Alexander Blessin zeigte es an, aber es half nichts: Zwei Tore fehlten dem CFC Genua 2022 zum Derbysieg.

Alexander Blessin zeigte es an, aber es half nichts: Zwei Tore fehlten dem CFC Genua 2022 zum Derbysieg. Foto: imago/ZUMA Press

St. Pauli-Trainer Blessin erinnert sich an bittere Erfahrung in letztem Derby

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Alexander Blessin hat in seiner Spieler- und Trainerkarriere schon einiges erlebt. Doch seinen Fuß ins Volksparkstadion hat er noch nicht gesetzt. Am Freitagabend kommt es zur Premiere für den 52-jährigen Coach des FC St. Pauli.

„Ich war da noch nie drin“, berichtete Blessin freimütig. Seine größte Annäherung gab es, als er für RB Leipzig im Nachwuchsbereich tätig war. „Ein paar Mal haben wir mit der Jugend vor dem Volksparkstadion gespielt, aber noch nie drinnen.“ Auf Nebenplätzen konnte er damals seine Jungbullen sich austoben lassen, jetzt betreten er und seine Mannschaft die ganz große Bühne: Ein Stadtderby beim HSV in der Bundesliga, zum ersten Mal nach vierzehneinhalb Jahren.

Blessin erlebte sein Derby in Genua

Das heißt aber nicht, dass der international erfahrene Trainer noch keine Derby-Geschichte besäße. „In Italien gab es etwas Ähnliches, Sampdoria gegen CFC in Genua“, erinnert Blessin an die Erfahrung aus seinem italienischen Jahr 2022. Der CFC Genua hatte ihn Anfang des Jahres verpflichtet, um den Abstieg zu verhindern. Am 30. April 2022, dem viertletzten Spieltag der Serie A steckte auch Lokalrivale Sampdoria noch in großen Nöten. Weshalb das „Derby della Lanterna“, benannt nach dem Leuchtturm der alten Hafenstadt, zusätzliche Brisanz erhielt. „Das war von der Atmosphäre her am Spieltag und in der ganzen Woche schon auch eine Kragenweite“, vergleicht Blessin das Genueser mit dem Hamburger Stadtderby. 

Vergebener Elfmeter leitet den Abstieg ein

Sportlich war das Derby für ihn eines zum Vergessen. Sampdorias Abdelhamid Sabiri war mit seinem rechten Fuß vor der CFC-Abwehr am Ball und spitzelte ihn Mitte der ersten Hälfte zum 1:0-Sieg ins Netz. Domenico Criscito vergab in allerletzter Minute die große Ausgleichschance, als er mit einem Elfmeter an Emil Audero scheiterte. Wochen später war Sampdoria gerettet und der CFC Genua abgestiegen.

Die damalige Zuspitzung im Abstiegskampf fehlt dem aktuellen Derby zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison völlig – und auch sonst lassen sich beim besten (oder schlechtesten) Willen kaum orakelhafte Tendenzen aus der Genueser Erfahrung ableiten. Während der CFC im Folgejahr wieder aufstieg (Blessin wurde trotzdem zur Hälfte der Saison entlassen), stieg Sampdoria im selben Jahr ab und wäre im Sommer fast in die Drittklassigkeit abgerutscht. Blessins Derby della Lanterna wurde bis heute zum letzten Punktspiel zwischen den beiden Rivalen.

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Wohl auch deshalb griff St. Paulis Trainer zu einem anderen Vergleich, was die erwartete, nicht unbedingt freundliche Atmosphäre am Freitagabend betrifft. „Wir haben ähnliche Spiele schon erlebt. Dortmund ist ja auch ein kleiner Hexenkessel, auch da haben wir bestanden und ein gutes Spiel abgeliefert“, sagte Blessin. Besagtes Spiel ging im Vorjahr allerdings unglücklich 1:2 verloren – damit wäre der Coach im „Derby della Elbtower“ sicherlich nicht zufrieden.

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