Magath Hertha
  • Felix Magath scherzt mit Kevin-Pirnce Boateng.
  • Foto: imago/Matthias Koch

Medizinbälle? Magath scherzt bei erstem Hertha-Training mit Boateng

Bei seiner ersten Trainingseinheit bei Hertha BSC schaut sich der neue Trainer Felix Magath alles erstmal in Ruhe an. Zug ist im Training trotzdem drin – durch Kommandos mit schottischem Einschlag.

Seinem Ruf als „Quälix“ ist Felix Magath mit seinen Medizinbällen bei seiner ersten Trainingseinheit bei Hertha BSC nicht gerecht geworden. Knallharte Konditionsarbeit gab es zunächst keine, dafür machte sich der 68-Jährige in Trainingsspielen einen ersten Eindruck seiner Profis.

Hertha BSC: So lief das erste Training unter Felix Magath

Bei frühlingshaftem Wetter suchte Magath am Dienstag nur selten den direkten Kontakt zu seinen Spielern und beobachtete eher. Mit Kevin-Prince Boateng sprach der neue Coach angeregt und war zu Scherzen aufgelegt, die beiden lachten viel zusammen. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung nach hatte Magath die Mannschaft zuvor beim Frühstück kennengelernt.


Was ist in dieser Woche im Volkspark passiert? Wie steht es um den HSV vor dem nächsten Spieltag? Jeden Freitag liefert Ihnen die Rautenpost Analysen, Updates und Transfer-Gerüchte. Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach. Hier klicken und kostenlos abonnieren.


Schon bei seiner Vorstellung am Montag hatte er über seine Beurteilung des Teams gesagt: „Ich bin kein Mensch, der nur auf die Entfernung Dinge beurteilt. Ich muss erst einmal mit den Menschen zusammenkommen – ich muss sie sehen, ich muss sie hören, ich muss sie riechen, ich muss sie fühlen. Dann kann ich eine Aussage treffen.“ Man darf davon ausgehen, dass Magath in den kommenden Tagen genau schauen wird, wem er die Mission Klassenerhalt zutraut und wem nicht.

Ein paar Minuten nach seiner Mannschaft hatte der neue Trainer des akut abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten am Dienstag den Platz betreten. Die Einheit begann mit rund 30 Minuten Verspätung und war nach knapp 90 Minuten beendet. Magath nahm sich noch Zeit für ein Selfie mit einem Fan und schritt von dannen.

Der Hertha helfen nur Punkte

Mit der Ernennung von Magath hatten Hertha und Geschäftsführer Fredi Bobic am Sonntag für eine faustdicke Überraschung gesorgt, sich aber auch viel Häme eingehandelt. Zuletzt hatte der 68-Jährige 2012 als Bundesliga-Trainer gearbeitet.

Sportlich muss die Hertha besser heute als morgen wieder in die Spur kommen. Unter Magaths glücklosem Vorgänger Tayfun Korkut gewann der Hauptstadtclub in diesem Jahr noch kein Spiel und rutschte auf den 17. Tabellenplatz ab. Es heißt mal wieder Abstiegskampf im Westend. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) kommt der Tabellensechste von der TSG Hoffenheim ins Olympiastadion.

Assistent agiert lautstark:„Lass die Handbremse weg“

Im Vergleich zu seinem Chef trat Magaths schottischer Assistent Mark Fotheringham am Dienstag sehr lautstark auf. Er leitete die Einheit überwiegend. Bei einer Übung zum präzisen Pass- und Bewegungsspiel gab er immer wieder Kommandos, machte selbst mit und feuerte die Spieler, die er alle bereits mit Namen ansprach, in Deutsch mit leicht schottischem Einschlag an. „Lass die Handbremse weg“ und „spiel einfach“ rief der 38-Jährige, der bereits beim Karlsruher SC und dem FC Ingolstadt als Co-Trainer tätig war, den Profis unter anderem bei einem Trainingsspiel elf gegen elf zu.

Bei den Berlinern stand fast der ganze Kader zur Verfügung. Stevan Jovetic und Niklas Stark trainierten aufgrund von muskulären Problemen individuell. Aus dem gleichen Grund trat Kevin-Prince Boateng etwas kürzer.

Neuer Athletiktrainer soll kommen

Einem Bericht von „Bild“ zufolge arbeiten die Berliner an einer Verpflichtung von Athletiktrainer Werner Leuthard, den Magath kennt und der bereits früher für die Hertha tätig war. So oder so, mögliche konditionelle Defizite dürfte Magath in den kommenden Wochen angehen, insbesondere in der Länderspielpause. Möglicherweise kommt dann auch der Sprinthügel zum Einsatz, den es am Trainingsplatz der Hertha schon gibt.

Das könnte Sie auch interessieren: Spieler musste sich übergeben – Magath: „Mund abputzen, weiter!”

Der 68-Jährige hatte sich am Montag noch gewünscht, dass die ganze Stadt die Hertha beim Kampf gegen den Abstieg unterstützen müsse. „Falls irgendwo im Bereich ums Olympiastadion unsere Aufzüge nicht gehen: Das wollte der neue Hertha-Trainer so“, schrieben die Berliner Verkehrsbetriebe dazu bei Twitter. (dpa/jvd)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp