Bayerns Benjamin Pavard jubelt
  • So feierte Benjamin Pavard sein Tor gegen Inter.
  • Foto: imago/kolbert-press

Bayern-Star Pavard: Erst Alkohol-Wirbel, dann Tor und Jubelrätsel

Der FC Bayern gewinnt auch im letzten Gruppenspiel gegen Inter Mailand (2:0) und freut sich über eine makellose Champions-League-Gruppenphase. Dabei im Vordergrund stand besonders ein FCB-Spieler. Sowohl im positiven als auch in negativen Sinne.

Ein bisschen Verwunderung gab es um den besonderen Jubel von Benjamin Pavard schon. Nach seinem Führungstreffer (32. Minute) setzte der Franzose zum „Dab“ an. Eine Geste, die vor rund vier Jahren vor allem bei Jugendlichen im Trend war. Warum holt der Abwehrspieler diesen veralteten Trend also nun wieder raus? Wie sich nach dem Spiel herausstellte, galt der Jubel dem verstorbenen US-Rapper „Takeoff“, der diese Geste bedeutend mitgeprägt hat.

Pavard mit 0,8 Promille am Steuer erwischt

Doch die eigentliche Schlagzeile um den Torschützen wurde schon vor dem Spiel bekannt. Wie die „Bild“ berichtete, wurde Pavard vor rund sechs Wochen wegen Trunkenheit am Steuer von der Polizei erwischt und verlor seinen Führerschein. Mit über 0,8 Promille im Blut sei er unterwegs gewesen sein.

Der Vorfall soll sich unmittelbar nach einem Bayern-Spiel ereignet haben, Pavard sei direkt nach zum Rapport bei FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic verdonnert worden – und bekam eine hohe fünfstellige Geldstrafe aufgebrummt.

Salihamidzic sieht das mittlerweile jedoch gelassen: „Das ist ja jetzt mehrere Wochen her. Wir haben das am gleichen Tag, oder zwei Tage später abgeschlossen.“ Seitdem habe der Abwehrspieler „überragende Spiele gemacht. Wir haben das schon längst geklärt. Deswegen ist das nicht der Rede wert.“


MOPO

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Ähnlich reagierte auch Bayern-Coach Julian Nagelsmann, der laut Sport1 direkt nach der Partie gegen Inter Stellung zu der Causa Pavard nahm: „Benji hat richtig reagiert und das als Fehler eingesehen, was auch einer ist, keine Frage. Aber man muss die Dinge, die passiert sind, dann auch ruhen lassen. Und dann freu ich mich, dass er an einem nicht ganz leichten Tag ein wichtiges Tor macht.“

Bayern mit perfekter Gruppenphase

Freuen konnte sich Nagelsmann auch über den makellosen Champions-League-Gruppenphase über einen Entwicklungssprung seines FC Bayern. „Wir haben einen großen Schritt gemacht, in Richtung sehr erwachsen zu spielen. Wir müssen nicht immer den Drang haben, alles nach vorne zu spielen. Wir sind auch im eigenen Drittel viel, viel ballsicherer geworden“, sagte der Münchner Coach nach dem Sieg am Dienstagabend gegen Inter Mailand, das eine 18-Punkte-Gruppenphase in München vor den glücklichen Bayern-Fans abrundete.

Der deutsche Rekordmeister ist damit der erste Klub, dem in Europas Königsklasse zum dritten Mal eine Sechs-Siege-Vorrunde gelungen ist. In der aktuellen Champions-League-Saison kann kein anderer Verein diese Topausbeute aufweisen.

Diesen Schwung wollen die Münchner um den weiter treffsicheren Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting natürlich auch ins Achtelfinale mitnehmen. „Wir haben auch letztes Jahr eine sehr gute Gruppenphase gespielt und dann keine so gute K.o.-Runde. Demnach müssen wir ein paar Schritte anders gehen als letztes Jahr“, bemerkte Nagelsmann. „Ich bin aber guter Dinge, dass wir den Geist, der in der Gruppe herrscht, auch ins neue Jahr transportieren können.“

FC Bayern: Choupo-Moting glänzt weiter

Ihren Achtelfinalgegner erfahren die Bayern, die in der vergangenen Saison überraschend am vermeintlichen Leichtgewicht FC Villarreal im Viertelfinale gescheitert waren, am kommenden Montag bei der Auslosung am UEFA-Sitz in Nyon.

Schwung über die WM in Katar bis ins neue Jahr und damit die heiße Champions-League-Phase will auch Choupo-Moting hinüberretten. Vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena setzte er nach dem Führungstor von Benjamin Pavard mit einem Traumtor in den Winkel (72.) den Schlusspunkt. „Er hat einen sehr guten Lauf, es war ein wunderschönes Tor, er darf gerne so weitermachen“, beschied Nagelsmann.

Choupo-Moting selbst wagte nach seinem sehenswerten Treffer ein Tänzchen mit dem eingewechselten Alphonso Davies, der auch Kabinen-DJ der Münchner ist. „Ich habe mir ein Herz gefasst und dachte, ich schieße mal aus der Ferne – und geiles Tor“, gab Choupo-Moting zu Protokoll. „Ich weiß, was ich kann und ich weiß, dass ich der Mannschaft sehr helfen kann mit meinen Qualitäten. Es läuft super in den letzten Wochen.“

Der FC Bayern ließ sich auch mit einer größeren Rotation ohne einige verletzte und teilweise geschonte Stars nicht aus seinem Fluss bringen. „Wir hatten einige Wechsel im Team und wollten deswegen zeigen, dass wir, egal was wir wechseln, soviel Qualität auf dem Platz haben, dass wir jeden schlagen können“, betonte Choupo-Moting nach dem siebten Münchner Pflichtspielsieg in Serie.

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Der mit Inter verdient geschlagene Nationalspieler Robin Gosens räumte nach der verdienten Niederlage ein: „Das ist absolutes Topniveau, was Bayern München wieder gespielt hat.“ Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic sah das genauso. „Es macht Spaß, wenn die Jungs so spielen wie die letzten Wochen“, sagte er. (dpa/nis)

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