Robin Gosens spielt bislang eine starke EM.
  • Applaus: Robin Gosens spielt bislang eine starke EM - und wird von Vereinen und Beratern umworben.
  • Foto: imago/ULMER Pressebildagentur

Berater-Wirbel um deutschen EM-Liebling Robin Gosens

Gar nicht so leicht, das alles zu verarbeiten. Nach seinen bisherigen Auftritten bei der EM zählt Robin Gosens zu den heißesten Aktien auf dem europäischen Spielermarkt. Deutschlands neuer Liebling ist in den Fokus zahlreicher Vereine gerückt, das Buhlen um den 26-Jährigen ist in vollem Gange. Juventus, Inter Mailand, Barcelona – die Spekulationen reißen nicht ab. Doch nicht nur Klubs machen Jagd auf Gosens sondern auch Berater. Hinter seinem Rücken ist ein heftiges Gezerre und Gefeilsche entstanden.

Der Mann ist einiges wert. Zwischen 30 und 40 Millionen Euro soll Gosens‘ Marktwert mittlerweile liegen – Tendenz steigend. Klar, dass der Abwehrmann, der noch ein Jahr lang bei Atalanta Bergamo unter Vertrag steht, auch bei Beratern Begehrlichkeiten weckt. Zurzeit hat Gosens nämlich keinen, sondern lässt sich von seinem Vater Holger vertreten.

EM-Entdeckung Gosens wird von zahlreichen Beratern umworben

Bei dem steht das Telefon kaum noch still. Neben interessierten Vereinen melden sich vor allem auch Agenten, die Gosens ihre Dienste anbieten und mit ihren Kontakten zu Top-Klubs der großen europäischen Ligen argumentieren. Die MOPO weiß: Nahezu alle führenden deutschen Berater-Agenturen haben sich bei Gosens gemeldet! Der aber bleibt stur und ist bislang noch fest entschlossen, die Dinge gemeinsam mit seinem Vater zu regeln – und auf die Hilfe einer Agentur zu verzichten.

Ein ungewöhnlicher Vorgang. Gosens hat seine Gründe. Mehrfach sammelte er in seiner Karriere schon schlechte Erfahrungen mit Agenten. „Ich will keinesfalls alle Berater über einen Kamm scheren, aber frage mich, warum fast jeder Mannschaftskollege eine Story darüber zu erzählen hat, wie er von einem Berater über den Tisch gezogen worden ist“, schreibt Gosens in seinem Buch „Träumen lohnt sich“. „Dauernd hört man von Beratern, die krumme Dinger drehen und Spieler hinters Licht führen.“

Gosens sammelte mehrfach schlechte Erfahrungen mit Beratern

Gosens, der sich zuletzt von der Agentur SEG beraten ließ und sich vor wenigen Monaten von ihr trennte, hat einen Großteil seines Vertrauens in die Agenten verloren. Mal wurden in seiner Karriere Verträge hinter seinem Rücken ausgehandelt. Ein anderes Mal ließ sich ein Berater eine Klausel in den Vertrag einsetzen, von der er finanziell zu Gosens‘ Lasten partizipierte.

Und nun? Die Vereine werden in diesem Sommer trotzdem Schlange stehen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Längst nicht geklärt ist hingegen, ob Deutschlands Shooting-Star Bergamo auch wirklich verlassen will. Zum einen, weil Atalanta die Ablöse bestimmen kann und viele Klubs nach der Corona-Krise noch immer recht klamm sind. Transfers in der Größenordnung von 30 bis 40 Millionen Euro sind eher die Ausnahme.

Der große Traum von DFB-Star Gosens ist ein Wechsel in die Bundesliga

Vor allem aber fühlt sich Gosens bei Atalanta pudelwohl. Gerade erreichte er mit dem früheren Underdog zum dritten Mal in Folge die Champions League. Die MOPO weiß: Gosens ist die sportliche Perspektive speziell in diesem Sommer wichtiger als die finanzielle. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an der WM im kommenden Jahr in Katar. Ein Vereinswechsel und die entsprechenden Veränderungen könnten sich sportlich durchaus auch negativ auswirken. Neuer Verein, eventuell ein neues Land. Das bekommt nicht jedem gut. Gosens weiß das. Eine wichtige Rolle spielt auch seine Verlobte Rabea, die in Bergamo als Physiotherapeutin arbeitet und extra ihren Job in Deutschland aufgab, um wieder nahe bei Robin zu sein. Gosens wird seine Zukunftspläne eng mit ihren abstimmen.

Offen, wie es im Sommer weitergeht. Gosens großer Traum aber bleibt ein Wechsel in die Heimat. Noch nie spielte er, der mit 18 Jahren aus dem nordrhein-westfälischen Rhede nach Holland wechselte, in der Bundesliga. Das Problem: Momentan sind die meisten Top-Klubs auf Gosens‘ Position stark besetzt, andere wiederum schrecken vor der Ablöse zurück. Auch deshalb tendiert der Linksfuß zurzeit eher dazu, noch ein Jahr mit einem Wechsel zu warten. Dann wäre er ablösefrei – und auch der Weg nach Deutschland deutlich kürzer.

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