drei bis fünf Millionen TV-Zuschauern gilt als absolut realistisch – das gab es in Liga zwei noch nie. Zum Vergleich: Die letzten Auftaktspiele der Bundesliga in der ARD zogen etwa sieben bis acht Millionen Fans vor den Bildschirm.

Kader: Schalke hat sich für die Zweite Liga gerüstet, holte u.a. Top-Torjäger Terodde (HSV), Bülter (Union), Latza (Mainz), Pálsson (Darmstadt), zuletzt Drexler (Köln). Zahlreiche Großverdiener aus Erstligazeiten (Harit, Mascarell, Nastasic, Kabak) sollen noch gehen. Beim HSV soll Glatzel vorn Terodde vergessen machen – so weit es eben geht. Mit Schonlau, Meffert und Reis werden am Freitag weitere Zugänge in der Startelf erwartet. 

Schalke-Trainer Grammozis könnte schnell unter Druck geraten

Trainer: Schalkes Dimitrios Grammozis steht durch die Hypothek des Abstiegs (den er allerdings kaum zu verantworten hat) bereits unter Beobachtung. Angesichts des schweren Auftaktprogramms (gegen den HSV, dann in Kiel) könnte der Druck schnell zunehmen und es in Gelsenkirchen zügig hektisch werden. Tim Walter, neu beim HSV, soll erstmal Zeit bekommen. Spannend wird zu beobachten sein, inwieweit der Trainer wirklich gelernt hat, im Umgang mit seinen Vorgesetzten kompromissbereiter zu sein. In Hamburg sind sie voller Optimismus, von außen wird die Liaison Walters mit dem HSV eher abwartend bis kritisch beäugt.

Form: Stimmt bei beiden. Sowohl Schalke (drei Siege, zwei Remis), als auch der HSV (drei Siege, ein Remis) marschierten ungeschlagen durch die Vorbereitung. Highlights: Schalke trotzte St. Petersburg und Shakhtar Donetsk jeweils ein 0:0 ab, der HSV schlug Basel (1:0). Terodde war mit acht Treffern bester Schalker Sommer-Schütze, beim HSV traf Wintzheimer drei Mal.

So laufen die letzten HSV-Stunden vor dem Start

Warm-up: Der HSV reiste am Donnerstagmittag mit zwei Bussen in den Westen, nächtigte in Castrop-Rauxel und trainiert am Freitagvormittag noch mal kurz. Schalke bezog ab Dienstag ein freiwilliges Quarantäne-Trainingslager in Billerbeck (bei Münster), weil Keeper Fährmann positiv auf Corona getestet wurde.

Saison-Prognose: Walter ist sicher: „Schalke und Bremen sind klar die Favoriten.“ Nur Understatement? Tatsächlich könnte es dem HSV nach drei vierten Plätzen in Folge helfen, nicht mehr der große Branchenführer der Liga zu sein. Aber: Inwieweit sich Schalke und Werder wirklich schnell an die rauere Gangart im Unterhaus gewöhnen, bleibt abzuwarten. Auch der neue HSV kommt als Wundertüte daher.

So gilt für den Freitagabend: Die Namen könnten erstklassiger kaum sein. Ob der Fußball da mithalten kann? Der Auftakt der Zweitliga-Giganten soll erste Antworten liefern.

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