Alexander Blessin am Millerntor

Gut gelaunt ins brisante Stadtderby: St. Paulis Coach Alex Blessin Foto: imago/Philipp Szyza

„Ich finde es geil“: Warum eine feindselige Stimmung Blessin eher noch anspornt

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Laut wird es werden, na klar. Und dass man dem FC St. Pauli gegenüber nicht eben freundlich gesinnt sein wird im Volkspark, darauf dürfen sich die Kiezkicker auch einstellen. Ein Fakt, der Coach Alexander Blessin mitnichten abschreckt. Im Gegenteil.

„Ich finde es geil, wenn ich ausgepfiffen werde“, sagte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht und lieferte eine Episode aus seiner aktiven Zeit beim VfB Stuttgart nach. „Ein kleines Beispiel: Rotterdam, Uefa-Cup“, begann er den Schwank aus der Saison 1998/99. „Ich habe mich warmgemacht, bin mit Bier beschmissen worden, habe danach richtig gestunken. Und mit Geld, Kronen waren es damals glaube ich noch, bin ich auch beschmissen worden.“

St. Pauli-Coach Alex Blessin: „Neid muss man sich erkämpfen“

Was manch einem zu schaffen machen könnte, spornte Blessin, Stürmer seinerzeit, nur noch an. „Ich fand es cool“, unterstrich er. „Ich bin nicht verletzt worden. Das Schöne war, wir haben das Spiel auch noch gewonnen.“ Mit 3:0 sogar, nachdem das Hinspiel mit 1:3 verloren gegangen war. Der Sieg bedeutete den Einzug in die zweite Runde des UEFA-Cups.

Jubel anno 1998: Einwechselspieler Alexander Blessin fällt Ersatztorhüter Eberhard Trautner nach einem 3:0 des VfB Stuttgart in Rotterdam in die Arme. imago/Pressefoto Baumann
Alexander Blessin springt Eberhard Trautner in die Arme
Jubel anno 1998: Einwechselspieler Alexander Blessin fällt Ersatztorhüter Eberhard Trautner nach einem 3:0 des VfB Stuttgart in Rotterdam in die Arme.

„Wir mussten danach zwei Stunden in der Kabine bleiben, weil die Fans von Rotterdam im De Kuip noch ausgeflippt sind. Das war so mein Highlight.“

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Von daher: Den Trainer wird man nicht aus dem Konzept bringen können am Freitagabend. Und er lieferte auch eine schlüssige Begründung dafür, dass Pfiffe, Beschimpfungen und dergleichen ihm nicht nur nichts anhaben können, sondern eher noch zusätzlich motivieren: „Neid kriegt man nicht umsonst, den muss man sich erkämpfen. Aber“, schränkte er dann doch noch ein, „es ist natürlich noch schöner, wenn wir nach einem Heimspiel bejubelt werden wie nach dem 3:3 gegen Dortmund.“

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