Patrick Vieira gehört zu den wenigen schwarzen Trainern im europäischen Spitzenfußball.
  • Patrick Vieira gehört zu den wenigen schwarzen Trainern im europäischen Spitzenfußball.
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Ex-Weltmeister beklagt Trainer-Chancen für Schwarze: „Türen nicht offen für uns“

Nach Ansicht des Ex-Weltmeisters Patrick Vieira geben die Fußball-Klubs in England schwarzen Managern nicht die notwendigen Chancen. „Die Türen zu Führungspositionen sind nicht offen für uns“, sagte der im Senegal geborene Coach des Londoner Premier-League-Vereins Crystal Palace in einem BBC-Interview.

Der Franzose Vieira ist schon unter den 20 Trainern der Premier League der einzige schwarze Coach. Einer vor Wochenfrist veröffentlichten Untersuchung zufolge sind im englischen Profi-Fußball lediglich 1,6 Prozent aller Stellen im Führungs- oder Eigentümerbereich mit Schwarzen besetzt. Der Anteil schwarzer Spieler in Englands höchster Spielklasse dagegen beträgt 43 Prozent.


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Aus Vieiras Sicht herrscht „ein Mangel an Möglichkeiten. Es gibt einen Mangel an Kontakten, um schwarze Spieler schon früh mit Leuten zu vernetzen, die Entscheidungen treffen.“ Der französische WM-Champion von 1998 forderte deswegen, „dass uns mehr Gelegenheiten gegeben werden müssen, um zu zeigen, dass wir so gut sind wie jeder andere auch.“

Passend zu Vieiras Position hält auch der englische Ex-Nationalspieler Les Ferdinand, bei Zweitligist Queens Park Rangers einziger schwarzer Direktor im Profi-Fußball auf der Insel, den 2020 verabschiedeten Diversitätscode des englischen Fußballs für untauglich.

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„Wenn ich bei QPR aus welchen Gründen auch immer keinen Erfolg habe, werde ich nie wieder eine neue Chance auf so einen Job bekommen“, erklärte der 55-Jährige: „Andere Direktoren gehen von einem Verein zum nächsten. Ich bin seit 30 Jahren mit dem Verband über das Thema in Gesprächen, aber nichts hat sich geändert. Die ganzen Initiativen sind nur Blabla.“

Thioune einziger schwarzer Profi-Trainer in Deutschland

Auch international sieht Vieira Schwarze in Führungspositionen von Fußball-Vereinen unverhältnismäßig schlecht repräsentiert. „Wenn man die schwarzen Trainer in den ersten und zweiten Ligen der fünf Topnationen in der Welt zählt, ist das nicht genug“, meinte der frühere Weltklasse-Abwehrspieler.

Bei den 38 deutschen Profi-Vereinen ist derzeit Daniel Thioune der einzige schwarze Trainer. Der Sohn einer Senegalesin und eines Deutschen sitzt bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf auf der Bank. (sid/dhe)

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