Tim Leibold will sich gegen Sandhausen einen Zweitliga-Rekord schnappen. Möglich, dass er dann im Sommer zum VfB Stuttgart (hier Philipp Förster/unten) abwandert.
  • Tim Leibold will sich gegen Sandhausen einen Zweitliga-Rekord schnappen. Möglich, dass er dann im Sommer zum VfB Stuttgart (hier Philipp Förster/unten) abwandert.
  • Foto: WITTERS

HSV-Jackpot-Spiel in Stuttgart: Rekord-Quote vom Derby gegen St. Pauli wackelt

Es ist angerichtet. Fußball-Deutschland schaut gebannt auf das Giganten-Duell der Zweiten Liga: Stuttgart gegen den HSV, der Kampf um den Aufstieg. Ein richtungsweisendes Duell einer Saison, die beide Klubs mit der Rückkehr in die Bundesliga krönen wollen. Auf den Sieger wartet womöglich der Jackpot, auf den Verlierer das Tal der Tränen.

Gut möglich, dass am Donnerstag ein Rekord purzelt. In den Münchner Büros von Pay-TV-Sender Sky reiben sie sich schon die Hände, denn dieses Duell hat vor allem eines – überhaupt keine Konkurrenz. Das könnte Folgen haben, durchweg Positive. 773.000 Zuschauer schalteten im vergangenen September ein, als der FC St.Pauli den HSV am Millerntor mit 2:0 besiegte, niemals sahen mehr Fans ein Zweitligaspiel auf Sky. Eine Bestmarke, die nun fallen könnte. Es würde zum Rahmen dieser Partie passen.

Ex-HSV-Sportvorstand Becker sieht den HSV im Vorteil

Auch Ralf Becker wird sich den Kick vorm TV reinziehen. „Ein wenig ist das ja mein Duell“, sagte der 49-Jährige der MOPO. Kann man so sehen. Von 2011 bis 2016 war der Schwabe als Chefscout und Leiter der Abteilung beim VfB tätig, von Sommer 2018 bis Mai 2019 dann Sportvorstand des HSV. Klar, dass Becker beide Vereine aufmerksam verfolgt. Vor dem direkten Duell sagt er: „In Stuttgart ist nach den zwei Auftaktpleiten nach der Corona-Pause noch mehr Druck. Das könnte dem HSV in die Karten spielen.“

Das mit dem Druck ist so eine Sache. Becker kennt die Situation beider Vereine aus eigener Erfahrung. Beide wollen hoch. Unbedingt. Auch, weil ein Aufstieg alle Planungen vereinfachen würde. Gelingt der Sprung, würde das Mehreinnahmen von 30 bis 45 Millionen Euro bedeuten. Keine Peanuts also, sondern ein mächtiger Betrag.

Becker: Darum kann das vergangene Jahr dem HSV nun helfen

„Diese Situation hatten wir im Vorjahr mit dem HSV auch und haben es dann leider nicht geschafft“, erinnert sich Becker. „Aber auch das könnte ein leichter Vorteil für den HSV sein. Sie haben noch einige Spieler dabei, die vielleicht wissen, woran es gelegen hat. Wenn sie daraus gelernt haben und diese Erfahrungen jetzt einbringen, könnte das im Aufstiegskampf mitentscheidend sein.“

Stuttgart gegen den HSV. Vieles spricht dafür, dass es – wenn überhaupt – nur einer der Giganten auf direktem Wege schaffen kann. Spitzenreiter Bielefeld gab sich bislang keine Blöße. Bleibt es dabei, ist ein Aufstiegsplatz fest belegt.

Hecking ließ vorm HSV-Abschlusstraining alles abriegeln

Den Zweiten will sich der HSV schnappen. Und Dieter Hecking überlässt nichts dem Zufall. Das Abschlusstraining vor der Abreise ins Schwabenland verlegte er am Mittwoch ins abgeriegelte Volksparkstadion. Auch, weil Gerüchte die Runde machten, der VfB habe einen Scout nach Hamburg geschickt, der dem Kontrahenten nochmal genau auf die Füße schauen sollte.

Nun gilt es. Für Becker, der in den kommenden Monaten seinen Wohnsitz in Hamburg auflöst und mit der Familie zurück in den Stuttgarter Raum zieht, ein Wegweiser – mehr aber noch nicht: „Es steigt mit diesem Spiel noch keiner auf, es folgen noch sechs.“

Aber: Mit einem Erfolg im ersten Jackpot-Endspiel könnte der HSV dem VfB um vier Punkte enteilen. Dann wäre die Bundesliga zum Greifen nahe.

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