Unter Trainer Klaus Toppmöller (r.) begann ab Sommer 2004 die Zeit von Mustafa Kucukovic beim HSV.
  • Unter Trainer Klaus Toppmöller (r.) begann ab Sommer 2004 die Zeit von Mustafa Kucukovic beim HSV.
  • Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

„Eine unfassbare Tragödie“: Kucukovic-Verhaftung schockt Ex-HSV-Coach Toppmöller

Diese Nachricht sorgte kurz für Schockstarre. Am Mittwoch wurde Ex-HSV-Profi Mustafa Kucukovic (34) festgenommen, ihm drohen mehrere Jahre Haft. Der Vorwurf: Kucukovic und ein Komplize wollten mehr als 300 Kilogramm Drogen verkaufen. Beim HSV sind sie fassungslos darüber, wie das frühere Talent so einen Weg einschlagen konnte. „Ich kann es nicht glauben“, sagt Ex-Coach Klaus Toppmöller im Gespräch mit der MOPO.   

Der 69-Jährige war Kucukovic’ erster Trainer im Volkspark, als dieser 2004 mit 17 Jahren aus Bochum zum HSV kam. „Mucki, sein Vater und ich saßen zusammen“, erinnert sich Toppmöller.

Kucukovic-Verhaftung schockt Ex-HSV-Coach Klaus Toppmöller

„Ich hatte einen tollen Eindruck. Nichts deutete darauf hin, dass der Junge mal so einen Weg einschlagen würde.“ Der Ex-Coach sagt: „Dem Mucki standen doch alle Türen offen! Er war ein riesiges Sturmtalent. Ich dachte, er könnte eine ganz große Karriere hinlegen.“

Daraus wurde nichts. Erst musste Toppmöller im Herbst 2004 gehen („Vielleicht hätte ich den Jungen sonst fördern können“), später scheiterte der Junioren-Nationalstürmer – nach nur 14 HSV-Partien in drei Jahren. Sein einziges Tor, zum 1:1 im Derby in Bremen, machte ihn im Dezember 2005 kurz zum Fan-Helden.

Kucukovic wurde kurz zum Helden der HSV-Fans

Nach vergeblichen Versuchen, woanders Fuß zu fassen (u.a. Fürth, 1860 München, Rostock), ließ Kucukovic seine Karriere ab 2015 langsam ausklingen, kickte zuletzt 2017 für Hamm United in der Landesliga – und soll dem Vernehmen nach immer stärker in zwielichtige Kreise geraten sein. Nun droht ihm eine lange Gefängnisstrafe.

Toppmöller sagt: „Für mich ist das eine unfassbare Tragödie. Wenn man es im Fußball nicht schafft, kann man doch normal arbeiten, wie andere auch.“ Kucukovic ging einen anderen Weg – und muss sich nun dafür verantworten.

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