Jubeltraube von Arminia Bielefeld
  • Erleichterung: Arminia Bielefeld holte gegen den VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg.
  • Foto: IMAGO/Eibner

Bielefeld-Trainer beeindruckt von seinen „Geisteskranken“

Arminia Bielefeld hat seinen ersten Saisonsieg in der Bundesliga gefeiert und den VfB Stuttgart tiefer mit in die Abstiegszone gerissen. Bei den stark ersatzgeschwächten Schwaben erkämpften sich die Ostwestfalen am 11. Spieltag ein 1:0 (1:0). Masaya Okugawa (19. Minute) schoss die Arminia am Samstag vor 33.550 Zuschauern bis auf zwei Punkte an den enttäuschenden VfB heran.

Der Erfolg ist auch Balsam für den in die Kritik geratenen Trainer Frank Kramer. Die Klub-Verantwortlichen hatten ihm allerdings ohnehin im Vorfeld unabhängig vom Ergebnis dieses Sorgen-Duells das Vertrauen ausgesprochen und dürfen sich (vorerst) bestätigt fühlen.

Arminia Bielefeld: Gutes Omen vor Stuttgart-Spiel

Nach der quälend langen Wartezeit auf den ersten Erfolg erwies sich die Rückkehr in die Mercedes-Benz-Arena als gutes Omen für die Bielefelder. Hier hatte der Verein am 34. Spieltag der Vorsaison dank eines 2:0 beim VfB den Klassenerhalt perfekt gemacht. Es war der bis zum Samstag letzte Sieg, der in der Bundesliga glückte.

Der VfB von Trainer Pellegrino Matarazzo verlor dagegen eine knappe Woche nach dem klaren 1:4 in Augsburg auch das nächste Schlüsselspiel. Die Hausherren verließen den Rasen als verdienter Verlierer und hätten angesichts mehrerer Aluminiumtreffer der Gäste auch höher unterliegen können. Die Schwaben werden sich danach sehnen, dass die erheblichen Personalprobleme in der Länderspielpause schwinden.


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Auf die Niederlagen am vergangenen Spieltag hatten beide Trainer reagiert und ihre Startformationen auf sechs (Arminia-Coach Kramer) und vier Positionen (VfB-Trainer Matarazzo) verändert. Matarazzo war aufgrund der zunehmenden Personalsorgen auch dazu gezwungen. Zu den ohnehin zehn Ausfällen gesellte sich auch noch Stürmer Hamadi Al Ghaddioui, der kurzfristig wegen einer Erkältung passen musste. So traten die Schwaben ohne gelernte Sturmspitze an. Das Experiment mit Daniel Didavi und Roberto Massimo in vorderster Reihe brachte nichts ein.

VfB Stuttgart: Kein gelernter Stürmer, Sosa über rechts

Überraschend begann der eigentliche Linksaußen Borna Sosa auf der rechten Seite und war an den ersten Angriffen beteiligt. Erst schlenzte der Kroate den Ball aus rund 25 Metern übers Tor (13.), dann bereitete Sosa mit Daniel Didavi die Chance von Roberto Massimo vor (15.). Der VfB war nur anfangs das leicht bessere Team – die Führung für die Gäste fiel aus dem Nichts. Okugawa tauchte nach einem Pass von Patrick Wimmer frei vor Ersatztorhüter Fabian Bredlow auf und bewahrte im Abschluss die Ruhe. Die erste Chance brachte das 1:0.

Masaya Okugawa trifft zum 1:0 – VfB ideenlos

Anschließend passierte wenig Aufregendes, die Gastgeber taten sich schwer. Sinnbildlich für die Offensivprobleme war die Möglichkeit von Didavi, der aus fünf Metern den Ball nicht ins Tor schoss, sondern an der Abwehr hängenblieb und ohnehin im Abseits stand (38.).

Ideenlos wirkte der VfB auch in der zweiten Hälfte. Angesichts des knappen Spielstands war für die Gastgeber ein Punkt zwar bis zum Ende möglich. Viel eher als mit dem Ausgleich war mit einem 2:0 der Gäste zu rechnen. Der eingewechselte Andres Andrade köpfte 20 Minuten vor dem Ende nach einem Freistoß jedoch nur gegen den Pfosten. Amos Pieper und Janni Serra trafen in der Schlussphase jeweils nur die Latte.

Frank Kramer: „Marschiert wie die Geisteskranken“

Am Ende reichte der Arminia aber auch das 1:0 zum Sieg. Entsprechend stolz gab sich Cheftrainer Frank Kramer nach dem Spiel am Sky-Mikrofon: „Wir hatten heute einen Wahnsinns-Teamgeist. Wir sind marschiert wie die Geisteskranken.“ Beeindruckt sei er gewesen davon, wie sich sein Team ins Spiel reingebissen hat. Heute habe man „richtig dagegenknallen müssen“.

Große Enttäuschung hingegen in Stuttgart, wo der personelle Aderlass aber aktuell eine erhebliche Rolle spielt – weiß auch Sportchef Sven Mislintat: „Uns fehlen aktuell drei Stoßstürmer. Wir sind jetzt dort angekommen, wo wir uns vor der Saison gesehen haben. Wir müssen in den kommenden 14 Tagen zusehen, dass wir möglichst viele Spieler wieder dazubekommen.“

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Nach der Länderspielpause warten auf beide Teams harte Brocken. Die Bielefelder empfangen den wiedererstarkten VfL Wolfsburg, die Schwaben gastieren bei Borussia Dortmund. (kk/dpa)

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