Teamkollege Albion Vrenezi (v.l.) und Preußen Münsters Simon Scherder trösten Würzburgs Leroy Kwadwo nach den rassistischen Beleidigungen. 
  • Teamkollege Albion Vrenezi (v.l.) und Preußen Münsters Simon Scherder trösten Würzburgs Leroy Kwadwo nach den rassistischen Beleidigungen. 
  • Foto: imago images/foto2press

„Einfach nur traurig und wütend”: Würzburg-Profi Kwadwo rassistisch beleidigt

Münster –

Mit einer bemerkenswerten Aktion und lautstarken „Nazis raus“-Rufen haben Fans des Bundesliga-Gründungsmitglieds Preußen Münster auf einen Rassismusvorfall reagiert. In der Schlussphase des Drittliga-Spiels gegen die Würzburger Kickers am Freitagabend hatte ein Mann auf der Tribüne den Gäste-Profi Leroy Kwadwo beleidigt und Affenlaute in Richtung des 23-Jährigen gemacht.

Nach Angaben der „Westfälischen Nachrichten“ vom Sonnabend handelt es sich um einen 29-Jährigen aus Steinfurt. Der Täter wurde durch Fans für die Ordnungskräfte erkennbar gemacht, gestellt und festgenommen. Am Tag nach den Ereignissen meldete sich Kwadwo in einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort und lobte das Verhalten der Fans in einem Beitrag bei Instagram: „Eure Reaktion ist vorbildlich – Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet.“ Am Ende seines Eintrags schrieb er zudem: „Danke für Eure Menschlichkeit.“

Rassismus-Vorfall in der Dritten Liga: Kwadwo „traurig und wütend”

Die Beleidigung selbst habe ihn aber „einfach nur traurig und wütend“ gemacht, teilte Kwadwo mit. „Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren.“ Und der Abwehrspieler hob hervor: „Ich bin einer von Euch, ich lebe hier und darf hier meine Berufung und Leidenschaft als Profi der Würzburger Kickers ausleben.“

Nationalspieler Antonio Rüdiger meldet sich zu Wort

Der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger vom FC Chelsea twitterte: „Wahnsinn… und schon wieder ein Vorfall. Unfassbar. Aber Respekt vor den Reaktionen der Zuschauer.“ 

DFB verurteilt die Tat und lobt die Schiedsrichterin

Der Deutsche Fußball-Bund verurteilte die Tat, lobte die Reaktionen und verwies auf das richtige Handeln von FIFA-Schiedsrichterin Katrin Rafalski. „So traurig und beschämend der rassistische Vorfall gegenüber Leroy Kwadwo“ gewesen sei, „so vorbildlich waren die sofortigen Reaktionen darauf“, twitterte der DFB auf seinem Account zur 3. Liga.

Rafalski habe gemäß der Drei-Stufen-Regel der Europäischen Fußball-Union UEFA eine Stadiondurchsage veranlasst und versucht, Kwadwo zu beruhigen. Auf Fotos ist zu sehen, dass Kwadwo die Unparteiische aufmerksam machte und in Richtung Tribüne zeigte.

Preußen Münster entschuldigt sich für Rassismus

Die Gastgeber entschuldigten sich sofort bei Kwadwo und den Gästen aus Würzburg. „Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht“, sagte Preußen-Vereinspräsident Christoph Strässer, der von 2002 bis 2017 für die SPD im Bundestag saß und von 2014 bis 2016 Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung war.

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Auch die Würzburger hoben die Reaktion von Zuschauern und Club hervor. „Das hat nirgendwo etwas verloren, das tolerieren wir als Verein nicht, und niemand in Deutschland sollte so etwas tolerieren. Wir sagen Danke an die Zuschauer, wie die Reaktion darauf war“, sagte Kickers-Trainer Michael Schiele auf der Pressekonferenz.

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