Timo Baumgartl-Verletzung schockt Union-Partie
  • Der späte Sieg von Union Berlin wurde von der Verletzung von Timo Baumgartl überschattet.
  • Foto: IMAGO / Contrast

Union-Profi zeitweise bewusstlos – „Es ist schon krass“

Der 1. FC Union Berlin hat einen frühen Verletzungs-Schock verdaut und seine famose Heimserie auf 20 Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Joker Kevin Behrens (88. Minute) sorgte mit seinem späten Tor für den 1:0-Sieg der Eisernen in der Bundesliga.

Behrens, der vor der Saison von Zweitligist SV Sandhausen gekommen war, fühlte sich nach dem Abpfiff „sehr geil, auch weil es mein erstes Tor war. Es ist ein überragendes Gefühl, ein schöner Tag“. 

Bis dahin hatte es für Union gegen die Remis-Experten aus Ostwestfalen am Samstag lange nach einer enttäuschenden Nullnummer zur Einstimmung auf die Partie in der Conference League am Donnerstag gegen Maccabi Haifa ausgesehen. Bielefeld wurde für seine lange passive Spielweise bestraft und wartet nun seit 20 Jahren auf den ersten Sieg im Osten Berlins.

Ganz viel Geduld hatte Union-Trainer Urs Fischer gefordert. Bielefeld stand wie erwartet stur und solide. In diesem Verbund die Lücken zu finden, sollte die Berliner Aufgabe sein. Fischer hatte dafür offensiver aufgestellt und zu Taiwo Awoniyi und dem diesmal hängend agierenden Max Kruse auch Andreas Voglsammer in die Spitze beordert. Der Ex-Armine brachte bei seinem Startelfdebüt seine Wucht ein – ein Tor gegen die früheren Kollegen wollte ihm nicht gelingen.

Union Berlin: Baumgartl nach Zusammenprall zwischenzeitlich bewusstlos

Der Schreckmoment war die Verletzung von Timo Baumgartl (30.). Der Union-Verteidiger musste nach einem Zusammenprall mit Bielefelds Stoßstürmer Fabian Klos mit einer Nackenstütze vom Platz getragen werden und hatte vorübergehend das Bewusstsein verloren. „Er ist wieder ansprechbar und wird im Krankenhaus untersucht“, sagte Klub-Sprecher Christian Arbeit nach dem Abpfiff über das Stadionmikrofon. Klos konnte nach kurzer Behandlungspause weiterspielen. „Es ist schon krass, es hat ordentlich gerummst. Wir drücken ihm die Daumen“, sagte Siegtorschütze Kevin Behrens


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Union Berlin verlor nach dem Seitenwechsel unnötig die zur Maxime erkorene Geduld. Unzufriedenheit mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Marco Fritz kam störend hinzu. Der Spielfluss war jedenfalls weg. Und plötzlich hatte Bielefeld seine guten Chancen. Klos (59.) und Robin Hack (61.) scheiterten aber an Union-Torwart Andreas Luthe, der den Berlinern vor zwei Wochen gegen Augsburg (0:0) einen Punkt gerettet hatte.

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Kruse versuchte jetzt mit Körpersprache positiv auf seine Kollegen einzuwirken. Seine Flanke konnte Trimmel (69.) per Kopfball nicht verwerten. Joker Sheraldo Becker (74.) kam bei einer Hereingabe einen Schritt zu spät, dann sprang ihm in aussichtsreicher Position der Ball vom Fuß (80.). Doch dann schlug Behrens kurz vor Schluss doch noch zu – und belohnte Union für ganz viel Geduld.

Fischer tritt auf die Euphorie-Bremse: „Ziel ist der Klassenerhalt, das gilt auch für diese Spielzeit.“

Nach dem Spiel sichtlich bedient war Bielfeld-Trainer Frank Kramer: „Wir sind natürlich enttäuscht. Wir hätten uns für unseren Aufwand gerne belohnt. Es war ein intensives Spiel, in das wir erstmal reinfinden mussten. In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und hatten die Möglichkeiten. Die haben wir leider liegen gelassen.“

Deutlich glücklicher war sein Gegenüber Urs FIscher, der trotz des späten Sieges den Klassenerhalt als einizges Ziel aussprach: „Von meiner Mannschaft war es über 75 Minuten ein tolles Spiel. Es sind wichtige drei Punkte. Wir sind das dritte Jahr in der Bundesliga. Einen Anspruch zu erheben, uns im vorderen Drittel aufzuhalten, wäre Schwachsinn. Unser Ziel ist der Klassenerhalt, das gilt auch für diese Spielzeit.“ (mp/dpa)

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