Schiedsrichter Daniel Schlager hat Kontakt zum VAR. Die Gladbacher Spieler können es nicht fassen.
  • Gladbachs Manu Koné (v.) kann es nicht fassen. Daniel Siebert nahm den vermeintlichen Ausgleichstreffer nach VAR-Check zurück.
  • Foto: imago/Team 2

„Geklautes Tor“: VAR bringt Gladbach zum Toben – das sagt der Schiedsrichter

Ramy Bensebaini drehte zum Jubeln ab. Gerade hatte er das 2:2 für seine Borussia aus Mönchengladbach in Bochum erzielt. Doch als alle Spieler auf den Pfiff zum Anstoß warteten, nahm Schiedsrichter Daniel Schlager den Treffer zurück. Es blieb beim 2:1 für Bochum. Flankengeber Jonas Hofmann stand zuvor im Abseits, obwohl der Ball von einem Bochumer zu ihm kam. Schiri Schlager verteidigte seine Entscheidung.

„Aufgrund der neuen Regelauslegung handelt es sich nicht um ein kontrolliertes Spielen, da er sich im Zweikampf befindet. Daher war für uns die Entscheidung Abseits die Konsequenz”, sagte der 32-Jährige dem TV-Sender Sky. Gladbachs Ramy Bensebainis Tor am Dienstagabend in der 82. Minute zählte nicht.

Schlager nahm den Treffer nach Ansicht der Videobilder zurück, weil Vorbereiter Hofmann aus seiner Sicht strafbar im Abseits gestanden hatte. Der Ball war von Bochums Abwehrspieler Vasilios Lampropoulos zu Hofmann geklärt worden.

Christoph Kramer mit deutlichen Worten

Die Gladbacher hatten die Entscheidung nach der Partie deutlich kritisiert. „Das ist ein geklautes Tor meiner Meinung nach”, sagte Mittelfeldspieler Christoph Kramer. „Es ist ja die Regel, wenn er unkontrolliert ist, dann ist es Abseits. Wenn das ein unkontrollierter Ball war, dann Hut ab. Der Innenverteidiger von Bochum hat ein richtig gutes Spiel gemacht. In der Situation war es nicht unkontrolliert, sondern Unvermögen, weil er den Ball klar spielen kann und ihn einfach nicht richtig trifft”, schilderte Kramer seine Sicht der Szene.

Schlager sagte: „Es ist eine Abwehrsituation. Der Spieler probiert den Ball zu klären, aber das tut er nicht kontrolliert. Wenn er das kontrolliert macht, spielt er ihn in Richtung Mittelkreis. Wenn er in Bedrängnis ist, hat er nicht die Zeit und Kontrolle über die Situation. Daher ist es unkontrolliert und es ist keine neue Abseitsbewertung erforderlich.”


MOPO

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Der Deutsche Fußball-Bund erklärt in seinem Regelwerk: „Die Berührung des Balles durch einen Spieler der verteidigenden Mannschaft hebt eine Abseitsstellung nur dann auf, wenn es sich dabei um ein kontrolliertes Spielen des Balles handelt, das nicht einer Torverhinderungsaktion entspringt.”

Zudem heißt es: „Näherer Erläuterung bedarf der Begriff einer „absichtlichen Torverhinderungsaktion”. Die Abseitsstellung ist dann strafbar, wenn ein Spieler den Ball aus einer Torverhinderungsaktion eines Abwehrspielers erhält. Die Aktion des Abwehrspielers ist in diesem Fall vergleichbar mit der Abwehr eines Torwartes.” In der strittigen Szene schoss Lampropoulos den Ball aus dem Strafraum. Direkt aufs Tor wäre der Ball nicht gekommen, Torgefahr hätte insofern bestanden, als dass sich mehrere Gladbacher in der Nähe befanden.

BMG-Coach Farke kritisiert eigene Mannschaft scharf

Doch Borussia Mönchengladbach konnte und durfte die alleinige Schuld an der überraschenden Niederlage nicht beim Schiedsrichterte suchen. Und so ging Trainer Daniel Farke auch mit seiner Mannschaft hart ins Gericht und kritisierte sie scharf.

„Ich war mit unserer ersten Halbzeit – insbesondere den ersten 25 Minuten – überhaupt nicht einverstanden”, sagte Farke. „All das, was wir uns hier vorgenommen haben, haben wir nicht an den Tag gelegt. Die ganze Geisteshaltung war nicht mutig. Ich fand uns mutlos, ich fand uns lauffaul, ich fand uns gedanklich überhaupt nicht schnell.”

Bochum hatte am Dienstagabend schon nach zwölf Minuten mit 2:0 geführt. Farke bekräftigte: „Ich fand uns einfach lauffaul und zu faul, in die Zweikämpfe zu gehen, zu faul, die Tiefe zu sichern.”

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Nach dem Seitenwechsel sah Farke sein Team dann verbessert. „Ich finde, ein Kompliment gebührt trotz der Niederlage dann der Reaktion, die wir in der 2. Hälfte gezeigt haben”, sagte er. Gladbach kam durch Alassane Pléa zum Anschlusstreffer, der vermeintliche Ausgleichstreffer wurde wie bekannt, nicht gegeben. (dpa/sid/nis)

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