Frank Baumann
  • Frank Baumann stand bei den Werder-Fans stark in der Kritik.
  • Foto: IMAGO/Eibner

Werder-Boss: Nur Dortmund gegen Schalke reicht an Derby gegen HSV heran

Nein, wirklich feiern lassen will sich Frank Baumann für den Treffer auch zwölf Jahre später nicht. „Für das Tor konnte ich ja nicht ganz so viel, da wurde ich eher angeschossen“, sagte der heutige Geschäftsführer Sport der Grün-Weißen über sein kurioses 3:1 im Halbfinal-Rückspiel des UEFA-Cups 2009 gegen den HSV, das Werder den Weg ins Endspiel ebnete. „Es war ein bisschen Glück dabei, aber es war trotzdem ein besonderer Moment“, sagte der damalige Werder-Kapitän, der von den Bremer Fans danach als Derby-Held bejubelt wurde.

Zwölf Jahre später kommt es am Samstag (20.30 Uhr/Sport 1 und Sky) wieder zu einem Nordderby. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die beiden Erzrivalen treffen erstmals nur noch in der Zweiten Liga aufeinander und Baumann ist weit davon entfernt, von den Bremer Anhängern gefeiert zu werden. Viele sehen in dem 45-Jährigen den Hauptschuldigen am ersten Bremer Abstieg seit 41 Jahren. Nicht nur einmal gab es daher im Weserstadion „Baumann raus“-Rufe.

Werder Bremen: Kritik an Frank Baumann vorerst verstummt

Doch rechtzeitig vor dem brisanten Nordduell hat sich die Stimmung an der Weser ein bisschen gedreht. Dass es Baumann am Ende der Transferperiode gelungen ist, mit Torjäger Marvin Ducksch und Außenbahnspieler Mitchell Weiser noch zwei prominente Namen zu verpflichten, hat die Kritik erst einmal leiser werden lassen. Auf der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung vor rund zwei Wochen kam es daher nicht zur erwarteten Abrechnung der Anhänger mit dem Sportchef. Stattdessen ging die Veranstaltung erstaunlich ruhig und harmonisch über die Bühne.


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„Ich glaube schon, dass es die Mitglieder als gut empfunden haben, dass wir die zwei Jahre sehr genau und selbstkritisch analysiert haben“, sagte Baumann. „Dass wir aber auch einen Weg und eine Strategie aus dieser Krise heraus aufgezeigt haben.“

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Zwar muss sich erst noch zeigen, wie sich die vier neu gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates in den kommenden Monaten in der Personalie Baumann positionieren. Doch Baumann, der nach Ansicht von Finanz-Geschäftsführer Klaus Filbry zu unrecht „viel auf die Fresse bekommen hat“, hat seine Position erst einmal gefestigt und kann sich daher am Samstag voll und ganz auf das HSV-Spiel konzentrieren.

Baumann freut sich aufs Derby gegen den HSV

„Nordderby ist immer etwas besonders, egal in welcher Situation“, sagte Baumann vor dem 109. Liga-Duell der beiden Klubs. „Ich habe ja schon verschiedene Konstellationen erlebt. Zu Beginn meiner Spielerzeit waren beide Klubs eher im Mittelmaß, das Derby hatte aber trotzdem eine hohe Brisanz. Dann haben wir Derbys erlebt, wo es um die Champions League ging, dann welche, wo es eher gegen den Abstieg ging“, erinnerte sich Baumann. „Und auch in der Zweiten Liga hat das Nordderby von der Brisanz nichts verloren“, sagte der Ex-Profi. „An dieses Derby reicht in Deutschland sonst nur noch Dortmund gegen Schalke heran.“ (dpa/tha)

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