• Union-Trainer Urs Fischer will von einer möglichen Teilnahme am Europapokal noch nichts wissen.
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„Doof und dumm“: Reporter-Frage bringt Berliner Trainer in Rage

Urs Fischer ist meistens die Ausgeglichenheit in Person. Doch es gibt eine Sache, die das Blut des stoischen Schweizers in Wallungen bringt: Die Frage, ob Union Berlin schon reif für den Europapokal ist. „Es ist doof! Doof und dumm, über Europa nachzudenken! Erzählen Sie nicht so etwas“, schimpfte der Trainer Anfang der Woche bei einem Videocall mit Journalisten.

Dabei war die Frage gar nicht so unberechtigt. Die Eisernen belegen nach acht Spieltagen mit 15 Punkten den fünften Tabellenplatz – und das völlig verdient. Union agiert defensiv gefestigt und offensiv dank Neuzugang Max Kruse variabler als noch in der Premierensaison. Ein Sieg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu Hause gegen Eintracht Frankfurt – und die Fragen nach Europa werden zunehmen.

Auch die nach der Vorherrschaft in der Hauptstadt, denn Union wird definitiv als derzeitige Nummer eins in das Derby am kommenden Freitag bei Hertha BSC gehen.

Überraschungsmannschaft Union Berlin will nichts von Europa wissen

„Das Ziel bleibt Klassenerhalt“, betonte Fischer jedoch mit Nachdruck: „Wenn wir dieses Ziel erreicht haben, können wir uns vielleicht über eine andere Zielsetzung Gedanken machen. Vorher nicht!“

Seine Mannschaft ist auf Fischers Linie. „Wir bleiben auf dem Boden“, sagte Kapitän Christopher Trimmel und wies auf die schweren Gegner in der zweiten Hinrunden-Hälfte hin: „Deswegen ist es nicht so schlecht, dass wir jetzt schon ein paar Punkte holen“

Fischer: „Das Ziel bleibt Klassenerhalt“

Doch im Vergleich mit tatsächlichen Abstiegskandidaten wie Schalke 04, dem 1. FC Köln oder Arminia Bielefeld gehört Union in eine andere Tabellenregion. „Wir rufen die Basics gut ab: diszipliniertes Verteidigen, immer kompakt sein, nicht viel zulassen“, sagte Trimmel über das Erfolgsrezept: „Das rufen wir immer ab, danach kommt das Fußballspielen.“

Und spielerisch hat das Team in dieser Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem Kruse verleiht dem Kollektiv die gewisse Kreativität, anders herum profitiert aber auch er von der Arbeit seiner Nebenleute. In der Scorerliste der Bundesliga liegt der Ex-Nationalspieler (9 Punkte) auf Platz drei hinter den Superstars Robert Lewandowski (17) und Erling Haaland (12). 

Trotz hervorragender Leistung: Schlüsselspieler Kruse noch nicht in Topform

„Wir spielen das, was wir uns vorgenommen und womit im Vorfeld nicht so viele gerechnet haben“, sagte Kruse. Der 32-Jährige, der nach seiner Sprunggelenks-Verletzung körperlich noch immer nicht in Topform ist, musste unter der Woche im Training etwas zügiger als die anderen über den Platz sprinten. „Max hat da ein bisschen mehr Gas gegeben“, bestätigte Fischer, „weil er in diesem Punkt noch etwas aufzuholen hat.“

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Selbstzufriedenheit lässt der Trainer nicht zu. Auf dem Punktepolster werde er sich „nicht ausruhen“, für ihn und seine Spieler gelte: „Wach bleiben!“ Auch dann, wenn Journalisten vermeintlich unangebrachte Fragen über den Europapokal stellen. (mp/sid)

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