David Otto trifft für St. Pauli im Testspiel
David Otto trifft für St. Pauli im Testspiel
  • David Otto erzielte St. Paulis Siegtreffer in Gladbach.
  • Foto: WITTERS

Dank Geniestreich: St. Pauli überrascht Gladbach – doch Trainer Hürzeler bremst

Der FC St. Pauli hat eine Woche nach dem 7:2-Spektakel gegen den FC Lugano das nächste Ausrufezeichen in der Vorbereitung gesetzt. Mit 1:0 (1:0) gewannen die Hanseaten beim in Bestbesetzung angetretenen Erstligisten Borussia Mönchengladbach, der bereits in sieben Tagen in die Rückrunde startet, und wussten dabei in mehrfacher Hinsicht zu überzeugen. Dennoch bremste Fabian Hürzeler: „Ich habe es nach dem letzten Test auch schon gesagt, dass wir Ergebnisse in solchen Spielen nicht zu hoch hängen.“

Mit dem Ziel, auch bei einem spielstarken Bundesligisten zu bestehen, hatte der Coach seine Mannen auf den Rasen des mit 5572 Fans spärlich gefüllten Borussia-Parks geschickt. Und die Seinen taten, wie ihnen geheißen. Nach ereignisloser Anfangsphase kamen die Hamburger mit jeder weiteren Minute besser in die Partie, attackierten früh, gaben keine Räume preis, eroberten viele Bälle und schalteten – ganz nach Gusto ihres Trainers – immer wieder schnell um.

David Otto trifft für St. Pauli mit der Hacke

So bei der ersten kleinen Gelegenheit durch Leart Paqarada (5.), bei einem schönen Angriff über Eric Smith, Paqarada und Lukas Daschner, den Marcel Hartel ungenau abschloss (12.) und bei der bis dahin besten Chance, als Daschner Borussia-Keeper Yann Sommer zu einer Fußabwehr zwang (20.). Drei Minuten später aber war es soweit: Nach Balleroberung Connor Metcalfe kam der Ball über Daschner und Paqarada in die Mitte zu David Otto, der wundervoll mit der Hacke ins lange Eck zum 0:1 vollendete (23.).

Auch die nächste gute Möglichkeit gehörte St. Pauli, Sommer musste Paqaradas Volleyknaller im Anschluss an eine Ecke von Manolis Saliakas parieren (37.). Auf der Gegenseite ließen die Kiezkicker, die sich immer wieder spielerisch befreien konnten, keine wirklich nennenswerte Gelegenheit für Gladbach zu. Zwar wurde es nach einem Ballverlust von Metcalfe im Mittelfeld (33.) und einem von Daschner verdaddelten Überzahl-Konter (41.) bei Kontern ansatzweise gefährlich, aber die Braun-Weißen bekamen auch diese Szenen geklärt.

St. Paulis Coach Fabian Hürzeler lobt die Einstellung

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild zunächst, die Fohlen legten jetzt mehr Intensität an den Tag und nagelten St. Pauli anfangs in der eigenen Hälfte fest. Für solche Phasen hatte Hürzeler von seiner Elf grundsätzlich gefordert, sie mittels defensiver Stabilität möglichst souverän zu meistern. Und auch das gelang an diesem regnerischen Januar-Nachmittag. Ein Pfostenschuss von Pláa aus spitzem Winkel (48.) und ein Abseitstor von Koné nach vorangegangenem Fehler des ansonsten tadellosen Nikola Vasilj (63.) – mehr kam in der größten Druckphase Gladbachs nicht herum. „Mit der Einstellung war ich sehr zufrieden“, befand Hürzeler. „Vor allem gegen Ende, wo Gladbach spielerisch besser aufgetreten ist, haben wir uns gewehrt. Wir waren in den Zweikämpfen aktiv und aggressiv.“

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Die einzig wirklich ärgerliche Szene spielte sich tief in der Nachspielzeit ab, als St. Pauli, das durch Daschner auf 0:2 hätte stellen können (74.), nach Ballverlust am gegnerischen Sechzehner völlig unnötig in einen Konter lief. Aber Vasilj entschärfte den Abschluss von Ngoumou und sicherte so den Achtungserfolg, an dem Hürzeler aber auch noch Kritikpunkte ausfindig machte. „Wir müssen uns im letzten Drittel verbessern, speziell beim finalen Pass“, sagte der 29-Jährige. „Da geht es darum, einfach zu spielen, den nächsten freien Mitspieler zu sehen und nicht zu kompliziert zu werden, um den Abschluss zu finden.“

So spielte St. Pauli: Vasilj – Dzwigala (78. Boukhalfa), Smith (61. Beifus), Mets (46. Medic) – Saliakas (78. Wieckhoff), Paqarada (78. Ritzka) – Irvine (61. Fazliji), Hartel (46. Aremu) – Metcalfe (78. Matanovic), Daschner (78. Saad) – Otto (61. Maurides)

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