Fabian Hürzeler im Dialog mit Marcel Hartel
  • Lange konnte Fabian Hürzeler Marcel Hartel und Co. Anweisungen geben, am Ende aber saß er auf der Tribüne.
  • Foto: imago/Oliver Ruhnke

„Habe die Mannschaft im Stich gelassen“: St. Pauli-Trainer Hürzeler übt Selbstkritik

Es ist ja nicht so, dass ihn das alles wie Kai aus der Kiste treffen würde. „Mir ist schon seit Längerem bewusst, dass ich unter Beobachtung stehe“, sagte Fabian Hürzeler in Bezug auf seine beachtliche Sammlung an Gelben Karten. „Es gibt gewisse Dynamiken, gewisse Triggerpunkte auch, an denen es zu arbeiten gilt. Das werde ich tun.“ Es wäre hilfreich, wenn das schon am Samstag gegen Fürth fruchtet. Auch für St. Paulis Coach persönlich.

Denn in Bezug auf die Ampelkarte, die er kurz vor Ablauf der Verlängerung im verlorenen DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Düsseldorf gezeigt bekam, macht sich der 30-Jährige den größten Vorwurf, den man sich als Trainer machen kann. „Ich habe die Mannschaft im Stich gelassen“, urteilte er am Donnerstag. „Natürlich war die Gelb-Rote Karte nicht förderlich.“

St. Paulis Coach Fabian Hürzeler will ruhiger werden

Überhaupt nahm Hürzeler den K.o. komplett auf seine Kappe. „Was ich mir vorwerfe, ist, dass ich es nicht geschafft habe, Lösungen zu finden“, ging er mit sich ins Gericht. „Ich glaube, dass wir besser Fußball spielen können, dass wir Mann gegen Mann schon deutlich bessere Lösungen gefunden haben.“ Das müsse er sich ankreiden. Und überhaupt, „ich will nicht, dass die Spieler bei sich selbst ins Zweifeln kommen, sondern sie sollen weiterhin an sich glauben. Das Einzige, was ich von ihnen verlange, ist Energie, die Lust an Leistung, dieses Feuer wieder gegen Fürth zu haben“.

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Eben jenes Feuer, das er auch in sich trägt und das bisweilen gezügelt und kontrolliert werden will. „Ich weiß, dass ich eine Vorbildfunktion habe, das muss mir niemand sagen“, unterstrich Hürzeler. „Es ist ein Thema, an dem ich arbeite. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es gehört dazu, als Trainer ruhig zu bleiben.“ Er erwarte von sich, dass er als Vorbild vorneweg gehe, „da bin ich in der Verantwortung gegenüber der Mannschaft, dem Verein und mir selbst“.

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Und der wird er nicht immer gerecht. Natürlich wisse er, dass Schiedsrichter unantastbar sind, „das ist Fakt. Aber ich weiß auch, dass Emotionen dazugehören, und die werde ich mir nicht nehmen lassen. Aber manchmal ist es im Nachhinein nicht förderlich, wie ich mich an der Seitenlinie verhalte“. Mit gewissem Abstand sei er jemand, der sich selbst gut reflektiere und kritisch beäuge.

Kiezklub-Coach Fabian Hürzeler kann Kritik aushalten

„Ich weiß genau, was ich gut und was ich falsch gemacht habe“, ergänzte Hürzeler. Dass er für das, was falsch war, auf die Nase bekommt, sei kein Akt. „Kritik gehört zum Geschäft, ich kann das aushalten. Ich habe eine Persönlichkeit, die damit gut klarkommt.“

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