Oke Göttlich, Präsident FC St. Pauli
  • Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Mitglied im DFL-Präsidium, reagiert cool auf die Warnungen aus Leverkusen.
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Wegen DFL-Deal: Leverkusen-Boss warnt – aber so cool reagiert St. Pauli-Boss Göttlich

Ring frei zur zweiten Runde! Montag stimmen die 36 deutschen Profiklubs erneut über den Investoren-Einstieg bei der DFL ab. Kurz vor dem wegweisenden Votum wird Druck aufgebaut. Fernando Carro, Geschäftsführer von Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen, schaltet in den verbalen Angriffsmodus und droht vor allem den Zweitligisten mit Konsequenzen – und damit auch dem FC St. Pauli, der bei der ersten Abstimmung gegen die damaligen Einstiegspläne gestimmt und mobilisiert hatte. Die nächste Zerreißprobe.

Ton und Inhalt sind konfrontativ und polarisierend. Die ersten beiden deutschen Ligen „müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Situation geraten, in der die zweite Liga vorgibt, was die DFL machen soll“, sagte Carro gegenüber der „FAZ“.

Investoren-Einstieg? Bayer-Boss Carro warnt Zweitligisten

Die nötige Zweidrittelmehrheit (24 Vereine) gilt als längst nicht sicher, das Ergebnis scheint offen. Laut einer Umfrage des „Kicker“ bei allen Klubs sind zwölf für das neue und modifizierte Investoren-Modell, die Bundesligisten 1. FC Köln und SC Freiburg dagegen. Osnabrück will sich enthalten. 17 Vereine machten keine Angabe – darunter auch St. Pauli. Vier Klubs teilten mit, dass die Entscheidung erst noch in den Gremien getroffen werden müsse. Das lässt viel Spielraum.

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Für den Fall, dass wie schon bei der ersten Abstimmung im Mai auch diesmal der Einstieg eines Investors vor allem am Votum der Zweitligisten scheitere, müsse man sich „ernsthafte Gedanken über die künftige Governance der DFL machen“, so Carro. Er sei für einen gemeinsamen Weg aller 36 Vereine, „aber wenn die Interessen so auseinandergehen und wir unsere globale Position noch weiter aufs Spiel setzen – dann müssen wir uns in die Augen schauen und fragen: Kann das in dieser Form gemeinsam weitergehen?“.

FC St. Pauli stimmte gegen Investoren in der Bundesliga

Die Zweitligisten als potenzielle Buhmänner – von denen man sich notfalls abspalten muss, wenn sie nicht im Sinne der Erstligisten stimmen?

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich, zugleich Mitglied des DFL-Präsidiums, will sich vor dem Tag der Entscheidung nicht auf verbale Scharmützel einlassen, wohlwissend, dass ein demokratisches Votum ansteht. Besonnenheit statt Konfrontation. Gegenüber der MOPO erklärt er: „Die Abstimmung am Montag kann ein erster kleiner Schritt auf dem noch langen Weg hin zu einem faireren und gerechteren nationalen Wettbewerb sein – um auch künftige Verteilungsfragen zu harmonisieren.“

St. Pauli-Präsident Göttlich hofft auf „faireren Wettbewerb“

Im Mai gehörten St. Pauli und Göttlich zu jenen, die gegen das damalige Ivestoren-Modell votiert hatten, nicht kategorisch, sondern mit dem Argument, dass es noch zu viele offene Fragen und Klärungsbedarf gebe. Nach dem Scheitern des Einstiegs hatten mehrere Bundesliga-Bosse die Nerven verloren und die Gegner scharf attackiert. Als „egoistisch und leichtsinnig“ kritisierte Carro „manche Kollegen“ und es war klar, dass er damit auch auf Göttlich zielte. Ein fragwürdiges Demokratieverständnis.

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Die Mehrheit der organisierten Fans lehnt den Einstieg eines Investors weiterhin ab. Bei der Mitgliederversammlung des FC St. Pauli vor zwei Wochen wurde mit großer Mehrheit dagegen votiert.

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