Barclays Arena HSV Handball gegen Göppingen
  • Zum ersten Bundesligaspiel des HSVH gegen Göppingen am 8. September waren nur 3000 Zuschauer in die Barclays Arena zugelassen.
  • Foto: WITTERS

Keine Corona-Hilfen – wegen Aufstieg! HSV Hamburg klagt

Es ist eine verrückte Geschichte, fast schon absurd und kurios – doch für den Handball Sport Verein Hamburg ist sie alles andere als witzig, nämlich ein massives Problem. Der sportliche Erfolg wird dem Verein beim Thema staatliche Corona-Hilfen finanziell zum Verhängnis. Der Bund weigert sich, dem HSVH die beantragten 670.000 Euro auszuzahlen – weil die Hamburger den Aufstieg in die Bundesliga geschafft haben! Der Klub will klagen.

Eine gute Woche vor dem Start in die neue Spielzeit bereitet sich nicht nur die Mannschaft auf den Kracher-Start in eigener Halle gegen Titelkandidat SG Flensburg vor (1. September), sondern auch der Verein auf eine juristische Auseinandersetzung.

Der Bund zahlt dem HSVH 670.000 Euro nicht

Für die kommende Saison peilt der HSVH eine Erhöhung des Etats auf sechs Millionen Euro an. Dazu fehlen nach Vereinsangaben noch zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Zwar gäbe es starke Zuwächse beim Sponsoring von 30 Prozent, aber dem stellt der Verein einen „Verlust von 670.000 Euro Corona-Hilfe“ entgegen, wie es Geschäftsführer Sebastian Frecke beim Pressetermin vor dem Saisonstart formulierte.


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Diese Summe, für einen Handball-Bundesligisten sehr viel Geld, hatte der HSVH für den Zeitraum 31. Juli bis 31. Dezember 2021 als Verlust und Mindereinnahmen (u.a. durch die massiven Zuschauerbeschränkungen) errechnet und beim Bund eine Zahlung in entsprechender Höhe beantragt, die den Vereinen zustehen. Doch das zuständige Bundesverwaltungsamt in Köln wies den Antrag der Hamburger ab, verwies auf eine Richtlinie im Nothilfe-Plan des für den Sport zuständigen Bundesinnenministeriums.

HSVH hat kein Verständnis für Nothilfe-Richtlinie

„In der Richtline des Innenministeriums steht, dass Aufsteiger nicht berücksichtigt werden“, berichtet Frecke. Eine Einschränkung, für die der HSVH keinerlei Verständnis hat.

Hintergrund: Das Ministerium begründet die Regelung damit, dass es nach einem Aufstieg und wirtschaftlich veränderten Rahmenbedingungen in der höheren Liga keine eindeutigen Vergleichszahlen zum maßgeblichen Zeitraum 2019 gibt. Wie auch? Da war der HSVH Zweitligist. „Die Berechnung ist natürlich schwierig und komplex, aber das darf doch nicht dazu führen, dass man als Aufsteiger leer ausgeht“, kritisiert Frecke. Das sei ein Fehler im System.

Sebastian Frecke sieht „Ungleichbehandlung“

Der Verein fühlt sich durch die Richtlinie massiv benachteiligt. „Wir sehen da eine Ungleichbehandlung und dadurch auch eine Wettbewerbsverzerrung, weil wir der einzige Bundesligist sind, der die Hilfe nicht geltend machen konnte“, so Frecke. Krass ausgedrückt: Der HSVH wird für seinen großen sportlichen Erfolg, den Aufstieg, finanziell bestraft.

Das will der Verein nicht auf sich sitzen lassen, bereitet derzeit eine Klage vor, um die Summe juristisch einzufordern, „die uns unserer Meinung nach zusteht“, so Frecke. Präsident Marc Evermann sagt: „Eine Klage macht durchaus Sinn, aber der Ausgang ist völlig offen.“

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Das Ausbleiben der Summe hat massiv Einfluss auf die Planungen, auch die sportlichen. So möchte – und müsste – der HSVH eigentlich noch einen Rückraumspieler verpflichten. „Im Moment ist kein finanzieller Spielraum“, stellt Evermann klar. Dennoch ist der Präsident überzeugt, dass „wir mit einer Mannschaft in die Saison starten, die qualitativ stärker ist als letztes Jahr“. Mit der Corona-Hilfe hätte sie noch stärker sein können.

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