Anfang
  • Ilia Gruev bedauert den Abschied von Markus Anfang.
  • Foto: WITTERS

„Ein Schock!“ So haben Werder-Profis die Anfang-Affäre erlebt

Nachdem vergangene Woche der Verdacht aufkam, Markus Anfang habe seinen Impfpass gefälscht, trat dieser am Samstag von seinem Trainerposten bei Werder Bremen zurück – nur wenige Stunden vor der wichtigen Partie gegen Schalke 04. Zum ersten Mal haben sich nun Spieler des Nordklubs zu dem Thema geäußert.

Zwar halten sich alle Personen im unmittelbaren Umfeld Anfangs noch bedeckt und bewerten die Situation vor einer abschließenden Aufklärung des Falls nicht, doch Mittelfeldspieler Ilia Gruev schilderte erstmals die Ereignisse an den turbulenten Tagen und wie die Mannschaft vom Rüchtritt ihres Trainers erfahren hat.

Markus Anfang und Florian Junge informierten die Bremen-Spieler beim Frühstück

Beim gemeinsamen Frühstück des Teams am Samstagmorgen seien Anfang und sein Co-Trainer Florian Junge zu den Spielern gekommen und „haben uns mitgeteilt, dass sie nicht länger Trainer von Werder Bremen sind“, berichtet der 21-Jährige. Die Situation sei sehr emotional gewesen. „Dann hat Frank Baumann noch zwei, drei Worte gesagt, damit war es dann durch.“

Das Thema des Impfpass‘ sei nicht angesprochen worden. „Er hat sich nur verabschiedet und bedankt und dazu nichts gesagt“, erklärt Gruev. Nachgefragt habe bis heute kein Mitglied der Mannschaft, da die Situation von anderen überblickt werde und alles „Schlag auf Schlag“ gehe.

Nach Danijel Zenkovics Corona-Erkrankung übernimmt Christian Brand

Trotz der Vorwürfe gegen Anfang – die sich immer weiter verhärten – möchte Gruev nicht vergessen, was er dem Trainer zu verdanken hat, der ihn als jungen Profi zum Stammspieler machte. Zwischen den Bereichen wolle er klar trennen. „Auf jeden Fall bin ich ihm extrem dankbar, und das wird auch so bleiben. Das sind zwei verschiedene Sachen.“ Er persönlich sei enttäuscht vom Angang des Coaches, sei sich aber bewusst, dass auch ein Trainerwechsel zum Fußball-Geschäft gehöre. „Wir haben einen guten Trainer verloren, das muss man so sagen“, resümierte er.


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Nachdem sich Interimstrainer Danijel Zenkovic aufgrund einer Corona-Infektion in Quarantäne begeben musste, hat nun U19-Coach Christian Brand das Team vorübergehend übernommen. Mit dieser Entscheidung zeigte sich Gruev zufrieden. Er kenne ihn bereits aus seiner Zeit in der Bremer Jugend und habe nach wie vor ein gutes Verhältnis zu ihm. Außerdem mache Brand mit dem gleichen System weiter wie Anfang. „Es sind keine Riesenveränderungen. Es tut der Mannschaft gut, dass nicht von heute auf morgen alles komplett über den Haufen geschmissen wird.“ Wann genau ein neuer Trainer an der Weser übernimmt, weiß der 21-Jährige nicht.

„Für die Mannschaft ein Schock“: Marco Friedl meldet sich aus Quarantäne

Nun wollen die Bremen-Profis sich erst einmal „komplett fokussieren und alles beiseite legen, egal, wie schwer das ist.“ Durch einen Erfolg gegen den kommenden Gegner aus Kiel versuchten sie, die Lage etwas zu beruhigen. „Wir sind Profis, wir müssen das schaffen! Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg – und das wird man in Kiel auch sehen.“

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Auch Marco Friedl, nach dessen Corona-Infektion die Ungereimtheiten in Anfangs Impfpass überhaupt erst auffielen, meldete sich aus seiner Quarantäne in Österreich zu Wort. Gegenüber der „Bild“ erzählte er: „Als ich in Quarantäne ging, habe ich nicht damit gerechnet, dass am Ende der Trainer weg ist. Samstagfrüh und vor dem Spiel war es für die Mannschaft ein Schock. Es war absolutes Neuland, so etwas gab es noch nie. Wir haben einen guten Trainer verloren.“ Persönlich gesprochen habe er mit Anfang noch nicht, wolle aber „erst mal Ruhe reinkommen lassen“ und das dann nachholen.

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