Betim Fazliji im Testspiel gegen Lugano
Betim Fazliji im Testspiel gegen Lugano
  • Betim Fazliji spielte mit St. Gallen mehr als ein Dutzend Mal gegen Lugano, so hoch wie am Samstag gewann er noch nie.
  • Foto: WITTERS

Fazliji schwärmt: Das kann St. Pauli aus dem Kantersieg mitnehmen

Es gibt kaum einen Kontrahenten, den Betim Fazliji besser kennt. Gegen keine andere Mannschaft hat St. Paulis Nationalspieler des Kosovo mit seinem Ex-Klub St. Gallen öfter gespielt als gegen den FC Lugano, die Bilanz der 13 Duelle ist mit fünf Siegen, fünf Niederlagen und drei Remis ausgeglichen. Beziehungsweise war, denn der 7:2-Kantersieg mit dem FC St. Pauli über die Eidgenossen – der mit Abstand höchste für Fazliji – fand in der Statistik noch keine Berücksichtigung.

„Ich finde, wir waren ab der fünften Minute richtig gut im Spiel, haben schnell die Tore gemacht und offensiven Fußball gespielt”, frohlockte Fazliji nach dem Abpfiff des einzigen Tests im Rahmen des Trainingslagers von Benidorm. Tatsächlich überrollten die Hamburger den Tabellenvierten der Schweizer Super League anfangs regelrecht. Adam Dzwigala (10.), Lukas Daschner (11., 24.) und David Otto im Nachschuss nach einem von Marcel Hartel vergebenen Elfmeter (20.) hatten teils sehr sehenswert auf 4:0 gestellt. „Klar gehört Toreschießen auch dazu”, freute sich Trainer Fabian Hürzeler. „Und es war ja auch ein Manko in der Hinrunde.” Darum müsse es „den Jungs Selbstvertrauen geben, dass sie es können, dass sie wieder den Glauben an die eigene Stärke finden”.

Dzwigala, Eggestein und Co. geben FC St. Pauli Rückenwind

Zwischen der 40. und 50. Minute des über viermal 30 Minuten angesetzten Kicks verlor St. Pauli die zuvor und danach demonstrierte defensive Stabilität, „da wurden wir wild und passiv”, kritisierte Hürzeler. Gegentreffer durch Aliseda (43.) und Arigoni (49.) waren die Folge, ehe die Kiezkicker wieder in die Spur fanden. Abermals Dzwigala (52.), Johannes Eggestein (69.) und Franz Roggow (120.) sorgten für den in der Höhe durchaus überraschenden Endstand.

„Wir wollten so schnell wie möglich nach vorne kommen, das ist uns oft gelungen”, befand Fazliji. „Wir haben im Aufbau von hinten unsere Prinzipien durchgespielt, die wir trainiert haben in den letzten Wochen. Das hat ganz gut geklappt.” Und das gegen einen weiß Gott nicht schlechten Gegner. „Man hat es gesehen, sie haben super Ansätze”, sagte Fazliji. „Aber wir waren einfach bereiter, wir sind mehr gelaufen, sind auch ein bisschen weiter in der Vorbereitung. Das merkt man natürlich.”

Betim Fazliji schwärmt von St. Pauli-Testspiel gegen Lugano

Auffällig neben dem Torhunger: Vor allem in der zweiten Spielhälfte ließ St. Pauli nahezu nichts zu. „Wir haben als Team verteidigt, wir haben familiär verteidigt. So muss es auch sein”, erklärte Fazliji. „Unser Ziel muss es in jedem Spiel sein, keinen Schuss aufs Tor zuzulassen. Das ist uns viel gelungen, weil wir hellwach waren, viele zweite Bälle gewonnen haben.” Auch von einer zwischenzeitlich etwas überzogenen Gangart der Schweizer ließ sich Braun-Weiß nicht aus der Ruhe bringen. „Ich finde, es war eine gute Härte”, befand der 23-Jährige grinsend. „In der 2. Liga ist die Härte minimum genauso.”

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Zudem erkennbar war das klare Vorhaben, ohne lange Bälle auszukommen. „Wir haben ganz klar unsere Prinzipien”, erläuterte Fazliji. „Und das ist auch, Fußball zu spielen, also sicher kein Kick-and-Rush. Wir haben unsere Abläufe, die wir auch im Training dutzendfach durchspielen, so dass sie zu Automatismen werden.” Das sei ganz klar mit Risiko behaftet, „aber man kennt ja den Spruch: Risiko bringt Kapital. Man muss risikoreich spielen, um Erfolg zu haben. Und wenn wir es so mutig durchziehen mit einer so klaren Idee, dann können wir so spielen, wie wir es gegen Lugano gemacht haben.”

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