HSV-Kapitän Sebastian Schonalu köpft zum 1:1-Ausgleich beim letzten Derby ein.
  • HSV-Kapitän Sebastian Schonalu köpft zum 1:1-Ausgleich beim letzten Derby ein.
  • Foto: WITTERS

paidSt. Pauli-Absturz nach dem letzten Derby: Das sagen die Zahlen

Es war Punkt 19 Uhr, als Guido Burgstaller am 21. Januar dieses Jahres den FC St. Pauli im Stadtderby beim HSV nach exakt einer halben Stunde mit 1:0 in Führung brachte und den Aufstiegshoffnungen damit neue Nahrung einverleibte. Als die Partie abgepfiffen wurde, stand bekanntlich eine 1:2-Niederlage zu Buche. Und so frustrierend, wie aus Kiezklub-Sicht diese eine Partie am 20. Spieltag der Saison 2021/22 verlief, ist auch der gesamte Trend bis zum heutigen Tag.

Gegensätzlicher könnte die Entwicklung der Klubs, die sich am Freitagabend am Millerntor gegenüberstehen werden, kaum sein. Der HSV war trotz des Sieges im Stadtduell nur Fünfter der Tabelle, sprang aber dank eines furiosen Endspurts am Ende noch auf den dritten Rang und ließ sich auch vom Relegations-K.o. gegen Hertha BSC nicht aus der Bahn werfen. In den 25 Punktspielen seit dem St. Pauli-Spiel gab es 16 Siege bei sechs Niederlagen und drei Remis, also 51 Punkte bei einem Torverhältnis von 50:22 mit der Folge, dass man im Volkspark vom Unterhaus-Thron grüßt.

Am 27. Spieltag der vergangenen Saison war St. Pauli noch Tabellenführer

Eine Situation, die am Millerntor durchaus nicht unbekannt und noch in recht frischer Erinnerung ist. Bis zum anfangs erwähnten Derby hatte St. Pauli die Zweitliga-Krone auf, verlor sie durch das 1:2 an Darmstadt 98, erkämpfte sie noch zwei Mal zurück (durch das 3:2 in Regensburg im Februar und ein 1:0 gegen Heidenheim am 27. Spieltag). Die Kurve aber neigte sich schon seinerzeit abwärts. Und aktuell hofft man nach jedem weiteren Rückschlag, dass man nun endlich den finalen Tiefpunkt erreicht hat.

Von der Summe der im selben Zeitraum vom HSV gehorteten Zähler können die Braun-Weißen nur träumen. Von den 75 seither vergebenen Punkten sammelte St. Pauli lediglich 31, ganze sieben Siege gelangen noch, nur zwei an der Zahl in der laufenden Spielzeit. Dazu gesellen sich acht Niederlagen und satte zehn Unentschieden bei einem Gesamttorverhältnis von 36:36.

Seit dem letzten Derby spielte St. Pauli nur vier Mal zu Null

Das alles als Stagnation zu bezeichnen, wäre angesichts des vorangegangenen Höhenflugs arg blümerant. Die größte Konstante dabei ist eine, auf die man getrost verzichten könnte, nämlich die Anfälligkeit für Gegentreffer. Seit der Pleite im Volkspark gab es lediglich vier Begegnungen, in denen am Ende die Null auf der richtigen Seite stand, nämlich zwei Mal gegen Heidenheim (1:0, 0:0), beim bedeutungslosen 2:0 am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Fortuna Düsseldorf sowie beim deutlichen 3:0 am Millerntor über den 1. FC Magdeburg.

Daraus ergibt sich die logische Konsequenz, dass es auswärts immer mindestens ein Gegentor gegeben hat, was in die allseits bekannte Misere auf fremdem Terrain passt. Das bereits angeführte 3:2 von Regensburg war – auch das ist hinlänglich bekannt – der letzte Dreier, der nicht im heimischen Wohnzimmer eingefahren werden konnte.

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Und auch die lange so beeindruckende Heimstärke hat seit dem letzten Derby markant gelitten. Das 0:3 gegen Hannover hatte am 20. Februar den Nimbus der Unbesiegbarkeit am Millerntor beendet, von den folgenden zwölf Partien wurde zwar nur noch eine verloren (1:2 gegen Darmstadt). Aber die Hälfte endete unentschieden, nur fünf Partien konnten siegreich gestaltet werden.

Alles zusammen lässt den Rückschluss zu, dass es nicht wirklich viel gibt, was für den FC St. Pauli als Sieger am Freitagabend spricht. Aber es wäre andererseits auch nicht das erste Derby, das eine komplette Trendwende einläuten könnte.

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