Guido Burgstaller gegen Jonas Meffert
  • Oben dabei: Im Derby-Hinspiel hat St. Pauli den HSV besiegt und derzeit in der Tabelle die Nase vorn – knapp.
  • Foto: WITTERS

„Quasi nur Topspiele“: Tabellen-Wahnsinn in der 2. Liga

Der Superlativ wurde so oft bemüht, dass man ihn kaum noch hören kann: Die beste Zweite Liga aller Zeiten. Jedes Jahr aufs Neue. Auch das zweifellos berechtigte Etikett der attraktivsten Zweiten Liga aller Zeiten, die in dieser Saison vor großen Namen strotzt, hat sich schon etwas abgenutzt. Neu, ungewöhnlich und geradezu spektakulär ist dagegen der Blick auf die aktuelle Tabelle.

Es lebe die BreiSaZ! Die breiteste Spitze aller Zeiten – und die beiden Hamburger Klubs liegen richtig gut im Rennen, der FC St. Pauli als Dritter und der HSV als Sechster. Entscheidend ist dabei weniger die Platzierung als vielmehr der Punktestand, denn es geht verdammt eng zu. Das wiederum macht die Liga attraktiv.

2. Bundesliga: In der Tabelle trennen Erster und Zwölfter nur vier Punkte

Zwischen Tabellenplatz eins und Platz zwölf beträgt die Differenz gerade einmal vier Punkte, zwischen eins und sieben die Hälfte. Spitzenreiter Paderborn hat 14 Zähler auf dem Konto, der Tabellenzwölfte Hannover 96, nach fünf Spieltagen noch Vorletzter, zehn Punkte. Lediglich ein Sieg trennt das Zehn-Zähler-Quartett Hannover, Schalke, Dresden und Darmstadt von den Kiezkickern auf dem Relegationsrang. Verrückt. Mittelfeld? Es gibt keins! Okay, vielleicht Fortuna Düsseldorf …

Solch ein Tabellenbild ist nach zwei oder drei Spieltagen nichts Ungewöhnliches, nach sieben Runden allerdings schon. Zum Vergleich: Nach dem 7. Spieltag der Vorsaison führte der HSV die Tabelle mit 17 Punkten vor Osnabrück (13) an. Hannover hatte auch damals zehn Punkte – war aber Siebter und damit fünf Plätze besser als jetzt.

St. Pauli-Profi Maximilian Dittgen: „Man hat quasi nur Topspiele“

„Man hat quasi nur Topspiele, wenn man so will“, sagt St. Paulis Offensivmann Maximilian Dittgen und freut sich darüber: „Es ist unglaublich, wie attraktiv die Zweite Liga ist.“ Top-Platzierungen seien trügerisch. Man dürfe sich über Platz drei ein, zwei Tage freuen, „aber sich darauf auszuruhen, wäre komplett der falsche Ansatz“. Bei einer Niederlage droht gleich ein Absturz um viele Plätze.

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HSV-Coach Tim Walter wiederum hatte angesichts von Platz neun nach sechs Spielen, was sich für die HSV-Fans zunächst wie ein Katastrophenszenario anhört, recht entspannt darauf verwiesen, dass man mit neun Zählern ja nur zwei Punkte hinter Platz zwei liege. Also alles halb so wild. Richtig wild ist der Wettbewerb. Gut für die Liga, schön für den Fan. So spannend und eng darf es gerne bleiben.

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