Leeres Volksparkstadion: Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an.
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Keine Fans beim Stadtderby!: Neuer Corona-Hammer für HSV und St.Pauli

Es stand ja zu befürchten. Und doch dürfte diese Nachricht bei vielen Hamburger Fußball-Fans für schlechte Laune sorgen. Nach einem Meeting von Kanzlerin Angela Merkel mit ihren Ministern am Donnerstag steht nun fest, dass Bundesligaspiele bis Ende Oktober vor leeren Rängen stattfinden werden. Bitter für den HSV und den FC St. Pauli, denn das Hamburger Derby in der Zweiten Liga wird am 30. Oktober steigen – dem letzten Wochenende vor einer möglichen Lockerung.

Die einen erfuhren im österreichischen Bad Häring davon, die anderen im Emsland, in Herzlake. Knapp 850 Kilometer trennen den HSV und St. Pauli derzeit, im Geiste aber sind sie vereint. Und überhaupt nicht glücklich. Denn Hamburgs Fußball-Fest des Jahres wird eine Party ohne Gäste.

Söder: Fußball mit Fans wäre falsches Signal

Die Entscheidung der Politik steht. Zu Saisonbeginn im September mit Zuschauern zu starten, „ist mit einer steigenden Infektionszahl ein falsches Signal”, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). In den kommenden beiden Monaten gehe nichts, stattdessen solle eine Arbeitsgruppe Vorschläge für den Umgang mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen erarbeiten. Anschließend müsse eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln garantiert werden. Klappt das nicht, bleiben alle Stadion-Zugänge zumindest bis Ende Dezember dicht. Das gilt nicht nur für den Fußball. Betroffen sind auch andere Sportarten wie Basketball, Handball, Eishockey oder Volleyball.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) aber will die Politik mit ihrem am Mittwoch präsentierten, neuen Hygienekonzept überzeugen. Die 36 Profi-Klubs der Ersten und Zweiten Liga sollen es am 3. September im Rahmen einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung in ihren Statuten verankern. Da geht es unter anderem um personalisierte Tickets. Mit ihnen wäre die Kontaktverfolgung möglich.

Ausnahmen soll es vor Ende Oktober nicht geben, auch nicht in Gebieten mit geringeren Infektionszahlen. Weil die Politik dadurch die Chancengleichheit der Vereine geschmälert sähe.

Beim HSV und bei St.Pauli regiert der Frust

Klar, dass bei den beiden Hamburger Klubs der Frust regiert. „Das ist sehr schade für die Veranstalter von großen Events generell“, so St.Paulis Präsident Oke Göttlich. Der Verein wolle aber nicht jammern, sondern „die beste Möglichkeit schaffen, in Verbindung und in Absprache mit den Gesundheitsämtern und den lokalen Behörden und der Politik, dass wir schnellstmöglich des bestmögliche Konzept entwickeln, das für das Millerntor dann wieder bedeutet, Zuschauer*innen so schnell wie möglich begrüßen zu dürfen.“

Allerdings trifft es den HSV deutlich härter. Der hat bis Ende Oktober vier Heimspiele auszutragen, St. Pauli nur zwei. Jede Heimpartie ohne Zuschauer bedeutet für den HSV einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro (für St. Pauli etwas über eine Million). Frühestens ab November können die Klubs wieder auf Einnahmen hoffen. Die Derby-Party aber fällt aus.

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