HSV-Profi Mario Vuskovic
  • Fassungslosigkeit herrscht bei Mario Vuskovic, der seit Herbst 2021 für den HSV spielt.
  • Foto: WITTERS

paidDoping-Schock beim HSV: Polizei-Einsatz in Vuskovic’ Wohnung

Ein positiver Doping-Befund, ein unter Schock stehender Verein und die bange Frage: Wie geht es weiter mit Mario Vuskovic? Nachdem der 20-Jährige positiv auf das leistungsfördernde Präparat Erythropoetin (EPO) getestet wurde, soll zeitnah Licht in das Doping-Dickicht dringen. Ist der Kroate schuldig? Oder wurde ihm ohne sein Wissen übel mitgespielt? In jedem Fall setzt er sich entschlossen zur Wehr.

Als der HSV-Tross gestern Morgen am Flughafen Fuhlsbüttel eintraf, um sich auf den Weg in Richtung USA zu machen, fehlte Vuskovic zwar, in den Köpfen seiner Kollegen aber war er allzeit präsent. Fassungslosigkeit herrscht vor, seit der Fall am Samstag, kurz nach dem 4:2 gegen Sandhausen, publik wurde.

DFB und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Vuskovic

Vuskovic und der Doping-Schock. Am Freitag hatten der Spieler und sein Verein die Auskunft erhalten, dass eine am 16. September nach dem Training entnommene Probe das verbotene Präparat enthalten habe. Zu diesem Schluss kam die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA). Daraufhin nahm der HSV seinen Abwehrmann aus dem Spieltags-Kader, begründete dies mit „privaten Gründen“. Der DFB, der wie die Staatsanwaltschaft Hamburg Ermittlungen aufnahm, wird den Abwehrmann so oder so in den kommenden Tagen erstmal sperren.


MOPO

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Vuskovic hat mittlerweile die Eröffnung der B-Probe beantragt und bestreitet vehement, jemals wissentlich EPO eingenommen zu haben. Doch die Schreckens-Szenarien, die sich zusammenbrauen, sind heftig. Die Regelstrafe für Doping-Delikte beträgt vier Jahre. Wird kein Verschulden nachgewiesen, kann die Strafe reduziert werden. Alles in allem katastrophale Aussichten.

Umso verzweifelter und hartnäckiger ist nun der Kampf, den Vuskovic führen will. Wie die MOPO aus seinem Umfeld erfuhr, soll er geschockt und vor allem ratlos sein, wie es zu dem Befund kommen konnte. Das versicherte Vuskovic auch HSV-Vorstand Jonas Boldt und Vertretern des kroatischen Verbandes, für deren U21 er spielt. Vuskovic beteuerte, nicht einmal zu wissen, was EPO eigentlich sei. Alle Seiten sicherten ihm vollständige Unterstützung zu.

Weitere Doping-Proben bei Vuskovic waren negativ

Dazu kommt: Nach MOPO-Informationen soll Vuskovic seit Mitte September noch zwei weitere Male nach dem Training getestet worden sein. Die Befunde waren jeweils negativ.

Wie aber kann der Kroate seine Unschuld bezüglich des ersten Tests beweisen? Möglicherweise durch einen medizinischen Befund. In der Vergangenheit kam es bei Sportlern auch durch Gen-Defekte im Verbund mit der Aufnahme normaler Vitamin-Präparate zu einem erhöhten EPO-Wert. Körperliche Untersuchungen dieser Art will Vuskovic in den kommenden Tagen durchführen lassen.

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So oder so könnte ihm ein öffentlicher Spießrutenlauf bevorstehen. Schon das, was in den vergangenen Tagen auf das Talent einprasselte, war heftig. Denn nachdem die NADA ihren positiven Befund gemeldet hatte, musste auch die Staatsanwaltschaft Hamburg tätig werden. Am Freitag untersuchten Polizei-Beamte Vuskovic’ Spind im Trainingstrakt des HSV, wurden aber nicht fündig.

Beamte haben Vuskovic‘ Wohnung durchsucht

Damit nicht genug: Wie die MOPO erfuhr, wurden die Beamten auch in Vuskovic’ Wohnung vorstellig und durchsuchten sie. Dabei beschlagnahmten sie auch das Handy und den Laptop des Kroaten. Vuskovic soll dies allerdings ausdrücklich als Chance für seine Entlastung ansehen.

Was bleibt, ist Ratlosigkeit. Der Kroate gilt als intelligenter Kopf, kommt aus gutem Hause. In seinem Umfeld gibt es niemanden, der sich auch nur vorstellen kann, dass der Kicker in kriminelle Machenschaften verwickelt sein könnte. Liiert ist Vuskovic mit einer Juristin. Ein Vorzeige-Profi, auf der Schwelle zum A-Nationalteam. Nun kämpft er um die Fortsetzung seiner Karriere.

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Und der HSV? Kann Vuskovic die Vorwürfe nicht entkräften, wird sich der Verein im Winter defensiv verstärken müssen. Der Abzug der 13 gewonnenen Punkte aus den acht Partien, an denen Vuskovic seit seinem positiven Befund teilnahm, droht dem HSV aber nicht. Das wäre erst der Fall, sollte auch ein zweiter Spieler positiv getestet werden – oder dem Verein eine Mitschuld bewiesen werden können.

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