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Jorik Wulff vom VfB Lübeck im Zweikampf mit Leon Will vom FC Dornbreite
  • Die ersten Tests sind durch: Ex-Werder-Talent Jorik Wulff (l.) spielt seit Kurzem für Regionalliga-Klub VfB Lübeck.
  • Foto: imago images/Agentur 54 Grad

„Ich habe das Bremen-Shirt drunter“: Ex-Werder-Talent will den HSV ärgern

Seinen ersten großen Fußball-Traum erfüllte er sich im Alter von 14 Jahren, im Sommer 2015. Es war das Jahr, in dem Jorik Wulff nicht mehr nur noch riesiger Werder Bremen-Fan war – sondern vom einen auf den anderen Moment auch selbst Nachwuchsspieler beim SVW. Wulff lebt für Grün-Weiß, er tat es schon immer. Und deshalb ist es ihm ein besonderes Anliegen, den HSV am kommenden Wochenende zu ärgern – mit dem VfB Lübeck. Vereinsfarben? Natürlich Grün-Weiß. Doch der 23-Jährige hat vor dem Testspiel auch ein Problem.

„Die Freundin eines Kumpels von mir ist riesiger HSV-Fan“, erzählt Wulff der MOPO. „Deshalb muss ich mir nach dem Spiel das Trikot eines HSV-Spielers schnappen. Das spricht eigentlich gegen alles, wofür ich stehe, aber es hilft nichts.“ Wulff lacht, seine Aussage hat natürlich leicht ironischen Charakter. Besagten Trikot-Wunsch wird der im Landkreis Stade aufgewachsene VfB-Spieler gerne erfüllen. Seine Kindheitsliebe ist und war aber immer Werder.

Jorik Wulff trainierte bei Werder einst mit Füllkrug und Co.

Wulff reifte ab 2015 sechseinhalb Jahre lang im Nachwuchs des SVW, lebte in Bremen lange im Internat. Auf einen Profi-Einsatz für Werder brachte er es als Talent nicht, durfte am Ende seiner Zeit an der Weser aber regelmäßig bei der damaligen Zweitliga-Mannschaft mitmischen. Seine Trainingspartner hießen Niclas Füllkrug, Mitchell Weiser, Leonardo Bittencourt und Co. – bis Wulff im Januar 2022 zurück zur SV Drochtersen-Assel ging, ein ehemaliger Jugendverein von ihm. Und wie es der Zufall will, ist D/A am kommenden Wochenende ebenfalls ein HSV-Gegner.

Ein Bild aus November 2021: Jorik Wulff durfte bei Werder regelmäßig bei den damals noch von Markus Anfang (links im Hintergrund) trainierten Profis mitmischen. imago images/Nordphoto
Jorik Wulff spielt im Profi-Training von Werder Bremen einen Pass
Ein Bild aus November 2021: Jorik Wulff durfte bei Werder regelmäßig bei den damals noch von Markus Anfang (links im Hintergrund) trainierten Profis mitmischen.

„Das wäre witzig“, sagt Wulff zu dem Szenario, dass am Freitagabend (19 Uhr/Kehdinger Stadion) erst sein Ex-Klub Drochtersen/Assel den HSV schlägt – und dass seine Lübecker am Samstagabend (17 Uhr/Stadion an der Lohmüle) dasselbe Kunststück schaffen. Für die Viertliga-Mannschaft von Drochtersen spielte Wulff eineinhalb Jahre, bevor er im Sommer 2023 in die Regionalliga Nordost zum Greifswalder FC wechselte. Mit dem Verein aus Mecklenburg-Vorpommern verpasste der Rechtsfuß den Drittliga-Aufstieg in der Vorsaison um drei Punkte, anschließend vollzog der GFC einen Umbruch im Kader und Wulff musste sich nach zwölf Monaten eine neue Herausforderung suchen.

Näher an der Heimat: Wulff spielt jetzt beim VfB Lübeck

„Ich wollte, wenn es möglich ist, wieder etwas näher an meiner Heimat spielen“, erklärt Wulff. „Wir haben uns mit zwei, drei Vereinen unterhalten – und mit dem VfB Lübeck hat es ziemlich schnell gepasst.“ Die Marzipanstädter haben nach dem Drittliga-Abstieg ebenfalls einen Kader-Umbruch hinter sich, zudem in Guerino Capretti (42) einen neuen Cheftrainer. „Die Stadt ist cool, die Mannschaft gut, bisher macht es Spaß“, sagt Wulff. Und auch der Test gegen den HSV soll dem VfB und speziell ihm, dem ehemaligen Werder-Talent, am Samstag viel Freude bereiten.

„Ich habe Bock und würde gerne treffen – das wäre schon ganz nett“, sagt Wulff und lacht. „Ich habe Samstag das Thermoshirt von Werder unterm Trikot, das wird dann hochgezogen.“ Passenderweise läuft der VfB ja ebenfalls in grünen Heimjerseys auf – und Wulff hat aus seiner Zeit in Bremen noch einige Werder-Klamotten im Schrank liegen. „Ich bin gespannt und hoffe, wir kriegen etwas beschickt“, sagt Wulff, der noch Kontakt zu einigen Drochtersen-Spielern hat und daher weiß, dass der HSV nur einen Tag vor der Lübeck-Reise auswärts zunächst auf D/A trifft.

Wulff kickte auch bei D/A – Trikottausch mit Miro Muheim?

„Vielleicht spielen wir deshalb nicht gegen die Top-Mannschaft vom HSV, sondern auch gegen Talente“, vermutet er. „Der HSV könnte was ausprobieren, wir sind dagegen schon eingespielt und seit dem 13. Juni in der Vorbereitung.“ Ein Profi-Einsatz fehlt nach wie vor in Wulffs Vita, professionelle Mediensätze hat er aber drauf. „Wir wollen uns nicht verstecken“, kündigt er diplomatisch an. „Ob man am Ende gewinnt oder verliert, ist in der Vorbereitung nicht das Wichtigste. Der HSV kann eigentlich nur verlieren. Wir haben nichts zu verlieren. Es kann also nichts passieren.“

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Und unabhängig vom Spielausgang: Das Trikot von HSV-Profi Miro Muheim muss Wulff nach dem Abpfiff sowieso organisieren. Das fiele dem Ex-Werder-Talent aber sicherlich etwas leichter, wenn er den HSV mit seinem VfB zuvor geärgert haben sollte. Vielleicht ja sogar mithilfe eins Wulff-Tores – und anschließendem Jubel mit Werder-Shirt.

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