Jogi Löw
Jogi Löw
  • Jogi Löw ist nach dem Achtelfinal-Aus gegen England bitter enttäuscht. Für seine Entscheidungen in seinem letzten Spiel als Bundestrainer muss er sich im Nachhinein von vielen Seiten Kritik anhören.
  • Foto: imago/Sven Simon

„Ohnmächtig“, „trostlos“: TV-Experten und Ex-DFB-Stars ziehen über Löw her

Nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM gegen England haben die Experten den scheidenden Bundestrainer Joachim Löw mehrheitlich kritisiert.

„Jogi Löw war drei Jahre zu lang am Werk. Er hat es verpasst, zum richtigen Zeitpunkt abzutreten, so wie es der Kaiser 1990 nach der gewonnenen WM getan hat“, schrieb etwa Olaf Thon in seiner Kolumne bei „web.de“. Thon wurde 1990 Weltmeister. „Löw muss sich deshalb gefallen lassen, jetzt mehr mit dem Ausscheiden in der Vorrunde und dem Ausscheiden im Achtelfinale in Verbindung gebracht zu werden als mit dem WM-Titel.“

Nach EM-Aus: Experten kritisieren Jogi Löw und die deutschen Spieler

Deutschland war am Dienstag durch ein 0:2 gegen England aus dem Turnier ausgeschieden. Löw hatte schon vor Monaten seinen Rücktritt für nach dem Turnier angekündigt und beendete seine Laufbahn nach 198 Länderspielen.

Michael Ballack und Fredi Bobic kritisierten bei MagentaTV die Reaktion Löws auf den Rückstand. „Wenn du 1:0 zurück liegst – was hast du denn noch zu verlieren? Dann muss natürlich von draußen das Signal kommen und ein schnellerer Wechsel kommen“, sagte Bobic, der 1996 beim bislang letzten EM-Titel für Deutschland dabei war.

Fredi Bobic moniert Löws Wechsel-Taktik

„Wir wechseln (Emre) Can für (Matthias) Ginter. Wir wechseln positionsbedingt und so kannst du keine Emotionen entfachen“, monierte Ballack. „Teilweise waren wir ohnmächtig. Uns haben die Lösungen gefehlt. Wir haben uns unnötig zurückgezogen und den Engländern das Spiel überlassen. So kannst du natürlich nicht weiterkommen.“

Mehmet Scholl, wie Bobic 1996 Europameister, kritisierte bei „bild.de“ die fehlende Widerstandsfähigkeit der deutschen Nationalspieler. Man habe viele gut ausgebildete Profis im Team. „Wenn es aber eng wird, dann sind sie einfach nicht gut genug, dann schreien sie nach Mama“, sagte Scholl und begründete seine Einschätzung damit, dass es zu wenig Trainer gebe, die wüssten, was Erfolg bedeute. „Es trainieren so viele Trainer auf diesem Markt, die als Spieler nie irgendwas gerissen haben.“

Lukas Podolski sah „trostlose“ Mannschaft – Hitzlsperger bewertet Löws gesamte Karriere

Und auch Lukas Podolski fand im „Bild“-Podcast harte Worte für die Leistung von Jogis Jungs. Ihm habe „dieser Ehrgeiz, dieser Wille, dieser Kampfgeist“ gefehlt. Zudem wirkte aus seiner Sicht „alles so trostlos. Wenn man die Gesichter der Spieler sieht – da rührt sich nichts. Da könnte glaube ich ein Feuer im Stadion ausbrechen, die würden weiter auf dem Rasen bleiben.“

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Thomas Hitzlsperger sagte in der ARD mit Blick auf Löws lange Amtszeit von 15 Jahren: „Die letzten zwei Turniere kann man abhaken, das war nicht gut genug. Das war einfach schwach. Aber es war ein so langer Zeitraum, er hat ein paar Rekorde gebrochen.“ Das 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien bei der WM 2014 werde immer bleiben, sagte der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart. „Da waren echt Schmankerl dabei. Das muss man heute auch sagen: Er hat tolle 15 Jahre hingelegt und nicht nur das Spiel heute verloren.“ dpa/hoe)

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