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Der deutsche Nationalspieler Pascal Groß im Duell mit dem Schotten Billy Gilmour
  • Rivalen bei der EM, Teamkollegen in Brighton: DFB-Spätstarter Pascal Groß im Duell mit dem Schotten Billy Gilmour
  • Foto: imago/Jan Huebner

Auch zwei Deutsche: Diese EM-Stars tanzen bald nach Hürzelers Pfeife

Kein einziger Spieler des FC St. Pauli hat es zur EURO 2024 geschafft. Ganz kurz davor sind Karol Mets. Nikola Vasilj, Manolis Saliakas und Danel Sinani gescheitert, für die in den EM-Playoffs Endstation war. Der Mann, der sie in der abgelaufenen Aufstiegssaison trainierte, hat plötzlich doch ein halbes Dutzend „seiner“ Spieler beim Großereignis in Aktion. Grund ist natürlich der Wechsel von Fabian Hürzeler zu Brighton & Hove Albion. Aber haben alle sechs Lust, eine weitere Saison bei den „Seagulls“ unter dem neuen Coach zu kicken?

Wer den fußballverrückten Hürzeler kennt, kann sich denken, dass er auch im Urlaub so viele EM-Spiele wie möglich schauen wird – insbesondere jene Duelle, in denen Profis von Brighton aktiv sind. Anschauungsunterricht des künftigen Personals. Das Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland dürfte ganz besonders im Fokus gestanden haben, waren doch gleich drei Spieler seines neuen Klubs involviert.

DFB-Spieler Pascal Groß und Deniz Undav bei Brighton

Bei Brighton stehen die deutschen Nationalspieler Pascal Groß und Denis Undav unter Vertrag, doch bei beiden ist derzeit unklar, ob sie in der kommenden Saison noch im Brighton-Trikot auflaufen. Der 33-jährige Mittelfeldspieler Groß – seit Jahren einer der wichtigsten Akteure seines Vereins, aber erst seit einem Jahr Nationalspieler – erwägt schon länger eine Rückkehr nach Deutschland in die Bundesliga und hat auch schon offen über diese Möglichkeit gesprochen. Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund buhlen dem Vernehmen nach um die Dienste des Strategen, dessen Vertrag bis 2025 läuft.

Bei Brighton sollen die Bosse darauf setzen, dass ihr neuer ehrgeiziger Trainer mit seiner Begeisterungsfähigkeit den zwei Jahre älteren Führungsspieler überzeugen kann, weiter für die „Seagulls“ in der Premier League zu kicken und seinen Vertrag möglicherweise sogar vorzeitig zu verlängern.

Verliert Hürzeler Undav dauerhaft an den VfB Stuttgart?

Komplizierter ist die Angelegenheit bei DFB-Stürmer Deniz Undav, der bei Brighton unter Vertrag steht (bis 2026), aber in der vergangenen Saison auf Leihbasis für den VfB Stuttgart spielte, die Schwaben mit 18 Toren nicht nur in die Champions League schoss und seinen ganz großen Durchbruch schaffte, was ihm das EM-Ticket einbrachte. Undav will dem Vernehmen nach in Stuttgart bleiben. Die Schwaben haben eine Kaufoption über 20 Millionen Euro, aber Brighton laut „Kicker“ wiederum eine Rückkaufklausel, die knapp über dieser Summe liegen soll.

Mit Undav bekäme Hürzeler einen Topstürmer. Aber was ist, wenn der 27-Jährige partout nicht für Brigthon spielen will? Und: Der englische Klub ist bekannt dafür, hochtalentierte Spieler zu scouten und zu verpflichten, sie zu entwickeln (auch durch Leihgeschäfte) und dann sehr teuer zu verkaufen. Es ist die Vereins-Philosophie. Die Trainer-Meinung hat dabei nicht Priorität – eine Tatsache, die auch Hürzelers Vorgänger Roberto de Zerbi frustriert haben soll.

Englands EM-Debütant Lewis Dunk ist Kapitän bei Brighton

Im schottischen Team, das zum EM-Auftakt mit 1:5 gegen die Heimmannschaft untergegangen war, steht Brighton-Profi Billy Gilmour, der allerdings etwas überraschend nicht in der Startelf gestanden und nur die letzten 23 Minuten gespielt hatte. Im Verein ist der 23-Jährige Mittelfeldmann dagegen Stammspieler.

Wichtigster Spieler und Ansprechpartner für Hürzeler beim neuen Klub wird erst einmal der englische Nationalspieler Lewis Dunk sein, bei Brighton Kapitän. Der 32-jährige Innenverteidiger ist die EM das erste große Turnier. Bei seiner Nominierung profitierte er auch von der Personalnot der „Three Lions“ in der Abwehr. Ob Dunk auch unter der Regie von Hürzeler die Binde trägt, wird sich zeigen.

Ein Brighton-Profi, der gerade erst bei der EM und im Hamburger Volkspark im Blickpunkt stand, ist Bart Verbruggen (21), Nummer eins im Tor der Niederlande. Der fußballerisch starke und mitspielende Keeper ist im Sommer 2023 für satte 20 Millionen Euro vom RSC Anderlecht auf die Insel gewechselt.

Bart Verbruggen – ein Keeper nach Hürzelers Geschmack

Beim 2:1-Auftaktsieg der Niederländer gegen Polen bekam es Verbruggen auch mit einem Vereinskollegen zu tun. Im polnischen Team wurde zur zweiten Halbzeit, Jakub Moder (25) eingewechselt, zentraler Mittelfeldspieler der „Seagulls“. Auch dieses Spiel dürfte Hürzeler mit Interesse geschaut haben.

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Übrigens: Während der Ex-St. Pauli-Trainer mit seinen 31 Jahren der jüngste permanente Cheftrainer der Premier League wird, hat Verbruggen schon einen Rekord aufgestellt: Er ist der jüngste Stammkeeper einer EM seit 60 Jahren.

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