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Hamburgs Trainer Torsten Jansen schaut fassungslos
  • Fassungslos: Hamburgs Trainer Torsten Jansen nach der Niederlage in letzter Sekunde.
  • Foto: IMAGO/Maximilian Koch

„Dumm! Blackout!“ Hamburgs Handballer kassieren unmögliche Niederlage

Es war ein brutaler Tiefschlag für Hamburgs Handballer – der nächste. In letzter Sekunde, mit dem letzten Wurf der Partie hat der HSVH beim Bergischen HC noch mit 28:29 (14:16) verloren, verspielte in den Schlussminuten eine 28:25-Führung. Riesen-Frust nach der Schlusssirene.

Fassungslos standen die Spieler aus Hamburg nach der Schlusssirene auf dem Parkett, während die Gastgeber wilde Freudentänze aufführten und das Publikum in der Halle in Wuppertal „Oh, wie ist das schön!“, sang. Die Perspektive der Gästemannschaft: Oh, wie grausam.

HSV Hamburg wirft Sieg beim Bergischen HC weg

„Das tut echt weh“, sagte Rechtsaußen Frederik Bo Andersen, mit acht Toren bester Schütze des HSVH nach der Partie. „Was in den letzten Minuten passiert ist, müssen wir nochmal angucken.“

Sie konnten es selbst kaum glauben, dass sie das Spiel nach einer zwischenzeitlichen starken Aufholjagd und besten Chancen auf den Sieg noch aus der Hand gegeben hatten.

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„Die letzten drei Minuten sind natürlich eine Katastrophe“, kritisierte Trainer Torsten Jansen. „Das spielen wir mit zu wenig Überzeugung.“ Er monierte zu schnelle und schlecht vorbereitete Torabschlüsse, darunter einen unerklärlichen und verunglückten Heber von Abwehr-Riese Azat Valiullin, der auf dem Tornetz landete. „Völliges Blackout anscheinend. Dass man noch nicht mal einen Punkt hat, ist natürlich krass.“

„Katastrophe“ und „Blackout“: Torsten Jansen bedient

Seine Mannschaft hatte sich schwergetan in der Anfangsphase der Partie, früh mit 1:5 (7.) zurückgelegen und in der ersten Halbzeit immer einem Rückstand hinterhergehechelt. Einer der Gründe dafür war die schlechte Chancenverwertung. Gerade mal die Hälfte der Hamburger Würfe (54 Prozent) landete im Tor, während es der BHC deutlich besser machte (76 Prozent).

„Wir haben ein Spiel, bei dem wir nicht auf höchstem Niveau sind und trotzdem nur mit zwei Toren zurückliegen“, sagte HSVH-Keeper Johannes Bitter im Halbzeit-Interview bei „Dyn“ und fügte an: „Wir müssen dranbleiben und hoffen, dass wir es dann irgendwie umschubsen können.“ Die Partie drehen.

HSVH dreht in der zweiten Halbzeit zunächst das Spiel

Das gelang tatsächlich. Die Hamburger gerieten zunächst 14:18 in Rückstand (32.), legten dann aber einen furiosen 7:0-Tore-Lauf aufs Parkett und führten plötzlich mit 21:18 (39.). Die Gastgeber, die in dieser Phase Fehler über Fehler produzierten, waren geschockt. Auch Bitter, der in der ersten Halbzeit kaum einen Ball zu fassen bekommen hatte, lief jetzt heiß und lieferte wichtige Paraden, sodass seine Mannschaft den Vorsprung halten konnte.

Gute drei Minuten vor dem Ende sah der HSVH beim Stand von 28:25 wie der Sieger aus, doch dann flatterten plötzlich die Nerven. Die Hamburger schlossen ihre Angriffe zu früh ab, nahmen sich Würfe aus schlechten Positionen und scheiterten am starken BHC-Schlussmann Peter Johannesson, der mit 16 Paraden das Torhüter-Duell mit Bitter (10) klar gewann.

Niklas Weller: „Dumm in den letzten drei Minuten“

Eine Minute vor Schluss konnte der BHC zum 28:28 ausgleichen und bekam nach Valiullins Heber-Lapsus sogar nochmal den Ball, den Mads Kjeldgaard Andersen bei 59 Minuten und 59 Sekunden in die Maschen des Gäste-Tores und mitten ins Hamburger Herz feuerte.

„Bitterer kann man nicht verlieren in der letzten Sekunde“, resümierte Kapitän Niklas Weller. „Vor allem, wenn man vorher klar die Chance hatte, das Spiel zu gewinnen und es selbst aus der Hand gibt. Wir sind einfach ehrlich gesagt – und man muss es so hart sagen – ziemlich dumm in den letzten drei Minuten.“

Schon wieder. Bereits im letzten Heimspiel gegen Hannover (28:30) hatte der HSVH mit Fehlwürfen und Fehlentscheidungen in der entscheidenden Endphase des Spiels leichtfertig und unnötig die Punkte hergeschenkt. Die Wiederholung macht es schlimmer. Darüber muss und wird zu reden sein.

Tore HSVH: Andersen (8), Mortensen (5/1), Tissier (4), Valiullin (4), Lassen (4), Magaard (2), Weller (1)

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