Ralph Gunesch mit dem damaligen Co-Trainer Timo Schultz und Fabian Boll (v.r.)
  • Ralph Gunesch mit dem damaligen Co-Trainer Timo Schultz und Fabian Boll (v.r.)
  • Foto: WITTERS

Experte Ralph Gunesch über St. Pauli und Ingolstadt

Er hat bei beiden Vereinen gespielt, kennt die Klubs gut, ist mit dem einen Trainer befreundet und kennt auch den anderen. Ralph Gunesch ist der perfekte Ansprechpartner vor dem Heimspiel des FC St. Pauli gegen Ingolstadt am Sonntag. Dass der Ex-Profi und TV-Experte gerade von Ingolstadt zurück nach Hamburger gezogen ist, macht die Sache rund.

Neun Jahre ist es her, dass Gunesch letztmals das Trikot des FC St. Pauli trug, für den er (mit einjähriger Unterbrechung bei Mainz) von 2003 bis 2012 stolze 198 Spiele bestritten hat – und dann nach Ingolstadt wechselte. Jetzt spielen die Klubs, die seine Karriere prägten, mal wieder gegeneinander.

Ralph Gunesch und Timo Schultz: Gemeinsame Verbundenheit zu St. Pauli

Emotional Verbunden geblieben ist der 38-Jährige dem Kiezklub bis heute und in letzter Zeit ist der Draht besonders eng. Das liegt natürlich an Timo Schultz, seit Sommer 2020 Cheftrainer der Kiezkicker, einst viele Jahre Mitspieler von Gunesch und ein guter Freund.

„Es hat mich immer sehr interessiert, was bei St. Pauli läuft“, sagt Gunesch im Gespräch mit der MOPO, „und seit Schulle da Trainer ist, noch mehr.“ Im Hintergrund ist ein Krähen zu hören. Töchterchen Laetitia (11 Monate) ist mal wieder auf Entdeckungstour durch das neue Heim in Duvenstedt, das Gunesch und Freundin Marina Anfang des Monats bezogen haben. Kurz ist das Stellungsspiel des früheren Innenverteidigers gefragt.


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„St. Pauli macht mir richtig Spaß“, sagt Gunesch dann. „Da ist wirklich was entstanden.“ Er hat sich viele Spiele angeschaut, im Fernsehen. Für einen Stadionbesuch fand er keine Zeit, denn er ist regelmäßig als Experte für den Streamingdienst DAZN im Einsatz.

„Wahnsinn“: Timo Schultz beeindruckt bei St. Pauli

Die Entwicklung unter Schultz’ Regie findet er „beeindruckend“. Die Linie sei klar erkennbar. „Es ist auffällig, wie intensiv das eigene Tor verteidigt, wie konsequent nach vorne gespielt und für fast alles eine Antwort gefunden wird.“ Das 0:1 in Hannover sieht er als Ausreißer nach unten.

Beeindruckt hat ihn auch, wie Schultz in der vergangenen Saison das Ruder herumgerissen habe. „Er war auch in der Krise von seinem Weg überzeugt und ist ruhig geblieben“, erzählt Gunesch, der sich regelmäßig mit Schultz austauscht. „Schulle hat weitergearbeitet, akribisch, unaufgeregt.“

Der „Wandel auf dem Rasen war Wahnsinn“, sagt Gunesch über den Turnaround des Teams und die „überragende Phase“ der Rückrunde. Der Coach aber habe sich in seiner Debüt-Saison in seiner Art nicht verändert. „Schulle ist immer er selbst geblieben. Er ist auch immer noch der Timo, der damals in der Kabine immer neben mir gesessen hat. Vor unseren Spielen habe ich genau die Ruhe, Klarheit und Überzeugung erlebt, die ihn heute auszeichnet.“

Ralph Gunesch: „Erstaunliche“ Entwicklung bei Zweitliga-Aufsteiger Ingolstadt

Auch die Entwicklungen in Ingolstadt verfolgt Gunesch mit Interesse, schließlich war er für die „Schanzer“ von 2012 bis 2015 als Spieler und von 2018 bis 2020 als Co-Trainer im Nachwuchsbereich aktiv, kennt daher den zum FCI-Cheftrainer beförderten Roberto Pätzold, auf den Ingolstadt „sehr stark setzt“. Dass sich der FCI kurz nach dem Aufstieg von Trainer Thomas Oral trennte und auch Sportchef Michael Henke nicht ganz freiwillig ging, hat Gunesch „schon erstaunt. Es kommt ja nicht so häufig vor, dass ein Verein nach einem Aufstieg die sportliche Führung austauscht.“

Ingolstadt setze „verstärkt auf Spieler aus dem eigenen NLZ“, weiß Gunesch. „Der Saisonstart war holprig. Es wirkt so, als müssten sich einige erst an die Liga gewöhnen.“ Zuletzt gab es ein 0:3 gegen Bremen. Der Vorletzte hat schon 14 Tore kassiert. Ein Spieler hat es ihm besonders angetan: Stürmer Filip Bilbija (zwei Saisontore), den er aus der U19 kennt. „Der Junge ist richtig gut, klar im Kopf und hat Spaß.”

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Am Sonntag, ist Gunesch überzeugt, wird sich die größere Qualität von St. Pauli durchsetzen, „zumal die zu Hause spielen.“ Dabei fällt ihm was ein: „Ich muss echt dringend mal wieder ans Millerntor!”

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