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Maurides albert mit den Teamkollegen auf dem Trainingsplatz herum.
  • Maurides (l.) ist unfit aus der Sommerpause zurückgekehrt.
  • Foto: WITTERS

Unfit aus dem Urlaub: St. Pauli-Profi mit fatalem Fehlstart unter dem neuen Trainer

Nicht mittendrin, auch nicht dabei. Vor Ort, aber nicht zu sehen beim Trainingsauftakt des FC St. Pauli auf dem Rasen. Maurides Roque Junior war längst nicht der einzige Kiezkicker, der die erste Einheit der Saisonvorbereitung und die erste unter der Regie des neuen Trainers Alexander Blessin nicht mitmachte. Aber der Einzige, bei dem es für das Fehlen keine eindeutige Erklärung gab. Während andere Profis mit Verletzungen oder Blessuren zu kämpfen haben, ist beim Stürmer die generelle körperliche Verfassung das Problem.

Pünktlich ist er aus dem Sommerurlaub in seiner brasilianischen Heimat zurückgekehrt, wo er mit Lebensgefährtin Mayke große Hochzeit gefeiert hat. Das Glück war und ist auf den Social-Media-Kanälen der Frohnatur zu sehen. Wie alle Spieler hatte auch Maurides einen individuellen Trainingsplan mit auf die Reise bekommen, um sich fit zu halten. Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen scheint er die Vorgaben nicht erfüllt zu haben. Sein Fitnesszustand ist nach MOPO-Informationen mangelhaft.

Maurides fehlt beim Trainingsauftakt – weil die Fitness fehlt

Unprofessionell und undiszipliniert ist das zu jeder Zeit, in diesem speziellen Fall allerdings mehr als irritierend. Zum einen startet St. Pauli gerade in die Vorbereitung auf die nächsthöhere Spielklasse und es gilt für jeden Spieler, nach Möglichkeit noch eine Schippe draufzulegen. Zum anderen hat gerade ein neuer Trainer seinen Job bei den Kiezkickern angetreten. Der erste Eindruck ist wichtig. Blessin dürfte – diplomatisch ausgedrückt – mindestens verwundert gewesen sein.

Kryptisch drückte sich wiederum der Coach, eigentlich ein Mann klarer und eindeutiger Worte, dann auch aus, als bei der Medienrunde nach dem Training die Sprache auf den Angreifer und dessen Situation kam. „Maurides ist immer so eine Sache, da müssen wir uns zusammensetzen, uns Gedanken machen, wie der Werdegang, der Verlauf dann noch ist. Da müssen wir abwarten, ich muss mir auch noch ein konkretes Bild machen“.

Kein guter Start für den Stürmer unter Trainer Blessin

Das Bild, dass der 30-Jährige in den ersten Tagen nach seiner Rückkehr abgegeben hat, kann Blessin jedenfalls nicht gefallen. Und ob es den Teamkollegen ganz egal ist, dass einer aus ihren Reihen im Urlaub offensichtlich die Zügel hat schleifen lassen und damit aus der Gruppe ausgeschert ist, darf auch bezweifelt werden. Der Verein äußert sich nicht zum Fitnesszustand von Maurides.

Die Frage nach den Beweggründen für die Nachlässigkeit ist spekulativ, aber sie stellt sich. Hat Maurides sich gehenlassen und seinem inneren Schweinehund täglich die Führung überlassen? Oder hat er den Kampf um Einsatzzeit bei St. Pauli angesichts der höheren Liga schon aufgegeben, bevor die Saisonvorbereitung überhaupt richtig losgeht? Das weiß wohl nur er selbst.

Laufender Vertrag – aber wie geht es mit Maurides weiter?

Seine ohnehin nicht allzu großen Chancen, unter dem neuen Trainer eine größere oder auch nur annähernd gleiche Rolle wie unter Fabian Hürzeler in der Aufstiegssaison zu spielen (neun Kurzeinsätze, 109 Minuten, mehrere Verletzungen), werden nicht gerade gestiegen sein.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie man Maurides in den kommenden Tagen auf dem Trainingsplatz sieht. Er hat einiges aufzuholen. Und gutzumachen. Er ist jetzt in der Bringeschuld und muss eigentlich die im Fußball vielzitierte Reaktion zeigen. Ob ihm das etwas nützt? Bekommt er eine zweite Chance nach dem schlechten ersten Eindruck? Will er sie überhaupt?

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Fakt ist, dass Maurides noch einen laufenden Vertrag hat. „Über einen Wechsel ist noch nicht gesprochen worden“, sagt Blessin. Stand: erster Trainingstag.

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