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Gzuz schaut grimmig
  • Rapper Gzuz war bei St. Paulis Aufstiegs-Party nicht erwünscht.
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Reinhardt

„Intoleranter Hund“: Rapper Gzuz fliegt bei St. Pauli raus und beleidigt den Boss

Die Meister-Party des FC St. Pauli, sie war legendär. Rund 50.000 Menschen feierten ihre Aufstiegs-Helden auf dem Spielbudenplatz. Ein kleiner Kreis war auch geladen, um ganz dicht bei der Mannschaft zu sein, die am Abend im „Schmidt Theater“ ihren Erfolg zelebrierte.

Neben zahlreichen Vereins-Legenden waren auch prominente Fans wie Bela B („Die Ärzte“), der Hamburger Rapper Das Bo oder TV-Moderator Elton dabei. Allesamt langjährige Fans des Kiezklubs. Nicht auf der Gästeliste, aber für kurze Zeit ebenfalls im „Schmidt Theater“ war Rüpel-Rapper Gzuz – und das, obwohl der 35-Jährige eigentlich mit dem Klub überkreuz ist.

Gzuz war im Januar 2022 aus dem Millerntor geflogen

Rückblick: Im Januar 2022 flog Gzuz aus dem Millerntor, weil er während des Pokalspiels gegen Borussia Dortmund die Maskenpflicht ignorierte und gemeinsam mit Ex-Torhüter Benedikt Pliquett (war am Montagabend auch im „Schmidt Theater“) Zoff mit Ordnungskräften angezettelt hatte. Es war nicht der erste und nicht der einzige Zwischenfall mit Gzuz, der beim FC St. Pauli auch wegen homophober Texte und anderer Grenzüberschreitungen längst zur Persona non grata erklärt worden ist.

Entsprechend wollte man ihn auch im „Schmidt Theater“ nicht dabei haben. Irgendwie hatte es Gzuz dann früh am Abend doch ein erstes Mal in St. Paulis Party-Location geschafft. Zumindest kurz. Ein Foto, das er bei Instagram teilt, zeigt ihn mit Trainer Fabian Hürzeler und Mittelfeldspieler Carlo Boukhalfa. Das Bild ist aber offensichtlich bearbeitet worden. Auffällig ist nämlich, dass der Unterkörper von Gzuz fehlt.

Gzuz schafft es ein zweites Mal auf die Party – und fliegt wieder raus

Auffällig war auch, dass Gzuz auf der Party schnell wieder weg war. Vorerst zumindest. Dem Sicherheitspersonal war aufgefallen, dass er kein Bändchen am Arm trug. Und schnell wurde klar, dass er auch gar keine Einladung erhalten hatte. Also setzte der FC St. Pauli Gzuz wieder vor die Tür, was der Mann, der am 13. September 2023 nach acht Monaten aus der Haft entlassen wurde, weniger lustig fand.

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Gzuz schmollte, startete nach Mitternacht aber einen zweiten Anlauf und tauchte plötzlich erneut im „Schmidt Theater“ auf. Mehr noch. Der Rapper posierte sogar auf dem Balkon, auf dem die Mannschaft noch immer von Fans, die auf dem Spielbudenplatz standen, gefeiert wurde. Ein für viele Beobachter irritierendes Bild. Auch für St. Pauli-Präsident Oke Göttlich, der ihm erklärte, dass der für Toleranz stehende Kiezklub manchmal doch intolerant sein müsse.

Gzuz attackiert St. Pauli-Präsident Göttlich

Eine Erklärung, die Gzuz nicht zu verstehen schien. Der Rapper und seine Entourage kämpften ebenso verzweifelt wie vergeblich darum, bleiben zu dürfen und mussten letztlich dann doch erkennen, dass sie auf dieser Party unerwünscht waren.

Ein Instagram-Foto zeigt Gzuz mit St. Pauli-Trainer Fabian Hürzeler und Carlo Boukhalfa Instagram/Gzuz
Gzuz bei St. Paulis Aufstiegs-Feier
Ein Instagram-Foto zeigt Gzuz mit St. Pauli-Trainer Fabian Hürzeler und Carlo Boukhalfa

Auf Instagram schrieb Gzuz: „Bester Trainer, wünsche euch alles Gute für die erste Liga.“ Die Wünsche garnierte er aber mit einer üblen Attacke gegen Göttlich. „Euer Präsident ist ein intoleranter Hund“, schrieb er. „Der ganze Verein ist von Politik und Intoleranz zerfressen“, kläffte Gzuz weiter. „Leider nicht mehr repräsentativ für das Viertel.“ Die Frage, wie repräsentativ Gzuz‘ Meinung für das Viertel war, stellte sich bei St. Paulis gigantischer Aufstiegs-Party am Pfingstmontag übrigens nicht. Dass er zum neuen Vorreiter für Toleranz werden möchte, ist derweil etwas, das mit Spannung weiter beobachtet werden darf.

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