Ein Tor wie ein Gemälde: Marcelo Díaz Treffer aus Karlsruhe wurde zum schönsten HSV-Freistoßtreffer der Geschichte gewählt.
  • Ein Tor wie ein Gemälde: Marcelo Díaz Treffer aus Karlsruhe wurde zum schönsten HSV-Freistoßtreffer der Geschichte gewählt.
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HSV-Fans haben gewählt: Das ist der schönste Freistoß der Klub-Geschichte!

Er erfuhr während des Frühstücks von seinem Triumph, so kann ein Tag beginnen. In Buenos Aires, knapp 12.000 Kilometer von Hamburg entfernt, genoss Marcelo Díaz bei Kaffee und Vollkornbrot die Bestätigung, die ihm fast fünf Jahre nach seinem Husarenstreich erneut zu Teil wurde: Der Chilene ist Hamburgs Freistoß-König – das ist das Resultat einer Challenge, die der Verein über mehrere Wochen durchführte. Am Ende entschieden sich die Fans klar für Díaz‘ Retter-Tor aus dem Sommer 2015 in Karlsruhe.

Díaz und sein legendäres Tor aus der Nachspielzeit zum 1:1. Im Viertelfinale hatte er sich bei der virtuellen Challenge gegen Harald Spörls Freistoßtreffer gegen die Bayern (1996) durchgesetzt, im Halbfinale siegte er gegen Rafael van der Vaarts Kunstschuss gegen Bielefeld (2005). Im Endspiel triumphierte Díaz dann auch gegen Mladen Petric fulminanten Treffer aus dem Europa-League-Halbfinale 2010 beim FC Fulham.

Marcelo Díaz feiert sein Freistoß-Tor für den HSV in der Relegation 2015 in Karlsruhe.

Unbändiger Jubel: Díaz (l.) und seine Kollegen feiern das 1:1 in Karlsruhe, siegten dann in der Verlängerung 2:1.

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dpa

HSV-Retter Díaz wusste: „Morgen werde ich Hamburg vor dem Abstieg retten“

Für den 33 Jahre alten Chilenen, der mittlerweile beim Racing Club in Argentinien spielt, Grund genug, in Erinnerungen zu schwelgen. Noch während der Challenge ließ er seinen Gedanken bei Instagram freien Lauf. Schon einen Tag vor der Partie habe er gewusst: „Morgen werde ich Hamburg vor dem Abstieg retten! Ich war bei mir zu Hause und habe tief in meinem Wesen etwas gefühlt.“

Mladen Petric

Platz zwei der HSV-Freistoß-Challenge ging an Mladen Petric‘ Hammer zur 1:0-Führung beim FC Fulham. Bitter: Am Ende verlor der HSV im Frühjahr 2010 mit 1:2, verpasste das Finale der Europa League im Volkspark.

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Nach dem 1:1 aus dem Hinspiel war der Druck auf den HSV riesig. Díaz erinnert sich: „Wildparkstadion ist der Name des Stadions, in dem wir kurz davor waren, im Staub zu versinken. Es lief die 90. Minute, es stand 1:0 und wir waren praktisch abgestiegen. Dann gab es einen Freistoß, ziemlich nah am Tor. Rafael van der Vaart war üblicherweise dafür verantwortlich aber ich hatte so viel Vertrauen in das, was ich am Tag zuvor gespürt hatte, dass ich den Ball trat. Er schlug im Winkel ein!“ Das 1:1. In der Verlängerung siegte der HSV dann mit 2:1, hielt die Klasse.

Díaz‘ Freistoß ist für die HSV-Fans ein Heldenstück

Momente, die Díaz niemals vergessen wird. „Die Feier war unvergesslich“, schrieb er. „Ich rannte mit den Kräften, die ich noch hatte, bis zu der Ecke, wo sich unsere Fans befanden. Ich erinnere mich daran, dass die Polizei Menschen umzingelte, um mögliche Vorfälle zu verhindern. Dann habe ich meine Augen für einen Moment geschlossen und verstand alles: Wir hatten gerade etwas Episches erreicht, das nie aus der Geschichte gelöscht werden würde.“

Große Worte über ein großes Tor, das sich am 1. Juni zum fünften Mal jährt – und für die HSV-Fans der größte Freistoß-Moment aller Zeiten ist.

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