Juri Knorr schaut mit den Rhein-Neckar Löwen bei Hamburgs Handballern vorbei.
  • Juri Knorr schaut mit den Rhein-Neckar Löwen bei Hamburgs Handballern vorbei.
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Juri Knorr: Sein Handball-Feuer entbrannte in Hamburg

Er ist der Shootingstar im deutschen Handball. 21 Jahre jung, hochtalentiert, Spielmacher-Juwel und einer der großen Hoffnungsträger im Nationalteam. Seit dieser Saison läuft Juri Knorr für den zweimaligen Meister Rhein-Neckar Löwen auf, die am Sonntag bei Aufsteiger HSV Hamburg gastieren. Für Knorr ist es ein ganz besonderes Spiel. In der Arena im Volkspark träumte er als Kind seinen Handballtraum, den er jetzt lebt.

Bilder kehren in diesen Tagen zurück, vor dem inneren Auge. Knorr, wie er den Ball mit unbändiger Wucht in die Maschen wirft, Tausende Fans in der riesigen Halle jubeln und ein kleiner Junge mit leuchtenden Augen auf der Tribüne sitzt, stolz. Der Knorr, der Tore wirft, heißt Thomas. Der Junge heißt Juri. Es ist sein Sohn. Rund 15 Jahre später wird der Junior auf dem Parkett dieser Halle wirbeln, die jetzt Barclays Arena heißt, und der Vater auf der Tribüne sitzen, stolz. Rollentausch. Next Generation.

Handball: Juri Knorr kehrt in die Halle zurück, in der er seinen Vater spielen sah

„Es ist etwas Besonderes für mich, in der Halle zu spielen, in der ich als Kind meinen Vater habe spielen sehen und mitgefiebert habe“, sagt Juri Knorr vor dem Spiel am Sonntag im Gespräch mit der MOPO. „Das sind schöne Erinnerungen.“

Von 2002 bis 2007 spielte Thomas Knorr für den damaligen HSV Handball, der neu war in der Stadt. Der Junior war regelmäßig live dabei, wuchs quasi mit. „Damals war ich noch so ein Knilch“, erzählt Juri lachend. „Natürlich hatte ich da den Traum, eines Tages wie mein Papa in so einer großen Halle vor vielen Leuten zu spielen.“ 

Hamburger Handballer empfangen Rhein-Neckar Löwen mit Knorr junior

Die Arena war ein wichtiger Ort für seine Karriere. „Man kann schon sagen, dass da der Grundstein gelegt wurde“, sagt Knorr junior. Nun tatsächlich als Bundesligaspieler an diesen Schauplatz zurückzukehren, bedeutet dem ehrgeizigen Modellathleten viel. „Ich freue mich extrem darauf.“

Der junge Juri Knorr (r.) 2004 mit den Eltern Franziska und Thomas und Schwesterchen Vibe
Der junge Juri Knorr (r.) 2004 mit den Eltern Franziska und Thomas und Schwesterchen Vibe

Aus einem Wechsel zum neuen HSV Hamburg ist nie etwas geworden, obwohl der aufstrebende Klub in den vergangenen Jahren Interesse an dem Toptalent hatte, „aber meines Wissens ist das nie konkret geworden“, sagt Knorr, der in enger Absprache mit seinem Vater („mein wichtigster Ratgeber“) einen anderen Weg wählte.

Rückkehr nach Hamburg: Juri Knorr war auch ein Fußball-Talent beim HSV

Ganz konkret war dagegen einst die Option bei den Fußballern des HSV, wo er zwei Jahre in der Jugend kickte. Knorr war auch mit dem Fuß ein vielversprechendes Talent. „Es gab dann die Möglichkeit, dort aufs Internat zu gehen“, erzählt er, „aber Handball hat mir einfach viel mehr Spaß gemacht und im Fußball herrschte schon in dieser jungen Altersklasse sehr viel Druck und Aufgeregtheit. Das hat mir nicht gefallen.“

Das erfolgreiche Konzept des neuen Handball-HSV, auf junge Spieler zu setzen und sie zu entwickeln, hätte dagegen „grundsätzlich gepasst“, sagt Knorr und fügt schmunzelnd an: „Der Weg, den ich eingeschlagen habe, war ja auch nicht so schlecht.“

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Allerdings! Vom Drittliga-Aufsteiger HSG Ostsee über den Nachwuchs des FC Barcelona zu GWD Minden, in die Nationalmannschaft und zu den Löwen. Sein oberstes Ziel: „Ich möchte besser werden.“ Ein Ende seiner Entwicklung ist nicht abzusehen. Aber der Anfang, der Ort, an dem bei Juri Knorr das Handball-Feuer entbrannte – der steht gut sichtbar im Hamburger Volkspark.

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