• Pressesprecher Philipp Langer, Sport-Vorstand Jonas Boldt und Trainer Tim Walter freuen sich nach dem Sieg in Bielefeld.
  • Foto: WITTERS

HSV wundert sich nach Sieg in Bielefeld: „Mehr Gegenwehr erwartet“

Tim Walters Wasserflasche litt an diesem Nachmittag. Mehrfach hämmerte der HSV-Coach beim Auswärtsspiel in Bielefeld sich seine Flasche gegen das Knie, mal waren es Schiedsrichterentscheidungen die den Coach auf die Palme brachten, mal Fehler seiner Mannschaft. Am Ende aber blieb die Flasche heil – und der HSV nach dem verdienten 2:0-Auswärtssieg oben auf.

Sie scheinen langsam aber sicher angekommen in dieser neuen Zweitliga-Spielzeit. Überzeugte der HSV zuletzt im Heimspiel gegen Heidenheim (1:0) vor allem im ersten Abschnitt, gelang es ihm auf der Alm fast über die komplette Spielzeit – erstmals in dieser Saison. Das sah schon gut aus, was die Hamburger da beim Absteiger anboten.

Ransford Königsdörffer nutzt üblen Abwehrpatzer der Bielefelder zur HSV-Führung

Nach fünf Minuten ließ Toptorjäger Robert Glatzel – der auch ohne eigenen Treffer groß aufspielte – einen Ball für Ransford Königsdörffer durch. Dessen Hereingabe in den Strafraum war zwar zu ungenau, das Balltempo aber stimmte. Der HSV war bei heißen Temperaturen selbst sofort auf selbiger. Bis zum ersten nennenswerten Abschluss dauerte es allerdings bis kurz vor der Trinkpause, als Sonny Kittel aus der Distanz sein Glück versuchte – drüber (23.).


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Der Führungstreffer fiel wenig später unter dankenswerter Mithilfe der Bielefelder. Oliver Hüsings Rückpass auf Torhüter Stefanos Kapino missglückte völlig, Nutznießer waren Kittel und Königsdörffer. Nach einem Querpass der Nummer zehn versenkte der Ex-Dresdner das Leder zur verdienten Führung. Königsdörffers erster Ligatreffer für den HSV. „Ich hatte ja nach meinen Pokaltoren gesagt, dass ich auch in der Liga treffen will“, sagte der 20-Jährige nach dem Spiel. „Das ist mir jetzt auch gelungen.“ Der Treffer, er kam nicht von ungefähr. „Ich habe mich oft gut von meinem Gegenspieler gelöst“, wusste Königsdörffer, der in der 43. Minute hautnah sah, wie Mario Vuskovic den Ball nach einer Ecke an die Latte nagelte.

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„Leider haben wir in der ersten Halbzeit nur ein Tor erzielt“, sagte Trainer Tim Walter nach dem Spiel. Die einzige Kritik, die sich seine Mannschaft gefallen lassen musste. „Dann ist es noch offen.“ Und so fand Bielefeld im zweiten Durchgang ein wenig besser ins Spiel. Die erste echte Chance galt aber erneut dem HSV, Moritz Heyer köpfte nach einer Rohr-Flanke knapp drüber (52.), Kapino parierte wenig später gegen Königsdörffer (60.).

Laszlo Bénes mit sehenswertem Schlusspunkt bei Arminia Bielefeld

Als sich Bielefeld anschickte, durch Standards so etwas wie offensive Gefahr zu entwickeln, schlug Walters Joker zu. Der eingewechselte Laszlo Bénes, zwölf Minuten zuvor ins Spiel gekommen, zog aus knapp 20 Metern mit seinem starken Linken ab – das 0:2 (74.), der endgültige Knockout für die weiterhin punktlosen Bielefelder. „Absteiger, Absteiger“, rief ein wutentbrannter Bielefeld-Anhänger auf der Westtribüne, nach dem Abpfiff quittierte der Großteil der 26.875 Zuschauer:innen, der es mit der Arminia hielt, die Leistung mit einem gellenden Pfeifkonzert.

HSV-Trainer Walter freut sich über „hochverdienten“ Sieg auf der Alm

Das alles interessierte die Hamburger naturgemäß herzlich wenig. „Letztendlich haben wir hochverdient gewonnen, waren sehr dominant“, unterstrich Walter, und verhehlte nicht: „Ich hatte schon gedacht, dass es etwas mehr Gegenwehr geben würde.“ Der HSV ist nach drei Pflichtspielsiegen in Folge auf Kurs – und so genehmigte Walter sich am Ende einen Siegerschluck aus der eigenen, gebeutelten Wasserflasche.

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