Ex-HSV-Stadionsprecher und Tagesschau-Moderator Jo Brauner im Podcast „Herz.Schlag.Verein“
  • Ex-„Tagesschau“-Moderator Jo Brauner ist zu Gast in der 26. Folge des MOPO-Podcasts „Herz.Schlag.Verein“.
  • Foto: picture alliance/dpa

„Tagesschau“-Legende Jo Brauner: „Bin bis heute mit Herzblut beim HSV dabei“

Er hat die größte Zeit des HSV hautnah miterlebt. Als Stadionsprecher begleitete der langjährige „Tagesschau“-Sprecher Jo Brauner (84) den HSV von 1973 bis 1991 am Mikrofon, als die Hamburger mit Spielern wie Horst Hrubesch, Manfred Kaltz oder Felix Magath Deutscher Meister und Europapokalsieger wurden. „Es gab viele schöne Momente“, erinnert sich Brauner in der neuen Folge des MOPO-Podcasts „Herz.Schlag.Verein“ (unter anderem kostenlos hier bei Spotify oder hier bei Apple Podcasts) – doch der schönste Moment steht für ihn noch bevor.

„Vorausblickend kann ich sagen: Wenn der HSV hoffentlich aufsteigt in dieser Saison, dann wird das der schönste Moment für mich“, sagt Brauner im MOPO-Podcast und fügt an: „Und da bin ich auch live im Stadion. Ich werde garantiert dabei sein.“

HSV: Tagesschau-Legende Jo Brauner glaubt an den Aufstieg

Der langjährige Moderator könnte sich sogar einen Hamburger Doppel-Aufstieg vorstellen. „Ich gebe ehrlich zu, dass St. Pauli momentan auch eine tolle Mannschaft ist“, sagt er. „Die Krönung wäre für mich, wenn beide Mannschaften in der 1. Liga spielten. In diesem Jahr sieht es ja vielleicht gar nicht so schlecht aus – für St. Pauli ohnehin, aber mir gefällt auch, was der HSV momentan macht.“ Brauner würde sich daher wünschen, dass „der HSV so weiterspielt wie im Moment und es vielleicht mal umgekehrt macht wie in den vergangenen Jahren. Da haben sie immer toll angefangen, sind Stück für Stück nach unten gefallen und haben es dann noch verspielt.“

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Jo Brauner:

Dennoch hat das Fan-Herz bei dem inzwischen 84-Jährigen, der seit 1978 Mitglied beim HSV ist und inzwischen die silberne Ehrennadel besitzt, nie aufgehört zu schlagen. „Das ist bis heute so“, strahlt Brauner, dessen Frau ihm beim Nachhausekommen stets „genau anmerkt, wie der HSV gespielt hat“, lacht er. „Ich habe das immer genossen, das war immer ein richtig schöner Nachmittag. Und ich bin wirklich mit Herzblut dabei. Da kommt zu der mentalen Anspannung dann auch noch die physische dazu, ich stehe auf, reiße die Arme hoch und liege mich mit meinen Freunden in den Armen. Als Fan kann man da richtig spüren, wie der Blutdruck ansteigt.“

Das könnte Sie auch interessieren: Stadionsprecherin Rann: „Als der HSV anrief, musste ich keine Sekunde überlegen“

Das war schon in den 70er- und 80er-Jahren so, wenn Brauner den Platz in seinem „schlecht möblierten zweiten Wohnzimmer“ – der Sprecherkabine im alten Volksparkstadion – einnahm. „Als Sprecher lebt man mit dem Verein nochmal umso mehr“, weiß er. „Und alles, was man damals erlebt hat, wird dadurch noch einmal vergoldet, weil der HSV wirklich eine Mannschaft hatte, die mit Bayern München konkurrieren konnte. Der HSV war dabei, ein bedeutender Verein mit großen nationalen und europäischen Titeln zu werden.“

Peter Krohn holte Ex-Stadionsprecher Jo Brauner zum HSV

Nicht zuletzt deshalb denkt der gelernte Grundschullehrer, der damals von dem kürzlich verstorbenen Präsidenten Dr. Peter Krohn zum HSV geholt wurde, noch immer gerne an diese Zeit zurück. „Mit heute ist das alles gar nicht mehr vergleichbar“, sagt Brauner über seine eigene Tätigkeit. „Heute ist alles eine Show, inzwischen gibt es zwei Sprecher. Das war damals nicht so. Ich war eher ein Statist, der irgendwelche Daten bekanntgegeben hat.“ Das Geld war für ihn dabei nie ein Anreiz. „Ich habe eine kleine Entschädigung bekommen, aber für mich stand immer der Sport im Vordergrund“, betont er.


Was ist in dieser Woche im Volkspark passiert? Wie steht es um den HSV vor dem nächsten Spieltag? Jeden Freitag liefert Ihnen die Rautenpost Analysen, Updates und Transfer-Gerüchte. Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach. Hier klicken und kostenlos abonnieren.


Dass für den früheren „Tagesschau“-Chefsprecher und Rothenbaum-Moderator nach 18 Jahren Schluss beim HSV war, hatte am Ende andere Gründe. „Es wurde etwas verlangt, was meinem Verständnis eines Sprechers in einem Stadion nicht entsprach“, erklärt Brauner, der das Mikrofon im Volksparkstadion 1991 schließlich an Carlo von Tiedemann weiterreichte. „Das war nicht mehr meins. Ich hatte damals auch einige andere Dinge zu tun und weil ich merkte, dass ich das ohnehin nicht mehr mag, reichten mir meine anderen Tätigkeiten aus. Aber Fan bin ich bis heute geblieben.“

HSV: Hören Sie hier die Podcast-Folge mit Jo Brauner:

In der ganzen Folge des Podcasts „Herz.Schlag.Verein“ hören Sie außerdem, warum sich Jo Brauner nicht mehr an sein erstes HSV-Spiel erinnern kann und wie er sich für seinen HSV sogar zu einem Comeback überreden ließe. Der 84-Jährige erzählt auf unterhaltsame Weise, was sein „Tagesschau“-Image für die Tätigkeit beim HSV bedeutete, wie er beim DFB-Pokalsieg des HSV sogar mal im Berliner Olympiastadion ans Mikrofon durfte – und spricht sehr emotional über seine „Tagesschau“-Moderation am 9. November 1989. Jetzt bei SpotifyApple PodcastsDeezer und vielen weiteren Streaming-Anbietern kostenlos zum Anhören!

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp