Kult-Trainer Peter Neururer (l.) und HSV-Coach Tim Walter
  • Kult-Trainer Peter Neururer (l.) hält große Stücke auf den Kader von HSV-Coach Tim Walter.
  • Foto: imago/Oliver Ruhnke

Top-Experte sicher: „Mit diesem Kader muss der HSV aufsteigen!“

Am letzten Tag der Transferperiode herrschte im Volkspark das, was man für gewöhnlich eher selten mit dem HSV in Verbindung bringt: Ruhe. Und Gelassenheit. Keine Überraschungen am Deadline Day, der Kader steht und soll in seiner Zusammenstellung für das garantieren, was bereits vor zwei Monaten als Ziel deklariert wurde.

Während andernorts am Donnerstag um kurz vor 18 Uhr noch gespannt auf letzte Schriftstücke und Transfer-Unterlagen gewartet wurde, machte sich in den HSV-Büros schon das angenehme Gefühl des nahenden Feierabends breit. Wohl dem, der früh dran ist, tags zuvor waren die letzten Kader-Fragen geklärt worden. „Ich bin sehr zufrieden“, erklärte Trainer Tim Walter. „Alles ging Hand in Hand, wir waren geduldig und immer zielführend.“


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Mit Rechtsverteidiger William Mikelbrencis (18/aus Metz) hatte der HSV am Mittwoch seinen letzten Neuen des Sommers präsentiert, im gleichen Atemzug Aaron Opoku (23/Kaiserslautern) verkauft, Maximilian Rohr (27/Paderborn) und Keeper Marko Johansson (23/Bochum) verliehen. Damit war die Arbeit erledigt. Dem fehlenden klassischen Backup für Stürmer Robert Glatzel (28) will Walter zur Not mit Bordmitteln begegnen.

Am Samstagabend gastiert der KSC beim HSV

Dem Trainer steht für Zweitliga-Verhältnisse ein Luxus-Aufgebot zur Verfügung. „Mit diesem Kader muss der HSV den direkten Aufstieg schaffen“, sagt einer, der es beurteilen kann, weil er sich beruflich damit auseinandersetzt. Kult-Trainer Peter Neururer (früher u.a. Köln, Schalke, Bochum) ist als Sport1-Experte nah dran und auch am Samstag (20.30 Uhr) gegen den KSC im Volkspark zu Gast. Doch der 67-Jährige kennt seine Pappenheimer, mahnt deshalb: „Das Problem des HSV war eigentlich nie der Kader, sondern das, was daraus gemacht wurde.“

Seit dem Bundesliga-Abstieg 2018 wurde der HSV dreimal Vierter, scheiterte zuletzt in der Relegation an Hertha BSC (1:0/0:2). „Nun wurde das Ziel Aufstieg so klar wie nie formuliert“, weiß Neururer. Zu Recht, wie er befindet: „Kein anderer Verein konnte so aus dem Vollen schöpfen. Gemessen an der Konkurrenz ist dieser Kader gespickt mit Top-Spielern.“

Neururer sieht sechs Hauptkonkurrenten für den HSV

Wen sieht Neururer als Hauptkonkurrenten im Aufstiegskampf? „Nürnberg wird immer genannt. Ob zu Recht, wird sich jetzt zeigen“, sagt er. „Düsseldorf, Darmstadt, Heidenheim und Paderborn haben ihre Berechtigung, dazu ganz sicher Hannover.“ Den HSV-Stadtrivalen St. Pauli sieht Neururer diesmal nicht so weit vorn: „Sie hatten einen ziemlichen Aderlass.“

Der HSV hingegen kann aus dem Vollen schöpfen. Nicht nur deshalb ist Neururer optimistisch: „Es zeugt von einer gewissen Ruhe beim HSV, dass Tim Walter trotz des verpassten Aufstiegs weitermachen durfte. Das gefällt mir. Bleibt es so, steht die Tür nach oben hin offen.“ Was schon am Samstag zu beweisen wäre, gegen den KSC, im Volkspark – wo es dann im Vergleich zum Deadline Day wieder deutlich hektischer zugehen dürfte.

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