• Wu Lei feiert seinen Treffer zum 2:2 gegen den FC Barcelona, die Barça-Stars Arturo Vidal und Jordi Alba reagieren konsterniert.
  • Foto: AFP

Gefeierter Held gegen Barça: China-Star knipst und entfacht ungeahnte Fußball-Euphorie

Barcelona –

So werden neue Helden geboren!

Während seine Teamkollegen und die Zuschauer im RCDE-Stadion ekstatisch jubelten, konnte Lei Wu (28) die Bedeutung seines Treffers noch gar nicht richtig begreifen. Doch mit seinem späten Tor zum 2:2-Ausgleich im Stadtderby gegen den FC Barcelona am Samstagabend hat Chinas derzeit wohl bekanntester Spieler eine neue Euphorie für den Fußball in seiner Heimat entfacht.

Lei Wu trifft gegen FC Barcelona und sorgt in China für Euphorie

Über Nacht wurde Wu in China zum gefeierten Helden. „Wu hat durch seine Tat eine Welle der Begeisterung in China ausgelöst“, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der staatliche Sender CGTN sprach von einem „neuen Kapitel“ für Chinas Fußball.

Vor einem Jahr war der Angreifer für zwei Millionen Euro von Shanghai IPG nach Spanien gewechselt, stand seitdem in 44 Spielen für Espanyol auf dem Platz. Ein derart großer Moment wie der Treffer gegen die Barça-Stars um Lionel Messi (32) war ihm bislang aber nicht gelungen.

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Lei Wu macht Espanyol Barcelona auch in China bekannt

Dabei ist Wu in China als Fußballbotschafter schon seit längerer Zeit als Alleinunterhalter unterwegs. Er ist der einzige chinesische Nationalspieler, der in einer der europäischen Topligen aktiv ist. Und seit seinem Wechsel nach Spanien werden im chinesischen Fernsehen nicht mehr nur die Spiele von Real Madrid und dem FC Barcelona verfolgt, sondern auch die von Espanyol.

Der kleinere Klub in Barcelona verpflichtete Wu zwar nicht bloß als Marketing-Gag, doch die positiven Begleiterscheinungen spielten ebenfalls eine Rolle. In China verkauft der Klub inzwischen doppelt so viele Trikots wie in Spanien, auch die Zahl der Follower in den sozialen Netzwerken explodierte. Bei Heimspielen sind zudem regelmäßig Fans aus China zu finden.

Ein Anhänger war auch gegen Barça dabei, filmte Wus Tor nahe der Eckfahne und sorgte mit dem Video für Begeisterung bei Twitter. Mit dem Treffer zum Remis gegen den Stadtrivalen, das Schlusslicht Espanyol zum Abschluss der Hinrunde im Abstiegskampf zumindest einen wichtigen Punkt rettete, dürften sich diese Tendenzen noch einmal potenzieren.

Lob für Lei Wu auch von Chinas Nationaltrainer Li Tie

Auch der neue chinesische Nationaltrainer Li Tie (42) äußerte sich voll des Lobes über Wu: „Er ist auf unserem Weg zur Weltmeisterschaft 2002 in Katar ein sehr wichtiger Spieler. Sein Tor bringt dem chinesischen Fußball große Ehre.“

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Die einzige WM-Teilnahme Chinas datiert aus dem Jahre 2002, seinerzeit schied das Team aus dem Reich der Mitte mit Li als Mittelfeldspieler ohne Punkt und Tor in der Vorrunde aus.

In der laufenden WM-Qualifikation liegt China in der zweiten von vier Runden zwar noch aussichtsreich auf Kurs, stellte dennoch bereits seine großen Schwächen unter Beweis und kann nicht mit dem enteilten Tabellenführer Syrien mithalten.

Wus Leistungen in Spanien sorgen zwar für neue Hoffnungen im Reich der Mitte, ob diese aber nicht schon bald den nächsten Dämpfer erhalten, zeigen die kommenden Länderspiele in den nächsten Monaten. (bc/sid)

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