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Roberto Firmino und Alisson am Flughafen
  • Der FC Liverpool (hier Roberto Firmino und Alisson) und die anderen englischen Profiklubs sind es gewohnt, im Privatjet zu Auswärtsspielen zu fliegen.
  • Foto: Imago / PA Images

Ist das klimafreundlich? Englische Fußball-Klubs klagen über zu wenige Privatjets

Im Profifußball ist es üblich, zu längeren Auswärtsspielen mit dem Flugzeug zu fliegen. Diese Maßnahme dient vor allem einer besseren Regeneration der Spieler. Viele Teams reisen mit gecharterten Privatjets – doch genau die sind in Großbritannien momentan sehr begehrt. Das führt dazu, dass die englischen Profi-Klubs nun im wahrsten Sinne des Wortes ein Luxusproblem bekommen: Sie finden keine Privatjets mehr.

Wie das Portal „Bloomberg“ berichtet, nutzen viele Unternehmen während der Corona-Pandemie lieber die Privatjets, weil dort die Ansteckungsgefahr weitaus geringer ist als in einem normalen Linienflugzeug. Diese erhöhte Nachfrage führe nun zu einem Engpass bei den Premier-League-Klubs, heißt es.

Premier League: Thomas Tuchel beklagt zu wenige Privatjets

Besonders Chelsea-Trainer Thomas Tuchel beklagte sich über die zusätzlichen Reisestrapazen. Zwar konnten seine Spieler zum Auswärtsspiel bei Leeds United (3:0) mit dem Charter-Flieger anreisen, doch Tuchel und sein Trainerteam mussten den Bus nehmen. „Wir hatten kein Flugzeug, um herzukommen, also sind wir mit dem Bus gefahren. Die Spieler konnten fliegen, aber für das Trainerteam war es eine lange Busfahrt“ sagte Tuchel nach dem Spiel.


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Erst im März dagegen hatte sich Tuchel noch ganz anders über die Reisen geäußert. Als Chelsea durch die Sanktionen gegen den damaligen Besitzer Roman Abramovich nur noch ein sehr begrenztes Reisebudget zur Verfügung hatte, sagte Tuchel noch: „Wenn wir kein Flugzeug haben, fahren wir mit dem Zug. Wenn wir keinen Zug haben, fahren wir mit dem Bus. Wenn wir keinen Bus haben, fahre ich einen Siebensitzer. Merken Sie sich meine Worte.“

England: Debatte um Privatjets und Klimawandel im Fußball

Die Debatte über fehlende Charter-Flugzeuge in der Premier League heizt zugleich auch eine Debatte über den allgemeinen Umgang mit dem Klimawandel im Profifußball an. Insbesondere Flugzeuge sorgen schließlich mit ihrem großen Emissionsausstoß für das Anhalten der Klimaprobleme. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Fußballmannschaften überhaupt noch mit einem Privatjet zu Spielen im eigenen Land anreisen müssen.

Befürworter betonen immer wieder die hohe Belastung der Spieler im Profisport. Insbesondere Mannschaften, die in internationalen Wettbewerben vertreten sind und zusätzlich unter der Woche spielen, benötigen möglichst kurze Wege für eine entsprechende Regeneration. Diese Problematik wird auch nicht besser: Ab 2024 plant die UEFA 64 zusätzliche Champions-League-Spiele, in der Europa League werden 48 weitere Spiele angestrebt und in der Conference League sollen es 12 Spiele mehr werden.

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Gleichzeitig hat sich die UEFA das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Wenn man die Ausweitung der europäischen Wettbewerbe mit den hohen Reisestrapazen in Korrelation setzt, stellt sich auch hier die Frage, wie die Vereine in den internationalen Wettbewerben ohne die Nutzung von Charter-Flugzeugen dieser Forderung überhaupt nachkommen sollen.

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