Christian Dingert beim Derby 2025

Traf viele fragwürdige Entscheidungen: Referee Christian Dingert Foto: IMAGO/KBS-Picture

„Hätten wir unentschieden gespielt …“: St. Paulis Ärger über Dingerts dickes Ding

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Mit den Unparteiischen bei den Hamburger Derbys ist das so eine Sache. Sicher, ob der Brisanz sind die Partien nur etwas für die gehobene Güteklasse der Referees, aber auch die hat mal gebrauchte Tage – und das leider gern beim Stadtduell. Beim 1:0-Sieg des HSV im vergangenen Jahr in der 2. Liga hatte Matthias Jöllenbeck (Freiburg) mangelhaft gepfiffen, am Freitagabend stand mit Christian Dingert sein Kollege im Mittelpunkt. Und das wäre noch deutlich umfangreicher ausgefallen, hätte St. Pauli nicht am Ende mit 2:0 souverän gewonnen.

Auch beim HSV haderte man mit dem Mann aus dem Dörfchen Lebecksmühle in der Pfalz, weil man für ein Foul wie das von Arkadiusz Pyrka gegen Nicolás Capaldo (54.), das Dingert mit Gelb geahndet hatte, auch schon Platzverweise gesehen hat. Der gravierendste Fehler des Schiedsrichters aber lag auf der Gegenseite vor und war mitursächlich dafür, dass das Spiel zum Zeitpunkt des Pyrka-Fouls nicht schon fast entschieden gewesen war.

Referee Dingert klaut St. Pauli das sichere 2:0

In Minute 25 hatte sich der bärenstarke Andréas Hountondji im Kampf der Kolosse mal wieder gegen Jordan Torunarigha durchgesetzt, strebte mutterseelenallein auf Keeper Daniel Heuer Fernandes zu und wollte gerade zu Mathias Pereira Lage querlegen, der mit der Murmel ins leere Tor hätte laufen können, als plötzlich ein Pfiff ertönte.

Dingert hatte als einziger im Stadion ein Foul des Kiezkickers gegen Torunarigha wahrgenommen. Ein krasser Patzer, der noch unverständlicher ist, weil es den Videoassistenten gibt. Dingert hätte also laufen lassen und danach im Zweifelsfall das Tor zurücknehmen können, hätte tatsächlich ein Vergehen vorgelegen.

Christian Dingert räumt seinen Fehler ein

Es ehrt Dingert, dass er sich nach der Partie den Fragen stellte und den Fauxpas einräumte. „Ich war mir in dieser Situation sehr sicher, dass im letzten Moment ein Stürmerfoul vorlag“, erklärte er. „Jetzt im Nachgang, wenn ich mir die Bilder anschaue, wäre es wahrscheinlich dienlicher gewesen, das Ganze weiterlaufen zu lassen, weil nichts Klares zu sehen ist, sondern ein ganz normaler Zweikampf.“ Bei St. Pauli gab man sich ob des Sieges entspannt, aber eben auch nur deswegen.

„Der Schiedsrichter hat es eingesehen und gesagt, dass es besser gewesen wäre, die Situation erst einmal durchlaufen zu lassen. Dafür haben wir den VAR, dann müssen wir ihn auch richtig nutzen“, sagte Alexander Blessin, der sich nicht mehr aufregen mochte. Aber: „Hätten wir unentschieden gespielt oder verloren, würde ich jetzt anders dasitzen.“ Zumal es noch weitere Entscheidungen gab, die mindestens seltsam daherkamen.

Weitere strittige Entscheidungen gegen St. Pauli

Zum Beispiel in Minute 58, als Torunarigha einen Hountondji-Abschluss über die Latte gelenkt hatte, die Situation sogar vom VAR auf ein mögliches Handspiel des HSVers gecheckt wurde – und Dingert auf Abstoß statt Eckball entschied.

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Und dann war da noch der Konter aus Minute 76, als Martijn Kaars die Kugel von rechts in den Lauf von Danel Sinani spielte, der – frei vor Heuer Fernandes – von Warmed Omari an der Strafraumgrenze ohne Chance auf den Ball einfach von hinten abgeräumt wurde. Für Dingert allerdings kein Anlass, in die Pfeife zu blasen. Es passte ins Bild.

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