• Hakan Sükür galt in der Türkei als Fußball-Legende, wurde wegen seiner politischen Ansichten allerdings zur Flucht in die USA gedrängt.
  • Foto: Getty Images for Golden Foot

Harte Worte: Türkei-Legende: „Empfehle Özil und Gündogan, in die AKP einzutreten”

San Francisco –

Er wurde in der Türkei zum Helden und spätestens nach Platz drei bei der WM 2002 zur Sport-Legende. Doch nach Ende seiner erfolgreichen Karriere als Spieler ging es für Hakan Sükur (48) steil bergab, inzwischen gilt er als Staatsfeind und lebt mittellos in den USA.

Als scharfer Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan (65) hat sich der frühere Nationalstürmer (112 Länderspiele) in der Türkei ins Abseits manövriert. In den USA arbeitete er zunächst in einem Café, später als Fahrer für Uber. Eine Rückkehr in seine Heimat ist für den türkischen Rekordtorschützen ausgeschlossen.

Hakan Sükür wurde zur Fahndung ausgeschrieben

Hintergrund: Sükür war nach seiner Karriere als Politiker aktiv und zog ins Parlament ein. Als er allerdings aus der Regierungspartei AKP ausgetreten ist, ließ ihn Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan (65) wegen Präsidentenbeleidigung anklagen und nach dem gescheiterten Putschversuch zur Verhaftung ausschreiben. Ihm werden Kontakte zur Gülen-Bewegung nachgesagt.

Der Regierung wirft er in einem„Bild“-Interview vor: „Sie versuchen, uns vergessen zu machen. Sie wollen uns auslöschen.“ Sükür sieht sich als „Feind der Regierung, nicht des Staats und nicht der türkischen Nation“. Verbindungen zur Gülen-Bewegung streitet er ab: „Ich bin kein Gülenist. Ich habe nur Dinge getan, die in meinem Land legal sind, und zwar in aller Öffentlichkeit.“

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Er möchte nicht in die Türkei zurückkehren

Obwohl Sükür in der Türkei nach eigenen Angaben ein Vermögen von mehreren Millionen Dollar besitzt, lebt er in den USA auf kleinem Fuß. Seine Konten wurden gepfändet, potenzielle Mieter seiner Immobilien werden bedroht. „Alles, was ich hatte, wurde jetzt konfisziert“, klagt Sükür.

Unverständnis zeigt er deshalb auch für die Fotos von Ilkay Gündogan (29) und Mesut Özil (31), die sich vor der WM 2018 mit Präsident Erdogan hatten ablichten lassen (hier lesen Sie mehr).

Özil und Erdogan

Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei, hält zusammen mit Fußballspieler Mesut Özil vom englischen Premier League Verein FC Arsenal, ein Trikot von Özil. Das Foto sorgte für viel Wirbel.

Foto:

dpa

„Das Foto finde ich nicht toll, die sollten das Land ehren, für das sie spielen“, fordert Sükür und gibt beiden einen Rat: „Ich würde Mesut und Ilkay empfehlen, auch in die AKP einzutreten. Dann werden sie erkennen, was diese Partei wirklich ist.“ 

Hakan Sükür wurde die Mitgliedschaft bei Galatasaray Istanbul entzogen

Sükür war als Spieler unter anderem für Galatasaray Istanbul aktiv und wurde mit dem Klub acht Mal türkischer Meister. Letztes Jahr wurde er allerdings aus dem Verein ausgeschlossen, seine Mitgliedschaft wurde ihm entzogen. (bc)

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