Abschied nach 67 Jahren: Das Heimspiel gegen den FC Augsburg wird die letzte Freiburger Partie im Dreisamstadion
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Nach 67 Jahren: SC Freiburg nimmt Abschied von Kult-Stadion

Christian Streich ist hin- und hergerissen. Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude empfindet der Trainer des SC Freiburg, wenn er an den bevorstehenden Abschied aus dem Dreisamstadion und den Umzug ins neue Europa-Park Stadion denkt. „Ich freue mich aufs neue Stadion, aber ich vermisse jetzt schon das alte“, sagte der 56-Jährige kürzlich. Und so wie ihm geht es vielen, die jahrzehntelang regelmäßig ins Dreisamstadion gegangen sind. Oder gar auf dem Rasen gestanden haben – wie Christian Günter.

„Ich habe knapp 14 Jahre hier gespielt und werde das Stadion natürlich vermissen“, sagte Freiburgs Kapitän im Interview mit DAZN. „Für mich ist es ein absoluter Gänsehaut-Moment, wenn das ganze Stadion steht, jeder seinen Schal hochhält und das Badnerlied singt.“

Freiburg gegen Augsburg unter Druck: Letztes Spiel für Streich im Dreisamstadion

Gegen den FC Augsburg soll am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) zum letzten Mal in der Bundesliga dort gespielt werden – und Streich hat offenbar Sorgen, dass auf seiner Mannschaft zu hohe Erwartungen lasten könnten. „Wir müssen aufpassen, weil viele Anekdoten herausgeholt werden und viel Nostalgie dabei ist, aber wir haben ein Bundesliga-Spiel“, warnte der Freiburger Coach am Freitag, „wir dürfen nicht alles zu hoch hängen, und ich auch nicht für mich.“


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„Ich war 25 Jahre hier, das ist meine Heimat, aber in ein paar Wochen fahren wir runter, mit dem Velo durch die Stadt, und dann schaffen wir uns dort eine Heimat“, sagte Streich wehmütig. „Es ist mit einer Kapazität von fast 35.000 Zuschauern groß, aber nicht sehr hoch und exponiert, das gefällt mir“, pries der Coach die neue Heimspielstätte. „Die neue Fantribüne ist steil und imposant. Dann gibt es eine offene, luftdurchlässige Ebene zwischen dem Oberrang und dem Unterrang, dadurch wirkt die Architektur nicht so möbelhausmäßig.“

Dreisamstadion: Freiburgs besondere Traditions-Spielstätte

Vor 67 Jahren hat der Sport-Club sein Zuhause im Dreisamstadion gefunden, seit 1993 ist es ein Bundesliga-Standort – unterbrochen durch insgesamt sieben Zweitliga-Jahre. „Wir hatten gar kein Flutlicht am Anfang, und die Spieler sind teilweise zum Duschen nach Hause gefahren, weil es kein warmes Wasser gab“, erinnert sich Volker Finke, der von 1991 bis 2007 Trainer der Badener war. Drei große Bauphasen hat Finke in seinen 16 Jahren beim SC miterlebt und auch mit vorangetrieben. „Wir haben damals in Steine investiert und nicht in Beine“, sagt der Ex-Coach.

Gegen Augsburg wird Finke als Ehrengast auf der Tribüne sitzen und sich wahrscheinlich noch mal an die emotionalsten Siege erinnern, vor allem die drei Heimerfolge gegen den FC Bayern in den ersten drei Bundesliga-Jahren. Besonders waren und sind auch die ungewöhnlichen Maße des Platzes, für die der Verein eine Sondergenehmigung brauchte: Kürzer als erlaubt, dafür breiter als üblich und mit fast einem Meter Gefälle zur Dreisam hin. Viele Gegner haben dort ungern gespielt.

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Auch Freiburgs Publikumsliebling und Rekordtorjäger Nils Petersen erzählte mal in einem Podcast, er habe es früher „gehasst, in Freiburg zu spielen“. Man sei „gefühlt außerhalb von Deutschland und dann spielst du in dieser kleinen Arena – eine Halbzeit bergauf, eine Halbzeit bergab.“ Längst ist das Dreisamstadion, das vor dieser Saison seinen alten Namen zurück erhielt, auch für ihn zur Heimat geworden. Petersen dürfte daher ähnlich wehmütig sein wie Streich. (dpa/seb)

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