Bis zu 50.000 Frankfurter Fans sollen zum Finale in Sevilla sein.
  • Bis zu 50.000 Frankfurter Fans sollen zum Finale in Sevilla sein.
  • Foto: WITTERS

Gluthitze und Fan-Ansturm: Ekstase vor Frankfurts Endspiel gegen die Rangers

Es wird ein heißes Duell. Sportlich sowieso, das steht bei einer Paarung wie dieser – die Eintracht aus Frankfurt trifft auf die Rangers aus Glasgow – außer Frage. Aber auch die äußeren Umstände tun ihr Übriges. 35 Grad Celsius sind für den Final-Mittwoch in Sevilla (21 Uhr/live bei RTL) angesagt. Fußball am Siedepunkt. 

Eingedenk der andalusischen Hitze kann man das, was Frankfurts Trainer Oliver Glasner den Seinen – neben der Taktik – vorgibt, durchaus als herausfordernd betrachten. „Carpe Diem“, sagt Glasner und übersetzt das heutzutage inflationär genutzte Lebensmotto freundlicherweise auch: „Genießt die Zeit.“ 

Genuss also. Ein Leckerbissen. Auch Fußball-Feinkost? Das vielleicht eher nicht. Insbesondere die Schotten zeichnen sich eher durch Kampfeslust denn durch Ballfertigkeit aus. Oder wie Glasner sagt: „Unglaublich druckvoll und aggressiv“ sowie „sehr zweikampfstark“ sei der Gegner. 

Glasner: „Traum erst erfüllt, wenn wir gewonnen haben“

Frankfurt muss genau in diesen Disziplinen mithalten. Und schenkt man Verteidiger Timothy Chandler Glauben, dann werden er und seine Kollegen genau dies tun. Auch ohne den verletzten Abwehrchef Martin Hinteregger. „Egal wie und egal mit welchen Schmerzen“, sagt Chandler: „Wenn wir Schuhe oder Hose verlieren, müssen wir trotzdem weiterlaufen. Wir kämpfen für die Stadt und den Verein.“

Die Frankfurter schlugen auf dem Weg ins Finale unter anderem den FC Barcelona.
Die Frankfurter schlugen auf dem Weg ins Finale unter anderem den FC Barcelona.

Die Eintracht für ganz Frankfurt, ganz Frankfurt für die Eintracht. Und alle für das eine große Ziel: Nach dem Sieg im UEFA-Cup vor 42 Jahren wieder eine europäische Trophäe an den Main zu holen. „Unser Traum hat sich erst erfüllt, wenn wir gewonnen haben“, mahnt allerdings Trainer Glasner. 

So etwas wie ein Traum ist das alles auch für die Rangers. Ein Traum im Wortsinne. Etwas, das surreal ist. Nach dem man aufwacht und merkt: Ach, war ja nur … ein Traum. Nur ist an dieser Geschichte alles wahrhaftig: Vereinsgründung vor 150 Jahren, einziger Europapokalsieg vor 50 Jahren, Insolvenz und Viertklassigkeit vor zehn Jahren – und jetzt dieses Finale. „Man muss von etwas träumen, um es wirklich zu erreichen“, sagt Rangers-Teammanager Giovanni van Bronckhorst. „Das Finale in Sevilla gibt uns die Chance, dass wir uns in die Geschichtsbücher dieses Vereins eintragen.“

Bis zu 150.000 Fans von Frankfurt und Rangers in Sevilla

Wohl auch in Sevillas Annalen wird dieses Spiel Eingang finden. In die Spielstätte, das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán, passen gut 44.000 Menschen, erwartet werden in der andalusischen Stadt heute bis zu 150.000 Fans. Zwei Drittel davon aus Schottland. Völlig zurecht spricht Frankfurts Vorstandsboss Axel Hellmann von einem „einzigartigen Zusammentreffen der sangeskräftigsten und begeisterungsfähigsten Fans Europas“. 

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Oliver Glasner wiederum sagt: „Wir dürfen dieses Riesenspiel nicht noch größer machen.“ Schwierig. Denn wie man es dreht und wie man es wendet: Dieses Finale ist und bleibt ein Endspiel für die Ewigkeit.

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