Leroy Sané (Galatasaray) im Süper-Lig-Spiel gegen Fatih Karagümrük im Rams Park.

Bundestrainer Julian Nagelsmann erwartet von Leroy Sané mehr Tore und Vorlagen. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Nach Nicht-Nominierung: Nagelsmann baut Druck auf – Sané will kämpfen

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Leroy Sané hat die Ansage seiner Nicht-Nominierung für die Nationalmanschaft verstanden. Er muss bei Galatasaray Istanbul seine Tor-Quote erhöhen, um den Bundestrainer zu überzeugen.

Leroy Sané hat kürzlich sein erstes Tor in der Türkei geschossen – aber für Julian Nagelsmann war es irgendwie nur die Hälfte wert. Welchen „Süper-Lig-Faktor” die beiden in ihren Telefonaten ausgehandelt haben, bleibt ihr Geheimnis, aber die Botschaft des Bundestrainers ist in Istanbul glasklar angekommen: Sané spiele jetzt in einer schlechteren Liga, „er muss mehr auffallen. Ich brauche eine gewisse Quote.”

Nur mit einer Traumzahl von Toren und Vorlagen also wird er Nagelsmann wohl entsprechend beeindrucken können, um rechtzeitig zur WM im kommenden Jahr den Weg zurück in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu finden. Es spricht für Leroy Sané, dass er versucht, es sportlich zu nehmen. „Alles in Ordnung”, sagte der sonst von Nagelsmann stets nominierte Offensivdribbler dem SID am Mittwoch. Er stehe mit dem Bundestrainer „durchgängig” im Austausch, „ich muss jetzt einfach Gas geben”. Hoffnung setzt der 29-Jährige in die größere Bühne, die ihm im Europapokal ja auch Galatasaray bietet: „Bald startet die Champions League. Die Saison ist noch sehr lange.”

Türkische Liga nicht im Fokus

Ja, das ist sie. Aber Sané spielt sie nicht mehr im unmittelbaren Blickfeld des Mannes, der über seine WM-Teilnahme zu entscheiden hat. Die türkische Liga sei mit der Premier League, der Bundesliga, selbst der französischen Liga nicht zu vergleichen, sagte Nagelsmann bei seiner Kader-Nominierung für die WM-Qualifikation in Frankfurt/Main. Aus seiner Sicht „braucht Leroy noch ein bisschen, um reinzukommen. Er ist gefordert, seinen Beitrag zu leisten. Ich erwarte keine Wunderdinge.” Aber eben die bereits erwähnte Quote.

Der Anfang immerhin ist gemacht. „Sané hat in der Süper Lig sein erstes Ausrufezeichen gesetzt und Hallo gesagt”, kommentierte die Zeitung Hürriyet nach dem jüngsten 4:0 gegen Kayserispor. Mit einem abgefälschten Schuss und „etwas Glück” hatte Sané in der Nachspielzeit das Tor zum Endstand erzielt, ein weiteres bereitete er vor. Erste Punkte für das Nagelsmann-Konto also, aber der Lade-Balken zu einer Nominierung ist noch lange, lange nicht voll.

Sané sieht sich noch nicht am Limit

Der langjährige Bayern-Star, im Sommer ablösefrei gewechselt, will daran arbeiten. „Den wahren Sané haben sie hier bisher noch gar nicht gesehen”, sagte er im Interview nach dem Spiel. Der Bundestrainer auch nicht? „Ich habe ganz, ganz oft über ihn gesprochen”, betonte Nagelsmann, „was er alles kann und welche Dinge er vielleicht verbessern kann. Ich habe einen sehr, sehr guten Draht zu ihm.”

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Sané weiß: Das war es noch nicht mit der WM. Nagelsmann habe ihm versichert, “dass ich auf jeden Fall weiterhin Teil der Planungen bin”. Wenn er denn entsprechend viele Tore mit dem Süper-Lig-Faktor multiplizieren kann. (sid/pmk)

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