HSV Hamburg Handball Azat Valiullin Füchse Berlin
  • Festgemacht: Hamburgs Rückraum-Riese Azat Valiullin (r.) wird vom Berliner Fabian Wiede gestoppt.
  • Foto: Imago

Berlin ohne Zehn, Hamburg ohne Zähne! Bittere Pleite für HSVH nach Corona-Hickhack

Auch dezimierte Füchse waren noch zu stark. Die Berliner spielten zwar ohne zehn Spieler, aber Hamburgs Handballer waren nicht bei 100 Prozent und so kassierte der Aufsteiger am Ende einer turbulenten Woche beim Tabellendritten der Bundesliga eine bittere 30:34 (15:17)-Niederlage. Überragender Berliner war ein Ex-Hamburger.

Das tagelange Hickhack um die Austragung der Partie in der Schmeling-Halle schien den HSVH mehr verunsichert zu haben als die Füchse, die ohne sieben corona-infizierte und drei verletzte Profis hatten antreten müssen, nachdem die Liga eine Verlegung abgelehnt hatte.

„Da war viel Brimborium. Wir haben uns davon anscheinend zu sehr beeinflussen lassen“, meinte Hamburgs Kapitän Lukas Ossenkopp, betonte aber: „Das liegt an uns.“ Leif Tissier ergänzte: „Wir müssen ein besseres Spiel zeigen.“

HSV Hamburg nach Corona-Wirbel bei den Füchsen Berlin verunsichert

Während die Berliner mit einer leidenschaftlichen Jetzt-erst-recht-Mentalität zu Werke gingen, mangelte es den Gästen an Feuer und Fokus. In der Abwehr fehlte der nötige Zugriff und im Angriff leisteten sie sich zahlreiche Ballverluste, die die Füchse eiskalt bestraften.

„Was soll der Scheiß?!”, entfuhr es HSVH-Trainer Torsten Jansen während einer Auszeit. 59 Minuten lang lagen die Füchse in Führung, im zweiten Durchgang deutlich. Ohne die 13 Paraden des starken Johannes Bitter im HSVH-Tor wäre die Niederlage noch höher ausgefallen.

Handball-Bundesliga: Hans Lindberg stellt gegen Hamburg Siebenmeter-Rekord ein

Überragend auf Seiten der Berliner, die trotz der Ausfälle eine starke erste Sieben auf der Platte hatten, war der frühere HSV-Spieler Hans Lindberg, der elf Treffer erzielte, davon acht per Siebenmeter. Der letzte war sein 1224. verwandelter Strafwurf in der Bundesliga, damit stellte Lindberg den Allzeit-Rekord von Lars Christiansen ein.

Heimlicher Held der Füchse war aber Thomas Oehlrich (37). Der frühere Abwehrspezialist des DHfK Leipzig, der in dieser Saison für Oberligist Concordia Delitzsch spielt, war erst am Freitag verpflichtet worden und hatte vor dem Spiel gegen den HSVH nach eigener Aussage keine einziges Training mit den Füchsen absolviert.

Ohne Training! Irres Füchse-Debüt von Thomas Oehlrich

Als Berlins Sportchef Stefan Kretzschmar anrief, um zu fragen, ob er aushelfen könne, habe er gerade mit der Familie Karten gespielt, verriet Oehlrich grinsend. Sein Bundesliga-Comeback mit Sieg sei „einfach nur geil“.

STATISTIK, Tore HSVH: Mortensen (5/4), Bauer (5), Forstbauer (5), Tissier (4), Valiullin (3), Schimmelbauer (2), Bergemann (2), Wullenweber (2), Andersen (2); Zeitstrafen: 7:5

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